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WRC Rallye Paraguay: Nach SP12 Ott Tänak wurde einmal mehr Opfer eines Reifenschadens
Hyundai Motorsport

WRC Rallye Paraguay 2025: Tänaks Siegchance geplatzt, Rovanperä vorne

Ein Reifenschaden zerstört am Samstagvormittag Ott Tänaks Siegchancen bei der Rallye Paraguay: Kalle Rovanperä baut seine Führung weiter aus

Ein Reifenschaden hat die Hoffnungen von Ott Tänak (Hyundai) auf einen Sieg bei der Rallye Paraguay, zehnter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2025, zunichtegemacht und dem WM-Kampf einen neuen Wendepunkt gegeben. Kalle Rovanperä nutzte die Situation optimal aus und baute seine Führung am Samstagmorgen weiter aus.

Der Toyota-Pilot beendete die ersten vier Prüfungen des Tages mit einem Vorsprung von 16,7 Sekunden auf Adrien Fourmaux im Hyundai. Sebastien Ogier, der ebenfalls stark unterwegs war, verbesserte sich auf den dritten Platz und liegt nur 17,2 Sekunden zurück.

Die Bedingungen unterschieden sich deutlich von denen am Freitag. Statt harter, polierter und unebener Straßen mussten die WRC-Piloten diesmal lockeren Schotter meistern, wodurch der Reinigungseffekt der Strecke deutlich stärker ausfiel.

Tänak nach Reifenschaden ratlos

Rovanperä profitierte von seiner späten Startposition unter den Rally1-Fahrzeugen und gewann die neunte Prüfung 1,1 Sekunden vor einem starken Tänak, der zu diesem Zeitpunkt Teamkollege Fourmaux überholte und auf Gesamtrang zwei kletterte. Doch in der zehnten Wertungsprüfung folgte der Rückschlag: Ein Reifenschaden hinten links kostete Tänak 36,8 Sekunden und warf den Esten auf den sechsten Gesamtrang zurück.

"Leider nichts, was ich erkennen konnte", erklärte Tänak. "Es war die glatteste Prüfung der Rallye, deshalb war es eine große Überraschung. Es ist schade, dass die Meisterschaft von Reifenschäden entschieden wird."

Rovanperä zeigte sich zwar nicht vollkommen zufrieden mit seiner eigenen Leistung, baute aber mit weiteren Bestzeiten in den Prüfungen elf und zwölf seinen Vorsprung weiter aus. Im abschließenden Superspecial verlor der Finne zwar 1,6 Sekunden, geht aber mit Rückenwind in den Nachmittag.

Ogier kämpft sich an Fourmaux heran

"Nein, wirklich zufrieden bin ich nicht", sagte Rovanperä. "Ich hätte beim Fahren besser sein können und einige Stellen waren knifflig. Die letzte Prüfung war einfach, fühlte sich aber extrem rutschig an. Am Nachmittag wird der Reifenverschleiß entscheidend."

Fourmaux konnte das Tempo vom Freitag nicht halten und geriet zunehmend unter Druck von Landsmann Ogier. Der achtmalige Weltmeister nutzte die besseren Bedingungen am Samstag, gewann die zehnte Prüfung und fuhr in WP 11 stark auf. Zur Halbzeit des zweiten Tages liegt Ogier nur noch 0,5 Sekunden hinter Fourmaux.

Elfyn Evans (Toyota), derzeit WM-Führender, fand am Samstag etwas mehr Grip als am Vortag, kam aber nicht näher an die Podiumsplätze heran. Der Waliser belegt nach Tänaks Rückfall Rang vier, 40,8 Sekunden hinter Rovanperä. Thierry Neuville (Hyundai) erlebte einen wechselhaften Vormittag: Anfangs lief es besser als am Freitag, später aber erneut schwieriger. Der Belgier liegt 4,6 Sekunden hinter Evans auf Platz fünf, nur 3,7 Sekunden vor Tänak.

Desaster für M-Sport

Für M-Sport-Ford verlief der Samstag bislang enttäuschend. Josh McErlean musste seinen Ford Puma nach einem Schaden aus der siebten Position vor WP10 abstellen. Teamkollege Gregoire Munster kämpfte zunächst mit Abwürgen des Motors, bevor Startprobleme vor WP10 zusätzliche 30 Sekunden kosteten. Später musste auch er seinen Puma wegen technischer Probleme abstellen.

Von den Ausfällen profitierte Sami Pajari (Toyota), der nach einem Reifenschaden am Freitag nun auf Platz sieben liegt. Sein Toyota-Teamkollege Takamoto Katsuta konnte nach seinem Ausfall am Freitag wieder ins Geschehen eingreifen.

In WRC2 entwickelt sich ein enger Dreikampf. Nikolai Gryasin (Skoda) übernahm die Führung von Yohan Rossel (Citroen) und geht mit 6,7 Sekunden Vorsprung auf die zweite Hälfte des Samstags. Robert Virves (Skoda) liegt als Dritter nur 0,5 Sekunden zurück. Oliver Solberg (Toyota) machte Boden gut und liegt nun auf Rang vier, 27,5 Sekunden hinter der Spitze, nachdem er am Freitag über eine Minute durch einen Reifenschaden verloren hatte.

Motorsport-Total.com

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