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ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht RRA
Fotos: Harald Illmer, RRA

Proto-Chefsache in Horn

Race Rent Austria-Boss Wolfgang Schmollngruber wollte es wissen: Was kann er trotz langer Wettkampfpause in einem Proto ausrichten? Gemeinsam mit Staatsmeister Gerry Winter gelang bei der Grasl Rallye Horn mit Gesamtrang sieben die optimale Standortbestimmung. Zu den Austrian Rallye Legends bringt RRA einmal mehr „frisches Blut“ in den Rallyesport.

Voller Terminkalender bei Race Rent Austria. Am vergangenen Wochenende wurden bei der erfolgreichen Premiere der Toyota Keusch Grasl Rallye Horn powered by Sonax und Schremser insgesamt fünf Teams betreut, die im Bewerb fahrenden Protos sahen allesamt den Zielbogen. Schon am kommenden Wochenende steht mit den Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ der nächste Einsatz auf dem Programm. Fünf Fahrzeuge werden von Wolfgang Schmollngruber und seinem Team betreut, mehr dazu weiter unten. Zunächst blicken wir zurück auf die Grasl Rallye Horn.

Schmollngruber/Winter: „Viel besser als erwartet“

„Ich wollte sehen, wo ich mit einem aktuellen Proto als Fahrer stehe“, erklärt Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber. Der Austrian Rallye Challenge Clubmeister 2006 hat in den letzten Jahren immer wieder vereinzelte Einsätze absolviert, meist auf Schotter oder als Vorausauto: „Meinen letzten gezeiteten Challenge Lauf fuhr ich im Jahr 2007.“ Jetzt wollte es „Schmolli“ wissen: „Unser Proto war auf bestmöglichem Stand - und unser gesamtes Team ist mit der letzten Generationsstufe der Pirelli Reifen gefahren, die waren wirklich top.“

Top ist auch jener Mann, den Schmollngruber für den Grasl-Einsatz ins Auto holte: Gerald „Gerry“ Winter, der bereits mit Simon Wagner mehrmals Staatsmeister wurde. Damit Schmollngruber in Horn nicht komplett ins „kalte Wasser springen“ musste, fuhr er zwei Wochen vor der Grasl Rallye Horn einen Einsatz bei einer deutschen Rallye.

Am vergangenen Samstag schließlich kam die „Stunde der Wahrheit“ - und sie fühlte sich gut an: „Ich habe mich extrem wohl gefühlt im Auto, das Fahrwerk war top, wir mussten nichts am Setup ändern. Die Reifen waren großartig. Auf die Zeiten habe ich gar nicht geachtet. Als mir Gerry einmal sagte, dass wir eine sechstschnellste Zeit fuhren, hatte das keinen Einfluss auf mich, ich wäre auch mit diesem Wissen nicht anders gefahren“

Letztendlich konnten Wolfgang Schmollngruber und Gerry Winter im Ford Fiesta Proto den beeindruckenden siebten Gesamtrang einfahren - in der Klasse 8 siegte das Duo mit fast zwei Minuten Vorsprung. Schmollngruber: „Es lief viel besser, als ich geglaubt habe. Wir sind einmal in ein Feld gesprungen, doch das hat uns höchstens vier bis fünf Sekunden gekostet - ansonsten lief es problemlos.“ Beeindruckt zeigte sich Schmollngruber von der Streckencharakteristik: „Das ist mit keiner anderen Rallye vergleichbar, das waren sehr interessante Prüfungen.“ Mit einem Augenzwinkern fügt „Schmolli“ hinzu: „Da muss man schon die Backen zusammenzwicken.“

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat mit Sicherheit auch Copilot Gerry Winter: „Gerry ist wie eine Maschine! Dem braucht man nichts mehr erklären. Beim Ansagen stellt er sich sofort auf dein Tempo ein - er weiß instinktiv, wann was angesagt wird.“

Abschließend zieht Wolfgang Schmollngruber ein rundum positives Resümee: „Ich wollte wissen wo ich stehe und ich wollte sehen, welcher Speed zurzeit in der Szene gefahren wird. Und das ist rundum gelungen, wir konnten uns im Verlauf der Rallye auch steigern und es hätte nicht besser laufen können.“

