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WRC Saudi-Arabien: Bericht In einem spannenden Finale wurde Sebastien Ogier Weltmeister
Massimo Bettiol/Getty Images

Neunter WM-Titel für Sebastien Ogier

Sebastien Ogier setzt sich beim Saisonfinale im spannenden Toyota-Duell gegen Elfyn Evans durch - Mit seinem neunten Weltmeistertitel zieht er mit Sebastien Loeb gleich

Toyota-Fahrer Sebastien Ogier ist Rallye-Weltmeister 2025. Beim Saisonfinale in Saudi-Arabien wurde der Franzose Dritter, während sein Teamkollege Elfyn Evans nur Platz sechs schaffte. Ex-Weltmeister Thierry Neuville (Hyundai) holte seinen ersten Saisonsieg. Für Ogier war es der neunte WM-Titel, für seinen Beifahrer Vincent Landais hingegen der erste.

"Was für eine Saison, das ist sicher", sagt Ogier im ersten Moment des Triumphs. "Was für ein Duell mit Elfyn! Er hat uns bis zur letzten Prüfung des Jahres ans Limit getrieben. Es war eine erfolgreiche Saison für das gesamte Team. Ich bin stolz, Teil dieser Familie zu sein!"

Für den entscheidenden Tag hatte Ogier einen leichten Vorteil. Er hielt am Ende der zweiten Etappe den fünften Platz in der Gesamtwertung, während Evans Achter war. Damit hatte Ogier theoretisch schon einen WM-Punkt Vorsprung.

Am Samstag war Ogier in WP15 (Thabhan 1) um eine Zehntelsekunde schneller als Evans. Aber die Rallye stellte sich anschließend in WP16 (Asfan) komplett auf den Kopf und das Bild in der Gesamtwertung änderte sich deutlich.

Martins Sesks (M-Sport Ford), der den Samstag als Führender begonnen hatte, musste in WP16 zweimal wegen Reifenschäden anhalten und die Reifen wechseln. Auch Kalle Rovanperä (Toyota) hatte einen Platten und musste den Reifen tauschen.

Vor der Powerstage führte Neuville das Gesamtklassement 1:10,9 Minuten vor Ogier an. Es folgten Adrien Fourmaux (Hyundai), Sami Pajari (Toyota) und Takamoto Katsuta (Toyota), der sich in WP16 überschlagen hatte, jedoch das WP-Ziel erreichte.

Elfyn Evans greift in der Powerstage an

Im Anschluss an WP16 bekam Fourmaux Zeit gutgeschrieben, wodurch er vor Ogier Zweiter war. Evans war Sechster und Rovanperä nur noch Siebter. Mit diesem Zwischenstand hatte Ogier vor der abschließenden Powerstage einen theoretischen Vorsprung von fünf Punkten auf Evans.

Der Waliser attackierte in WP17 und kam mit Bestzeit ins Ziel. Anschließend fuhren Katsuta und Pajari, bis Ogier an der Startlinie stand. Der Routinier lag bei allen Zwischenzeiten hinter Evans und hatte im Ziel 7,2 Sekunden Rückstand. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Powerstage Zweiter.

Als alle im Ziel waren, stand Evans als Sieger der Powerstage fest, aber Ogiers Zeit reichte für den zweiten Platz. In der "Super Sunday"-Wertung sammelte Ogier fünf Punkte und Evans vier. Dazu kamen für Evans in der Powerstage fünf Zähler und für Ogier vier.

Insgesamt sammelte Ogier in Saudi-Arabien 24 WM-Punkte und Evans nur 17. Somit überholte Ogier in der WM-Wertung Evans, der mit drei Punkten Vorsprung nach Saudi-Arabien gekommen war. Ogier holte sich schlussendlich mit 293 Punkten den WM-Titel, vier Zähler vor Evans.

Mit dem neunten WM-Titel egalisierte der 41-Jährige den Rekord von Sebastien Loeb. Ogier wurde 2013, 2014, 2015 und 2016 mit Volkswagen Weltmeister, und anschließend 2017 und 2018 mit M-Sport Ford. Mit Toyota wurde er bereits in den Jahren 2020 und 2021 Weltmeister.

In diesem Jahr bestritt Ogier gar nicht die komplette Saison und verzichtete auf die Rallyes in Schweden, Kenia und Estland. Bei seinen angetretenen Rallyes holte er sechs Siege, zwei zweite und zwei dritte Plätze. Lediglich bei der Rallye Zentraleuropa hatte Ogier einen Unfall.

Evans verpasste erneut seinen ersten Weltmeistertitel. In den Jahren 2020, 2021, 2023, 2024 und 2025 wurde der Waliser Vizeweltmeister. "Ich denke, wir haben im Rahmen des Möglichen getan, was wir konnten", kommentiert Evans seine knappe Niederlage.

"Der Reifenschaden am Freitag hat nicht geholfen, aber so ist dieses Geschäft - jeder hatte seine Probleme. Wir sind letztlich Wettbewerber und wollen immer mehr. Vielen Dank an alle. Ich habe mit Toyota ein großartiges Team hinter mir."

Evans glänzte in diesem Jahr wieder mit Konstanz. Er beendete alle 14 Rallyes in den Top 10. Im Gegensatz zu Ogier gewann er nur zweimal, wurde aber fünfmal Zweiter und einmal Dritter. Dazu kamen zwei vierte und drei sechste Plätze.

Rovanperä beendete seine WRC-Karriere als WM-Dritter. Der zweimalige Weltmeister wagt den Umstieg in den Formelsport und fährt im nächsten Jahr in Japan die Super Formula. Ott Tänak (Hyundai) verabschiedete sich nach Reifenschäden am Vortag ohne Top-10-Ergebnis aus der WM.

Toyota wurde in diesem Jahr zum neunten Mal Markenweltmeister. Damit fehlt nur noch ein Titel auf Rekordhalter Lancia.

Motorsport-Total.com

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