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Rallye Weiz: Vorschau RRA
Fotos: Harald Illmer

Selektive Strecken für die Race Rent Austria-Teams

Voller Vorfreude scharren die Race Rent Austria-Teams vor der Rallye Weiz (14. bis 16. Juli) in den Startlöchern - eröffnen werden diesmal Michael Kogler und Copilotin Gabi Ölsinger...

Eine ganz andere Abfolge und viel höhere Startnummern, als man es bei Race Rent Austria gewöhnt ist - die Rallye Weiz stellt eine Besonderheit dar, denn sie zählt zur Historischen Rallye Europameisterschaft (EHRC), deren Teilnehmer die Sonderprüfungen eröffnen werden. In dem hochkarätigen Feld ist auch RRA-Pilot Michael Kogler vertreten, mit Startnummer 30.

Noch früher startet nur Didi Holzer - der achtfache Bergrallyecup-Klassensieger und Berg-Staatsmeister 2010 wird seinen neu erworbenen Mitsubishi Lancer Evo 6.5 Edition Tommi Mäkinen als Vorausauto pilotieren - Holzer fährt bereits zum achten Mal als „Rallye-Taxi“ über die Weizer Sonderprüfungen, zum zweiten Mal betreut von Race Rent Austria. Holzer sagt: „Veranstalter Mario Klammer ist ein guter Freund von mir und ich fahre mit den VIPs auf Sicht, also auf der sicheren Seite. Das gute Rallyefeeling ist für die Fahrgäste trotzdem gegeben - so etwas erlebt man ja nicht alle Tage....“

Kogler/Ölsinger: „Möchte endlich ins Ziel kommen...“

„Dass die Historischen bei der Rallye Weiz vor den Modernen an den Start gehen, ist eine super Idee, denn die Fans lieben diese legendären Autos und wir kommen so in den Genuss von mehr Zuschauern. Für mich ist es eine Ehre, vor so einer Kulisse starten zu dürfen“, zeigt sich Michael Kogler, streng genommen ein „Neo-Historischer“, schon im Vorfeld des Historischen Europameisterschaftslaufs rundum begeistert.

Ganz allgemein freut sich Kogler darauf, dass „ich endlich wieder zum Fahren komme“ - der Hintergrund: Zuletzt musste der Melker im Ford Escort RS2000 drei technische Ausfälle in Folge hinnehmen und kam solchermaßen kaum zum Fahren. Michael: „Daher wäre jetzt einmal eine Zielankunft dringend angesagt...“

Seine potentiellen Mitbewerber - die Markenkollegen Lukas und Helmut Schindelegger sowie Johannes Huber im Porsche - sind diesmal nicht am Start, doch Kogler hat bereits „Ersatzkonkurrenz“ erspäht: „Bei den Escort-Piloten sind einige starke Engländer dabei - mit ihnen würde ich mich gerne messen.“

Auf dem „heißen Sitz“ wird diesmal die erfahrene Gabi Ölsinger Platz nehmen: „Wir fahren zum ersten Mal gemeinsam, aber ich kenne Gabi bereits recht gut, da sie lange Zeit mit unserem Piloten Peter Schöller gefahren und seit zwei, drei Jahren ein Teammitglied von MIG Austria ist.“

Die Rallye Weiz fuhr Michael Kogler zuletzt im Jahr 2017 - damals gewann er die Austrian Rallye Challenge ujnd belegte in der ORM2WD Platz drei. Besonders gut gefällt Kogler der Rundkurs Angerer: „Dort konnte ich 2011 im VW Golf Kitcar eine Gesamtbestzeit erringen.“

Eines möchte Michael noch unbedingt hinzufügen: „Ich freue mich so richtig auf die steirischen Motorsportfreaks...“

Schart/Gutschi: Top motiviert??

Bis zuletzt musste Andreas Schart um den Einsatz bei der Rallye Weiz zittern: „Wir sind bereits 2019 und 2021 in Weiz gefahrern, hatten aber jedesmal einen technisch bedingten Ausfall, stets wegen irgendwelcher Kleinigkeiten - daher haben wir das Auto noch einmal extrem revidiert.“

Doch dabei stellte sich heraus, dass die Weltkrise auch auf dem Gebiet der Ersatzteilbelieferung ihre negativen Auswirkungen zeigt: „Es konnten zunächst wichtige Teile für den Antriebsstrang nicht geliefert werden. Wir haben uns bereits darauf eingestellt, mit alten Bauteilen zu starten und zu hoffen, dass diese halten. Doch im letzten Moment wurde dann doch geliefert, was mich unheimlich erleichtert - und auch mein Copilot Christoph Gutschi konnte am gleichen Abend nach einer Verkühlung Entwarnung geben - jetzt steht einer erfolgreichen Rallye Weiz nichts mehr im Wege. Aufgegeben wird bei uns eben wirklich nur ein Brief...“

