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Blaufränkischland-Rallye: Nachbericht Landa Racing Project
Michael Jurtin

Top Performance unbelohnt

Den 2WD-Sieg vor Augen machten ein Fahrfehler und Unkonzentriertheit dem Team Landa einen Strich durch die Rechnung.

Das Landa Racing Project nutzte wie viele Fahrer die Gelegenheit wieder in Österreich an den Start zu gehen. Unter der Lizenz von Beppo Harrachs Drift Company trat man gemeinsam mit Niki Mayr-Melnhof an.

An dieser Stelle geht ein außerordentlicher Dank an die Gemeinden der Region Blaufränkischland und den Veranstalter Georg Gschwandner mit seinem Team vom MCL68, die diese Veranstaltung unter schwierigsten Bedingungen überhaupt erst ermöglicht hatten.

Luca Waldherr musste leider absagen und so wurde aus dem erhofften Dreikampf ein Zweikampf mit Michael Kogler im bewährten Citroen DS3 RT. Nicht nur, dass das Auto stärker einzuschätzen ist als ein Rally4-Auto, ist natürlich Kogler ein weitaus erfahrener Fahrer und zudem natürlich auch noch ein sehr guter! So stellte man sich auf eine Außenseiterrolle und mit Platz zwei begnügend ein.

Landa vor dem Start: „Wie manche wissen, ist Asphalt noch nicht mein Lieblingsuntergrund. Die Vorgabe ist demnach: Exakte Bremspunkte setzen, die Abzweige mit Schwung fahren und Finger weg von der Handbremse! Die Besichtigung war sehr gut und ich bin mit meinem Schrieb sehr zufrieden. Das ganze Team freut sich schon auf die Rallye.“

Mit Startnummer 18 nahm das Duo Landa/Landa die erste Prüfung in Angriff und konnte mit einer 21. Zeit sowie der Bestzeit 2WD aufzeigen. WP2 brachte eine weitere Bestzeit hervor, sodass Landa überraschend vier Sekunden vor Kogler lag.

Auf SP3 konnte Kogler zurückschlagen und war auf dieser Prüfung um 1,5 Sekunden schneller. SP4 brachte eine erneute Bestzeit für Landa, der Abstand konnte damit wieder um 2,5 Sekunden erhöht werden.

Nach den ersten vier Prüfungen kam der Rally4 Fiesta der Drift Company als gesamt 15. und erster 2WD in das große Service. Der Vorsprung auf Kogler betrug lediglich 5,3 Sekunden. Motiviert und konzentriert ging die Mannschaft in die zweite Runde.

Auf SP5 konnte Kogler 0,5 Sekunden herausfahren. Auf SP6 – dem legendären Rundkurs – schlug Landa mit einer zehnten Gesamt- und einer weiteren 2WD-Bestzeit mit einer Gutschrift von 0,3 Sekunden zurück. Es war ein wahrer Sekundenkrimi. SP7 lag Kogler scheinbar besser und er reduzierte seinen Rückstand mit seiner dritten Bestzeit um 1,3 Sekunden.

„Nach dieser SP gab es etwas Verwirrung auf beiden Seiten. Wir hatten am Rundkurs unsere Zeit mit 11:03 mitgestoppt, aber auf einmal hatten wir 25 Sekunden Vorsprung auf Michael. Wir dachten, er hätte eine Zeitstrafe bekommen. Da wir uns unsicher waren, wollten wir auf keinem Fall Tempo rausnehmen, sondern den Rundkurs als letzte Prüfung mit gleichem Speed, aber Ausmerzung der Fehler vom ersten Mal, absolvieren“, so Landa nach SP7.

Die finale SP8 aus der Sicht von Pilot Landa: „Ich ließ mich am Start nicht von dem Sekundenduell beirren und fuhr meine Pace. Knapp vorm Ziel, bei dieser Passage '600 Brems bei Bäume R6 kurz 50 R4 cut 200‘ – da kommt man mit knapp 180 am Begrenzer hin – dachte ich mir, das war es, wir sind im Ziel und ich gab meine Spannung und Konzentration auf. Das war ein Fehler, denn die folgende Passage '200 L5 cut 50 R6 über Kuppe cut‘ verlangte noch volle Aufmerksamkeit! Ich hatte leichtes Untersteuern, ein kurzer Tipp auf die Bremse kehrte es in ein Übersteuern um, ich verlor das Heck und setzte das Auto um 180 Grad gedreht in die Weinreben. Leider hob es uns aus und wir landeten auf der Beifahrerseite. Zum Glück war das nicht weit weg vom Ziel und Serviceplatz, sodass ein paar Mechaniker dort zusahen und uns wieder auf die Räder stellten. Wir konnten ins Ziel fahren, verloren aber mehr als eine Minute und P1 war dahin. Es war ein toller Fight mit Michael Kogler und ich möchte ihm aufrichtig zum Sieg gratulieren!“

SP8 aus der Sicht von Copilot Landa: “Eine Rallye ist erst aus, wenn man im Parc fermé das Auto abstellen kann. Nicht abgesprochen dachte ich mir bei derselben Passage das Gleiche wie Nikolai. Die Konzentration war bei Nik weg und der Fahrfehler überraschte ihn so sehr, dass er keine Zeit hatte, korrekt zu reagieren. Das wäre ihm unter Spannung nicht passiert. Schade, aber auch das gehört leider dazu.“

Im Endeffekt war es dennoch eine sehr gute Rallye und gute Performance. Auch Beppo Harrach zollt Nikolai Landa Anerkennung für diese Steigerung auf Asphalt.
„Schade, dass mir ein solcher Fehler unterlaufen ist. Gerne hätte ich diesen sehr schönen Erfolg meinen Sponsoren und Förderern, meiner Familie, meinen Mechanikern der DriftCompany und Beppo Harrach gewidmet! Es ist schön zu wissen, dass alle hinter diesem Projekt stehen und dafür bedanke ich mich vom ganzen Herzen. Aufstehen, Krone richten und weiter geht’s“, sinniert Nikolai Landa abschließend.

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