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WRC Rallye Finnland 2023: Schlussbericht Elfyn Evans gewann zum zweiten Mal nach 2021 die Rallye Finnland
Motorsport Images

WRC Rallye Finnland 2023: Elfyn Evans siegt nach Favoritensterben

Nach frühen Ausfällen vieler Konkurrenten gewinnt Elfyn Evans die Rallye Finnland 2023 deutlich vor Thierry Neuville - Wieder mehr Spannung im WM-Kampf

Elfyn Evans (Toyota) hat am Sonntag die Rallye Finnland, den neunten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2023, gewonnen. Nachdem am Freitag mit WM-Spitzenreiter Kalle Rovanperä (Toyota), Ott Tänak (Ford) und Esapekka Lappi (Hyundai) gleich mehrere Konkurrenten ausgeschieden waren, setzte sich der Waliser gegen Thierry Neuville (Hyundai) durch und feierte am Ende einen souveränen Sieg.

Im Ziel der schnellen Schotter-Rallye, die in diesem Jahr durch wechselhafte Wetterbedingungen mit immer wiederkehrenden Regenschauern besonders anspruchsvoll war, hatte Evans nach 22 Wertungsprüfungen (WP) über eine Gesamtdistanz von 320,56 Kilometern 39,1 Sekunden Vorsprung auf Neuville. Dritter wurde Takamoto Katsuta (Toyota, +1:36,7 Minuten).

Der Japaner setzte sich in einem spannenden Kampf um den letzten Podestplatz knapp gegen Teemu Suninen (Hyundai) durch, der sich Katsuta am Ende um 4,3 Sekunden geschlagen geben musste. Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala wurde bei seinem Comeback im Renncockpit guter Fünfter.

Wieder mehr Spannung im WM-Kampf

Rang sechs ging an Oliver Solberg (Skoda) im schnellsten Rally2-Auto. Der Schwede war in Finnland allerdings nicht in der WRC2-Klasse gemeldet, der Klassensieg ging daher an den Gesamtsiebten Sami Pajari (Skoda). Mit Adrien Fourmaux (Ford), Nikolai Gryasin und Andreas Mikkelsen (beide Skoda) komplettierten drei weitere WRC2-Piloten die Top 10.

Für Evans war es nach 2021 der zweite Sieg bei der Rallye Finnland und der siebte insgesamt in der Rallye-Weltmeisterschaft. Mit seinem zweiten Saisonsieg, dem Gewinn der Powerstage und der Nullnummer von Rovanperä ist der Kampf um den WM-Titel wieder etwas spannender geworden. Bei noch vier ausstehenden Läufen verkürzte Evans seinen Rückstand von zuvor 55 auf nun 25 Punkte.

"Es war ein ziemlich gutes Wochenende", sagt Evans. "Natürlich ist es schade, dass Kalle zu Beginn ausgeschieden ist, aber danach war es wirklich fantastisch, dieses Auto zu fahren - es macht so viel Spaß, auf diesen Straßen hinter dem Steuer zu sitzen, und wir sind wirklich glücklich mit diesem Auto. Es herrschte eine fantastische Atmosphäre, und es war toll, die Unterstützung hinter uns zu haben. Was die Meisterschaft angeht, ist es natürlich auch nicht schlecht, und wir schließen die Lücke."

Frühes Aus für Tänak, Lappi und Rovanperä

Am Freitag glich die Rallye Finnland einem Favoritensterben. Bereits auf der dritten Wertungsprüfung erwischte es Tänak. In einer Kompression setzte der Este mit seinem Ford Puma hart auf, beschädigte den Motor und verursachte durch auslaufendes Öl einen Brand. Damit war die Rallye für ihn vorzeitig beendet. Nach der Zeitstrafe bei seiner Heimrallye in Estland musste der Weltmeister von 2019 einen weiteren Rückschlag hinnehmen.

Für sein Team M-Sport wurde die dritte Wertungsprüfung zum Albtraum, denn auch Teamkollege Pierre-Louis Loubet schied mit einem Aufhängungsschaden aus. Der Franzose konnte zwar am Samstag wieder starten, hatte aber keine Chance mehr auf WM-Punkte.

Auf der fünften Sonderprüfung erwischte es mit Lappi den ersten Lokalmatador. Der Finne hatte eine Rechtskurve im Aufschrieb etwas zu optimistisch angegeben, kam von der Straße ab und prallte mit voller Wucht gegen einen Baum. Damit war auch seine Rallye beendet.

Evans zieht Neuville schnell den Zahn

Auf der achten Sonderprüfung unterlief dem amtierenden Weltmeister Rovanperä ein seltener Fahrfehler. In einer Rechtskurve blieb der Finne mit seinem Auto entweder in einer Spurrille oder an einem Stein hängen und überschlug sich. Dabei wurde sein Auto so stark beschädigt, dass auch für ihn ein Neustart unmöglich war.

Danach schien der Weg frei für ein Duell Evans gegen Neuville. Doch dazu kam es am Samstag nicht. Nachdem Evans mit nur 6,9 Sekunden Vorsprung auf Neuville in den Tag gestartet war, baute er diesen mit einer dominanten Vorstellung und sieben WP-Siegen in Folge auf 32,1 Sekunden aus. Dieses Polster musste der Waliser am Schlusstag nur noch verwalten.

Neuville musste sich wie schon in Estland mit Rang zwei begnügen, war mit seiner Ausbeute bei den beiden schnellen Schotterrallyes aber durchaus zufrieden. "Es ist eine große Erleichterung, in Finnland wieder auf dem Podium zu stehen, nachdem wir zehn Jahre lang gekämpft haben. Es zeigt, dass wir zusammen mit dem Team und den laufenden Veränderungen auf dem richtigen Weg sind", sagt er.

Latvala zeigt, dass er es noch kann

Große Freude herrschte auch bei Katsuta, der in seiner Wahlheimat zum vierten Mal in seiner WM-Karriere auf dem Podium stand. "Mein erstes Podium in Europa, das hätte ich in Finnland nicht erwartet! Ich bin sehr glücklich, danke für die ganze Unterstützung - vor allem meiner Familie. Akio-san ist dieses Wochenende hier und das ist etwas ganz Besonderes für mich, denn er hat mich von Anfang an unterstützt", bedankt sich Katsuta beim früheren Toyota-Konzernchef Akio Toyoda, der in Finnland Latvala in der Rolle des Teamchefs vertrat.

Latvala, der erstmals seit Februar 2020 wieder eine WRC-Rallye bestritt und mit Toyota-Testfahrer Juho Hänninen als Beifahrer sein Debüt im Rally1-Auto gab, erzielte bei seinem 210. WM-Start mit Rang fünf ein starkes Ergebnis und strahlte im Ziel über das ganze Gesicht. "Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Vielen Dank an Toyota, die mir diese großartige Chance gegeben haben", sagt er.

In der Fahrerwertung führt nach neun von 13 WM-Läufen weiterhin Rovanperä mit 170 Punkten, doch Evans (145) und Neuville (134) konnten den Rückstand verkürzen. In der Herstellerwertung baute Toyota seine Führung auf 378 Punkte aus. Hyundai (311) hat bereits 67 Punkte Rückstand, M-Sport liegt mit 205 Punkten abgeschlagen auf Rang drei.

Die Rallye-Weltmeisterschaft geht in fünf Wochen (7. bis 10. September) mit der Akropolis-Rallye in Griechenland weiter.

Motorsport-Total.com

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