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Rückblick und Vorschau: Knobloch/Rausch
Daniel Kocher

3. Rang und neue Pläne abseits des Volants

Günther Knobloch blickt auf eine nicht immer reibungslose, unterm Strich aber erfolgreiche Saison 2022 zurück ... und hat für 2023 Großes vor. Auch wenn just das bedeutet, dass er bei der Jänner Rallye nicht an den Start gehen wird.

Die ORM-Saison 2022 begann im steirischen Rebenland – unerwartet konnten sich Knobloch/Rausch dort bis zum Ausfall nach einem Flüchtigkeitsfehler in SP 12 auf P3 platzieren, und den Sieger des letzten ORM-Laufs 2021, Kristóf Klausz, hinter sich lassen. Es folgten ein vierter Platz im Lavanttal gegen sehr starke Gegner, ein dritter Platz bei der Hartbergerland Rallye, ein zweiter Platz bei der Hirter Rallye St. Veit und ein weiteres Podium im Rahmen der Rallye-Weiz. Nach fünf Rallyes war die ORM 2022 vorzeitig beendet, Günther Knobloch und Jürgen Rausch landeten im FABIA nur 3 Punkte hinter Neubauer / Mayrhofer auf dem starken 3. Gesamtrang der österreichischen Rallye Staatsmeister, noch vor Rosenberger/Schwarz im Polo.

Alles begann im Rebenland – und zwar schon eine Woche vor dem ORM Auftakt im Rahmen des viel beachteten Events "Rally2 und steirische Schmankerl" auf Gut-Pössnitzberg. In die Rallye selbst startet das Duo stark – auf SP4 machte Knobloch einen kleinen Fehler der zwischenzeitig Rang vier mit sich brachte, auf SP4 drehte sich Klausz auf der Strecke, in Folge blieb der Vorsprung des Steirers bis SP12 bei über 10 Sekunden. Ein Flüchtigkeitsfehler – Randstein bei der Brücke mit der Felge touchiert – kostet letztlich den 3. Gesamtrang, der Ausfall von Neubauer in der Schlussphase brachte noch mehr Drama in den ORM-Auftakt. Drei Wochen später gab es die Heimrallye von Jürgen Rausch – die WeinbergerHolz Lavanttal Rallye bei teilweise winterlichen Bedingungen - zu bestreiten. Nach dem Ausfall beim letzten Start legte es das Duo diesmal etwas taktischer an, und fuhr mit Gesamtrang vier das beste Ergebnis von Jürgen bei seinem 16. Start im Lavanttal ein. Das Ergebnis in Kärnten war insofern beachtlich, da Knobloch/Rausch nur von jenen drei Piloten besiegt wurden, die seit 2020 alle ORM-Laufsiege unter sich aufteilten. Auf Platz 5 reihten sich mit dem dreifachen deutschen Rallyestaatsmeister Armin Kremer, dem deutschen Piloten Albert von Thurn und Taxis sowie den beiden ORM-Staatsmeistern Luca Waldherr (2-WD, 2018) und Kris Rosenberger (einmal modern, zweimal historisch) vier weitere, sehr starke Gegner ein.

Credit: Martin Butschell

Credit: Martin Butschell


Im Rahmen der Hartbergerland Rallye gab es an der Spitze zwischen Wagner und Neubauer das engste ORM-Ergebnis (0,1 Sekunden) der Geschichte, aber auch der Kampf um das Podium war spannend. Knobloch/Rausch konnten sich gegen Keferböck/Minor um 10, und gegen Waldherr/Maier um 23 Sekunden durchsetzen. Im Juni folgte mit Rang zwei das bislang beste Ergebnis des Duos im Rahmen der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft, ein Ausflug in den Wald verhinderte selbiges Ergebnis bei der Heimrallye von Knobloch in Weiz, den zweiten Gesamtrang holte hier der EM-erfahrene Tschech Adam Bezík ab, Knobloch festigte mit über einer Minute Vorsprung auf die Verfolger aber Rang drei in Weiz und in der österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft. Nach Absage der beiden folgenden ORM-Läufen blieb das Ergebnis in der Meisterschaft unverändert. Im Nachhinein war somit auch klar, dass eine Zielankunft im Rebenland den Vizetitel gebracht hätte.

Credit: Dominik Autengruber

Credit: Dominik Autengruber


Günther Knobloch: „Der Fehler im Rebenland war doppelt ärgerlich, vor allem weil nicht – wie wir anfangs vermutet hatten - der Querlenker, sondern nur die Felge zerstört war. Besonders im Nachhinein betrachtet, aber am Ende entsprach der dritte Gesamtrang unserer Performance über die Saison, das war die Position die wir aus eigener Kraft erarbeiten konnten. Gegen Simon und Hermann, mit einem Bruchteil der Seat Time, den Rückstand verkürzen zu können war schon ein toller Erfolg für uns - da muss man realistisch bleiben. Das frühe Saisonende war natürlich schade, ich habe die Zeit jedoch dazu genutzt, und mich in Sachen ORM-Vermarktung eingebracht. Gemeinsam mit Georg Höfer und Christian Birklbauer haben wir eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet, die künftig als ORM-Promoter auftreten wird. Zumindest in den nächsten drei Monaten liegt mein Fokus im Rallyesport auf der Unterstützung dieser Initiative, daher ist ein Start bei der Jänner-Rallye 2023 für mich persönlich leider nicht möglich. Ich bin natürlich die ganze Veranstaltung hindurch vor Ort und habe in Zusammenhang mit unserer Initiative einige Aufgaben – auch aus Teamsicht, dazu mehr im Laufe des Dezember. Unsere tolle Saison 2022 werden wir gemeinsam mit unseren Partnern wie letztes Jahr im Frühling feiern – vielleicht wie schon 2022 im Rebenland, sicher mit einer Vorschau auf unser sportliches Programm 2023 und wie heuer im Frühling gemeinsam mit vielen Rallye-Freunden.“

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