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„Wunderkind“ Rovanperä?
Foto: Jaanus Ree / Red Bull Content Pool

Mörtl: „Der Erfolg kommt nicht von ungefähr!“

Der blutjunge Finne Kalle Rovanperä dominiert die Weltmeisterschaft nach Belieben - wieso? Wir haben nachgefragt bei Achim Mörtl.

Noir Trawniczek

Seit 2022 dominiert der Finne Kalle Rovanperä die Rallye-Weltmeisterschaft nach Belieben - der Sohn des bekannten Rallyepiloten Harry Rovanperä saß schon als Kind in Fahrzeugen und debütierte in der WM im zarten Alter von 17 Lebensjahren. Im Vorjahr wurde er der jüngste Rallye-Weltmeister aller Zeiten, auch heuer führt er die Tabelle an. Seine Siege wirken, als würden sie mit Leichtigkeit errungen werden. Die Konkurrenz ächzt. Bei der Rallye Estonia konnte Rovanperä 14 Bestzeiten in Folge verbuchen...

Woran liegt das? Am Wohnort Jyväskylä und den dort vorhandenen finnischen Wäldern? Am „Rallye-Gen“ des Vaters? An dessen guten Beziehungen? Oder ist Rovanperä einfach nur ein „Wunderkind“? Profitiert er davon, eben besonders früh mit dem Rallye- bzw. Motorsport begonnen zu haben - wie etwa auch Oliver Solberg, der Sohn von Ex-Weltmeister Petter Solberg?

Achim Mörtl, der dreifache Rallye-Staatsmeister, der sich auch mit Coaching und Nachwuchsarbeit beschäftigt, hat hier klare und vor allem schonungslose Antworten parat: „Die Dominanz von Rovanperä oder auch Solberg kommt nicht von ungefähr. Solche Piloten werden schon von klein an methodisch aufgebaut - es geht hier um einen langfristigen Leistungsaufbau. Rallyesport ist heutzutage ein absoluter Spitzensport. Kalle Rovanperä ist ganz sicher kein Zufallsprodukt.“

“Umfeld & absoluter Hunger nach Erfolg“

Mörtl fügt hinzu: „Es geht hier vor allem um zwei Punkte: Um das Environment, also das Umfeld - das ist sowohl bei Rovanperä als auch bei Solberg perfekt. Da gibt es Elternteile, die den Sport kennen, die selbst Erfolge hatten, die langjährig im Sport verankert sind, gute Kontakte und ein Netzwerk pflegen. Zudem kommen beide aus Ländern, in welchen der Motorsport einen völlig anderen Stellenwert hat.“

Punkt zwei auf der Liste des Achim Mörtl lautet: „Erwartungshaltung - es muss einen Hunger nach Erfolg geben! Diese Fahrer müssen von klein auf alles dem Erfolg unterordnen, sie müssen dafür brennen, der Beste zu werden. In Österreich müssen wir uns abwenden von dieser gewissen Romantik, die man früher mit Rallyepiloten in Verbindung gebracht hat, von ‚Lebemännern‘, ‚Abenteurern’ und dergleichen. Nein, der Rallyesport ist mittlerweile ein absoluter Spitzensport - auch körperlich. Wenn du 25 Kilo zu viel Körpergewicht mit dir herumschleppst, wirst du es nicht schaffen. Es geht um die absolute Disziplin und die Bereitschaft, alles dem Ziel unterzuordnen - in anderen Sportarten wie Tennis. in den allermeisten Sportarten ist diese Herangehensweise längst schon Usus. Dort ist es völlig normal, dass man mit 21 oder 22 bereits ganz oben an der Spitze angelangt ist...“

In Österreich erkennt Mörtl zurzeit nur bei zwei Fahrern eine ähnliche Herangehensweise „Simon Wagner lebt viele Prinzipien des Spitzensports, er kümmmert sich auch hundertprozentig um seine körperliche Fitness - freilich muss er im Gegensatz zu Vollprofis wie Rovanperä einer Arbeit nachgehen. Auch Hermann Neubauer pflegte stets einen sehr professionellen Zugang und konnte so immerhin zwei Staatsmeistertitel an Land ziehen.“

Eines ist laut Mörtl klar: „Nur wer bereit ist, diese Disziplin zu leben, Tag für Tag, wird jemals die Chance erhalten, es an die Spitze zu schaffen. Nur wer solchen Hunger nach Erfolg hat, sodass er alles hintanstellt, wird eventuell den Funken einer Chance haben. Das klingt beinhart - doch genau so ist es...“

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