RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Redstag Rallye Extreme
Foto: Harald Illmer

Warum kein Elektro beim ORM-Auftakt?

Die mit Spannung erwartete Premiere der Elektroautos wird auf die Rallye Weiz vertagt - doch warum eigentlich? motorline.cc hat sich umgehört...

Noir Trawniczek

Die „hohe Kunst“, miteinander zu sprechen und dabei dennoch aneinander vorbei zu reden - könnte sie einer der Gründe dafür sein, dass die erste ORM-Rallye seit Jänner 2020 ohne die heuer erstmals zugelassenen Elektro-Rallyeautos stattfindet?

Redstag Rallye Extreme-Veranstalter Gerwald Grössing erklärt in einem am Veranstaltungstag ausgestrahlten Interview mit dem Redstag Rallye Extreme Radio: „Es muss der Veranstalter oder (es müssen) die Veranstalter wissen, welche infrastrukturellen Maßnahmen nötig werden. Es war nicht klar: Wie lange brauchen die Autos, um aufgeladen zu werden? Wie groß darf das Ringerl sein, damit sie fahren können?“

Während also Grössing erwartet hat, dass die Vertreter der beiden internationalen Elektro-Größen Kreisel und STARD mit ihren Wünschen bezüglich Änderungen am Format der Rallye zu ihm kommen, erklären diese, dass solche Änderungen gar nicht nötig seien. Manfred Stohl (STARD): „Das Format der Redstag Rallye wäre sehr tauglich für Elektroautos gewesen. Bei der kommenden Weiz-Rallye wird es schwieriger.“

Philipp Kreisel erklärte gegenüber motorline.cc sinngemäß, dass man mit Veranstaltern lediglich die Charging-Zonen zu besprechen habe - die Länge der Sonderprüfungen und der Zeitplan der Rallyes seien jedoch kein Thema.

Kreisel erklärte zudem, die Nichtteilnahme im Schneebergland habe „einen simplen Grund: Der Veranstalter wollte eine zusätzliche Versicherung abschließen - doch das spricht gegen unser Geschäft, das wäre ein falsches Signal gewesen“.

Grössing erklärt in besagtem Interview: „Es geht auch um die Sicherheitsvorkehrungen - dieses Thema hatten wir in der Veranstaltungsverhandlung (Genehmigung durch BH, d. Red.). Da wird gefragt, wie gefährlich die mobilen Ladestationen/Batterien sind und dergleichen. Da kannnst du nicht einfach sagen: Das ist mit der AMF alles geregelt, denn letztendlich entscheidet der Gesetzgeber bzw. dessen ausübendes Organ. Da sind Fragen aufgetaucht, die ich nicht beantworten konnte.“?
Manfred Stohl dazu: „Ich kann die Aussagen von Gerwald Grössing nicht ganz nachvollziehen -denn in einem Meeting mit den ORM-Veranstaltern haben alle bis auf Grössing erklärt, dass sie keine Probleme mit Elektroautos sehen.“

Die von der AMF erstellte Balance of Performance zwischen Elektro- und Verbrenner-Antrieb scheint jedenfalls nicht der Grund dafür zu sein, dass beim ORM-Auftakt die Elektroautos fehlen - sowohl STARD als auch Kreisel werten die BoP als korrekt.

Das spannende erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Antriebsarten findet demnach von 15. bis 17. Juli bei der Rallye Weiz statt. Wobei sich STARD diesbezüglich noch bedeckt hält. Philipp Kreisel, bei der Redstag Rallye Extreme im herkömmlichen Skoda Fabia rally2 am Start („Ich will mich als Faher verbessern und mag diese Rallye sehr - ich finde auch, dass Gerwald Grössing ein Superkerl ist“), dementiert einen Elektrostart in Weiz nicht.

Bleibt Elektro also siegfähig? Kreisel lacht - und weicht charmant der Frage aus: „Das hängt natürlich auch vom Fahrer ab!“ Mit Raimund Baumschlager hat man jedenfalls jenen Piloten an Bord, der in Österreich so viele Staatsmeistertitel erringen konnte wie kein anderer...

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

Rallye Weiz: Vorschau EHRC

Historic pur mit Latvala und Delecour

Die beiden Lichtgestalten der internationalen Rallye-Szene stehen nächste Woche im Rahmen der Historischen Europameisterschaft am Start des fünften ORM-Saisonlaufs in der Oststeiermark

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…