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WRC Rallye Kroatien 2021: Ogier gewinnt Zehntelkrimi gegen Evans

In einem dramatischen Finale fängt Sebastien Ogier seinen Teamkollegen Elfyn Evans ab und gewinnt die Rallye Kroatien mit 0,6 Sekunden Vorsprung

Zehntel-Entscheidung bei der Rallye Kroatien, dritter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2021. Nach einem für ihn dramatischen Tag fing Toyota-Pilot Sebastien Ogier am Sonntag bei der letzten Wertungsprüfung seinen Teamkollegen Elfyn Evans ab und gewann am Ende nach 20 Wertungsprüfungen über eine Distanz von 300,32 Kilometern mit einem Vorsprung von 0,6 Sekunden.

Nur zweimal in der Geschichte der Rallye-WM war das Rennen um den Sieg enger . Mit seinem 51. Triumph in der WRC übernahm Ogier auch die WM-Führung. Dritter wurde Hyundai-Pilot Thierry Neuville (+8,1 Sekunden).

Ogier ging als Führender in den Schlusstag, verlor die Spitze aber bei der ersten WP des Tages an Evans und musste dann einen Schreckmoment überstehen. Auf der Verbindungsetappe zwischen den Wertungsprüfungen 17 und 18 wurde der Franzose in einen Verkehrsunfall verwickelt. Ogier kollidierte seitlich mit einem anderen Fahrzeug, wobei die Beifahrertür schwer beschädigt wurde.

Ogier übersteht am Schlusstag Verkehrsunfall

Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia blieben bei dem Unfall unverletzt und konnten weiterfahren, allerdings war die Aerodynamik des Autos durch die Beschädigungen gestört, und Ingrassia musste zum Schutz vor eindringendem Staub eine Brille aufsetzen. "Das war ein aufregender Vormittag für mich", meint Ogier.

Mit einem Rückstand von 3,6 Sekunden auf Evans startete der Franzose als Vorletzter in die Powerstage. Dort fuhr Ogier die Bestzeit, war im Ziel aber überzeugt: "Ich denke, es wird nicht reichen." Doch Evans hatte als letzter Starter seine Nerven nicht ganz im Griff.

Schon bei den ersten Zwischenzeiten war sein Vorsprung auf Ogier fast aufgebraucht. Der Waliser konterte zwar zunächst noch einmal, machte dann aber kurz vor dem Ziel einen kleinen Fahrfehler, der ihn den Sieg kostete.

Evans verspielt den Sieg auf den letzten Metern

"Die letzte Kurve! Ich kam einfach von der Strecke und habe die nächste Kurve komplett verpasst", ärgert sich Evans. "Ich habe nicht alles dort verloren, aber ich würde sagen, eine Sekunde war weg. Das ist schade, aber es war das ganze Wochenende ein großer Kampf und Hut ab vor Seb für die letzte Etappe."

Neuville war mit einem Rückstand von 8,0 Sekunden auf Evans in die letzte WP gestartet, verspielte seine Chance auf den Sieg aber durch einen Verbremser auf der Powerstage. "Ich war die ganze Zeit absolut am Limit des Autos und habe versucht, es zu genießen, was uns auch gelungen ist. Martijn hat auch einen guten Job gemacht - es war nicht einfach für den Beifahrer", sagt Neuville. "Ich bin glücklich, hier zu sein."

Der Belgier hatte die Rallye nach dem ersten Tag angeführt, seine Führung aber am Samstagvormittag durch eine falsche Reifenwahl verloren. Hyundai hatte sich für einen Mix aus harten und weichen Reifen entschieden, während Toyota nur mit harten Reifen fuhr. So verlor Neuville bei der Vormittagsschleife mehr als 20 Sekunden - ein Rückstand, den er nicht mehr aufholte.

Fourmaux überzeugt beim Debüt im WRC-Auto

Vierter wurde nach einer unauffälligen Rallye Ott Tänak (Hyundai). Nach seinem Sieg Ende Februar bei der Arctic-Rallye in Finnland war der Este in Kroatien nur selten in der Lage, das Tempo der schnellsten mitzugehen und konzentrierte sich alsbald darauf, Meisterschaftspunkte mitzunehmen.

Die große Entdeckung der Rallye war auf Rang fünf Adrien Fourmaux (Ford). Der 25-Jährige bestritt in Kroatien seinen ersten WM-Lauf in WRC-Auto und lies sich, ähnlich wie zuletzt in Finnland Oliver Solberg, die fehlende Erfahrung kaum anmerken. Fourmaux fuhr ohne große Fehler und schrammte bei zwei Wertungsprüfungen als Zweitschnellster nur knapp an seinem ersten WP-Sieg vorbei.

Eine Rallye mit Höhen und Tiefen erlebte Toyota-Nachwuchsmann Takamoto Katsuta, der auf Rang sechs ins Ziel kam. Der Japaner glänzte mit Bestzeiten bei den WP 10 und 14, fuhr aber insgesamt zu wenig konstant und verlor bei der sechsten WP zudem durch einen Dreher rund eine Minute.

Rovanpära fliegt nach wenigen Kilometern ab

Rang sieben ging an M-Sport-Pilot Gus Greensmith (Ford), der bei der ersten Rallye mit Routinier Chris Patterson auf dem Beifahrersitz weiterhin den Nachweis schuldig blieb, dass in ihm das Potenzial für Spitzenergebnisse schlummert. Achter wurde Craig Breen (Hyundai). Der Ire verlor am Samstagmorgen durch einen Reifenschaden gut zwei Minuten, war aber generell auf dem von ihm bevorzugten Untergrund Asphalt kaum ein Kandidat für Top-Zeiten.

Gesamtrang neun sicherte sich Mads Östberg (Citroen), der damit auch die WRC2-Wertung gewann. Teemu Suninen (Ford), der in Kroatien in die WRC2 "degradiert" wurde, komplettierte die Top 10.

Einen Rückschlag musste Kalle Rovanperä (Toyota) einstecken, der als WM-Führender nach Kroatien gereist war. Knapp sieben Kilometer nach dem Start der ersten Wertungsprüfung am Freitag rutsche der junge Finne mit seinem Toyota Yaris WRC in einer Rechtskurve von der Straße und in einen Graben hinunter.

Ogier nun in der WM vorne

Rovanperä und sein Beifahrer Jonne Halttunen überstanden den Unfall unverletzt. Ihr Auto wurde aber so stark beschädigt, dass eine Reparatur vor Ort und damit die weitere Teilnahme an der Rallye Kroatien nicht möglich war.

Durch die Maximalpunktzahl von 30 - neben der Rallye gewann Ogier auch die Powerstage, übernahm der siebenmalige Weltmeister auch die Führung in der WM. Nach drei von 12 geplanten Rallyes liegt Ogier mit 61 Punkten vor Neuville (53) und Evans (51). In der Herstellerwertung führt Toyota nach dem Doppelsieg nun mit 138 Punkten klar vor Hyundai (114).

Weiter geht es mit der Rallye-WM in vier Wochen. Vom 20. bis 23. Mai findet mit der Rallye Portugal der erste Saisonlauf auf Schotter statt.

Motorsport-Total.com

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