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Lavanttal Rallye 2023: Bericht Schart
PAL Istvan Bence

Turbo-Drama, zweiter Akt

Sportlich in einer Hochform wie nie zuvor in seiner Karriere, mußte Andreas Schart bei der jüngsten Lavanttal-Rallye doch eine Niederlage einstecken, die äußerst schmerzhaft war. Zumal ihn erneut ein Gebrechen am Turbolader aus dem Rennen geworfen hatte. Für ihn und seinen Copiloten Rolf Offner ein bitteres Ende der Heim-Rallye, die mit einem zweiten Klassenrang im Zwischenklassement äußerst hoffnungsvoll verlaufen war.

Es kommt außerordentlich selten vor, dass bei zwei Rallye-Starts hintereinander jeweils der gleiche technische Schaden auftritt. Vor allem bei einem Fahrzeug, das so penibel betreut und gewartet wird wie der Mitsubishi Lancer Evo IX von Andreas Schart. Doch die vergangenen beiden ÖRM-Läufe musste sein Team [ANDA]STEER-RACING jeweils als Null-Resultat verbuchen. Und jedes Mal davon war es der Turbolader, der seinen Dienst versagte.

Immerhin bemerkenswert dabei ist, dass Andreas Schart, der die Lavanttal-Rallye 2023 wieder mit Rolf Offner in Angriff genommen hatte, sich in seiner sportlichen Wettbewerbsfähigkeit von einer ausgesprochen guten Seite zeigen konnte und auch ohne größere Probleme seiner härtesten Konkurrenten in relativer Schlagdistanz zur absoluten Proto-Spitze (auch diesmal wieder repräsentiert durch Christoph Zellhofer/Thomas Schöpf) bleiben konnte. Was seine Qualitäten in Sachen Speed und Konstanz deutlich macht – besonders bei den Wetter- und Fahrbahnbedingungen, wie sie sich bei der diesjährigen Version des Wolfsberger Motorsport-Event-Klassikers bemerkbar gemacht haben. Ein Aprilwetter in der Hardcore-Version hat die plangemäße Tempo-Jagd zu einer wahren Herausforderung gemacht. Und das auf Strecken, die den Teilnehmern überwiegend auch bei Schönwetter in Sachen Geschick und Konzentration ein Maximum abverlangen.

Unter eben solchen Anforderungen konnten sich Andreas Schart und Rolf Offner erstaunlich gut behaupten. Und das, obwohl sie bereits auf der ersten gefahrenen Prüfung mit einem zumindest mittelprächtigen Problem klarkommen mussten: Die linke hintere Antriebswelle war bei der Anfahrt zu Bruch gegangen, ein Service erst nach der SP möglich. So dominierten zunächst ganz klar Christoph Zellhofer und Thomas Schöpf mit ihrem Suzuki, und auch Peter Hopf/Stefan Heiland (Mitsubishi Lancer Evo VII) konnten sich mit einem Vorsprung von rund zehn Sekunden vor den Kärntner Markenkollegen platzieren. Jedoch konnte das [ANDA]STEER-Team beim „Wiederholungs-Rennen“ über die Arlinggraben-SP, nunmehr wieder mit einem perfekt funktionierenden Antrieb, die Bestzeit in der Kategorie 8/Proto erreichen. Was dazu führte, dass Andy Schart und Rolf Offner die erste, wenn auch witterungsbedingt verkürzte Tagesetappe als zweitbestes gewertetes Team unter den Proto-Teilnehmern beenden konnten. Und zwar nur eine halbe Sekunde hinter den Führenden, Peter Hopf und Stefan Heiland.

Entsprechend wurde mit viel Elan in den zweiten Rallye-Tag gestartet, der mit der Prüfung Schönweg – Siegelsdorf I eröffnet wurde. Hier konnte sich zwar das Zellhofer-Team ganz klar durchsetzen, das auch sogleich wieder die Führung in der Kategorie 8 übernommen hatte. Jedoch konnte das [ANDA]STEER-Team Peter Hopf knapp besiegen und auch in der Zwischenwertung überholen. Sicherlich die spannendste Phase der Rallye, was den Dreikampf um die Führung bei den Protos betrifft.

Auf den folgenden Prüfungen konnte sich das in Führung liegende Suzuki-Team immer wieder um einige Sekunden absetzen und seinen Vorsprung vergrößern. Andreas Schart und Rolf Offner konnten sich ihrerseits von ihren stärksten Verfolgern, durchwegs Peter Hopf und Stefan Heiland, relativ konstant distanzieren. Nach der achten Wertungsprüfung, dem Rundkurs Eitweg II, sah es relativ klar danach aus, als ob zumindest ein zweiter Platz bei den Protos in sicherer Reichweite wäre. Doch als mit Hammer – Prebl I die Nachmittagsetappe eingeläutet wurde, war es mit den Hoffnungen auf einen prestigeträchtigen Podestrang bei der viel geliebten Heim-Rallye schnell vorbei: Der Turbolader ging erneut kaputt, der Mitsubishi wurde nachhaltig lahmgelegt. Für Andy Schart und Rolf Offner das jähe Ende von sicher einer der besten Vorstellungen in ihrer Karriere.

Klarerweise eine Tatsache, die von beiden mit großer Enttäuschung hingenommen werden musste. Etwas sehr Positives können sie dem Event-Verlauf dennoch abgewinnen: „Wir sind trotzdem froh, dass nichts am Auto verformt ist.“ Bei den allzeit tückischen Streckenverhältnissen wohl nur allzu verständlich.

Ein Wiedersehen mit [ANDA]STEER-RACING wird es in jedem Fall in diesem Jahr noch geben. Derzeit wird der Plan darauf gesetzt, bis zur Rallye Weiz wieder einsatzbereit zu sein.

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