Die Rallye Weiz war für das „Andasteer Racing Team“ stets als Fixpunkt im Kalender vorgesehen: „Unsere wichtigsten Sponsoren - Münzer Bioindustrie, der Installateur Trieb & Kreimer sowie Harmo Planung und Baumanagement - stammen aus der Gegend rund um Weiz. Sie kommen auch stets zuschauen - ihnen wollen wir diesmal etwas ganz Besonderes bieten und daher wollten wir den Technikteufel so gut wie möglich ausschließen.“

Was die Platzierung anbelangt, wollen Schart/Gutschi an die gute Leistung bei der Rallye St. Veit anschließen (Platz zwei in der Klasse sowie im Österreichischen Rallye Cup): „Wir wollen natürlich wieder das Race Rent Austria-Preisgeld einheimsen als bestes RRA-Team auf dem Klassenpodium. Da werden teamintern natürlich wieder Markus Stockinger und Rudolf Leitner unsere größten Konkurrenten sein - im ORC wiederum ist Christoph Zellhofer unsere Messlatte, aber auch Piloten wie Andreas Schemmerl und Martin Kleibenzettel im Mitsubishi Lancer Evo VII Proto darf man nicht unterschätzen, denn sie stammen aus der Gegend und kennen die Strecken daher ganz besonders gut. Ich persönlich finde die Koglhof-Bergprüfung und den Rundkurs Angerer außergewöhnlich attraktiv.“

Stockinger/Moser: Wieder abgespeckt

Einmal mehr hat Markus Stockinger seinen Mazda 2 Proto abspecken können: „Wir konnten rund zehn Kilogramm reduzieren - es wird nun immer schwieriger, noch weitere Möglichkeiten der Gewichtsreduktion zu finden.“ Wie viel diese zehn Kilo auf der Stoppuhr bringen, kann „Stocki“ schwer abschätzen. Eine Zehntelsekunde? Stockinger winkt ab: „So viel wird es nicht sein - aber wir sind dem Idealgewicht wieder etwas nähergekommen.“

Nähergekommen sind Stockinger und Copilot Johann Rainer Moser zuletzt auch Christoph Zellhofer - immer noch die „Messlatte“ in der Klasse 8, der „Protoklasse“. Stockinger sagt: „Das sind kleine Schritte, die wir natürlich kontinuierlich fortführen wollen.“

Zuletzt, bei der Rallye St. Veit hatte Stockinger ja ausgesetzt - nun freut er sich bereits wieder auf das teaminterne Duell gegen Andreas Schart: „Diesmal werden wir es uns wieder direkt ausfahren, wem ‚Schmolli’ sein Geld geben muss“, lacht Stockinger. Das Ziel sei zudem: „Wir wollen im Österreichischen Rallye Cup (ORC) auf das Podium - daher brauchen wir auch in der Klasse Open N ein Podium.“

Besonders wichtig sei es zunächst aber, dass man die Zielrampe sieht: „Wir sind bisher dreimal in Weiz angetreten und jedesmal ausgefallen, davon zweimal technisch - da wäre es an der Zeit , einmal eine Zielankunft zustandezubringen.“

Leitner/Matusch: Comeback

Rudolf Leitner musste nach seinem heftigen Crash bei der Rally Krumlov eine „Zwangspause“ einlegen - doch nach einem Test ist Leitner zuversichtlich, dass er den Unfall gut verdaut hat: „Der Test war wichtig, um wieder ein Gefühl für das Auto zu bekommen - wir werden die Rallye auf jeden Fall vorsichtig angehen, ich schaue mir die Geschichte quasi von hinten an...“

Als Copilot fungiert wieder Roland Matusch, nachdem sein „Fremdgang“ an der Seite voin Michael Kogler in St. Veit aufgrund eines frühen technischen Ausfalls nur von kurzer Dauer war.

Rudolf Leitner hat sich für Weiz ein ganz besonderes Ziel gesteckt - mit einem Augenzwinkern verrät er: „Wir wollen jede Kurve zuendefahren - es ist einfach schöner, wenn man auch den Kurvenausgang zu sehen bekommt.“ Wobei er hinzufügt: „Wir haben bei dem Crash nicht bewusst etwas falsch gemacht - es gilt halt auch der alte Grundsatz: ‚No risk, no fun‘“

Körperlich wurden weder Leitner noch Matusch in Mitleidenschaft gezogen - der Ford Fiesta Proto war jedoch ziemlich ramponiert. Doch Leitner sagt: „So etwas muss ein Rallyeauto wegstecken. Wir haben im Zuge der Reparatur auch gleich ein wenig aufgerüstet. Wenn unser Auto vorne blenden sollte - das sind die brandneuen Teile, die vorne verbaut wurden. Ich möchte mich bei Race Rent Austria für die Top-Instandsetzung des Autos bedanken.“

Dass wegen der vorausfahrenden EHRC-Teams die Strecken diesmal noch rutschiger sein werden, beunruhigt Rudolf Leitner nicht: „Wenn du einmal die Rebenland-Rallye gefahren bist, schreckt dich eigentlich nichts mehr...“

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