Müller/Wögerer: „Selten so unzerkratzt“

Stefan Müller konnte gemeinsam mit dem erfahrenen Copiloten Christoph Wögerer in einem weiteren Ford Fiesta Proto Platz 17 und den zweiten Klassenrang erzielen. Vollmundig erklärt Stefan: „Wirklich zufrieden wäre ich, wenn Wolfgang hinter mir gewesen wäre. Aber da muss ich Respekt und Ehre zollen - Schmolli und Gerry waren deutlich schneller als wir.“

Zu den Prüfungen sagt Stefan Müller: „Die Streckencharakteristik ist nicht unbedingt meine - ich habe lieber viele Kurven wie im Rebenland oder im Lavanttal. Doch ich bin dankbar und froh über jeden, der so eine Rallye veranstaltet. Da möchte ich dem Veranstalter meinen Respekt erweisen.“

Probleme gab es diesmal keine bei Stefan Müller: „Ich habe selten ein dermaßen unzerkratztes Auto nach einer Rallye abgestellt.“ Für heuer begibt sich Müller bereits in die Winterpause. Doch: „Ich überlege, 2027 wieder eine volle Saison zu fahren.“

Pyringer/Höllwirth: Anfangs durchwachsen…

Thomas Pyringer und Horst Höllwirth pilotierten den Mitsubishi Colt WRC Proto aus dem Hause Race Rent Austria - doch zunächst lief es für Pyringer „durchwachsen“, wie er ganz offen zugibt: „Anfangs habe ich einige Verbremser und Steher fabriziert - es fiel mir am Beginn der Rallye schwer, mich zu konzentrieren und ich hatte einfach zu viele Fehler drin.“

Doch mit der Zeit kam Thomas „immer besser ins Fahren“ und so konnte man die Grasl Rallye Horn auf Gesamtrang 28 und auf Platz drei der Klasse 8 sowie auf Platz drei der ARCP beenden; „Es war eine super Rallye, die mir gefallen hat. Das Auto hat gut funktioniert und man darf nicht vergessen, dass es erst unsere vierte Rallye in diesem Auto war. Zudem fahren wir ja in erster Linie aus Spaß und ich will und muss ja auch nichts mehr beweisen.“

Friedl/Aigner: Kampf um ARCP- und AARC-Podium

Als „Erlebnis der anderen Art“ bezeichnet Eugen Friedl seinen Einsatz bei der Grasl Rallye Horn, bei der er mit Helmut Aigner einen Ford Fiesta Proto pilotierte. Zunächst lief es auch gut: „Wir sind gut in die Rallye rein gestartet. Auf der ersten Prüfung gab es zwar Probleme mit der Gegensprechanlage aber sonst ist es wirklich gut gelaufen.“

Doch dann kam SP4: „Vor einer mittelschnellen Kurve haben die Bremsen komplett versagt, ich konnte nur mit Mühe und Not einen Abflug verhindern. Wir sind dann nur mit der Handbremse weitergefahren, bei einem weiteren Ausritt haben wir rund zwei Minuten verloren. Auf der Verbindung konnten wir den Schaden mit Bordmitteln behelfsmäßig reparieren, sodass wir SP5 absolvieren konnten.“

Trotz dieses Malheurs kann Eugen Friedl auch Positives erkennen: „Ich bin mit unseren Zeiten zufrieden, vor allem auf SP1 und auf den letzten drei Prüfungen, wo ich wieder das nötige Vertrauen gefunden habe.“

Friedl/Aigner belegten am Ende Platz 30 sowie Platz vier in der ARCP. In der Austrian Rallye Challenge ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge liegt Eugen Friedl nun punktgleich mit Markus Steinbock auf dem dritten Tabellenrang - einer von beiden fliegt beim Grande Finale aus den Top 3 dieser Wertung. Rein theoretisch könnten sowohl Friedl als auch Steinbock sogar noch den zweiten Platz in der ARCP Jahreswertung erringen. Auch im Alpe Adria Rally Cup liegen Friedl/Aigner auf dem dritten Tabellenplatz, könnten in Dobersberg aber noch von Peter Hopf überholt werden.

„Frisches Blut“ bei den Austrian Rallye Legends

Einmal mehr bringt Race Rent Austria neue, junge Talente in den Rallyesport - man denke an Michael Lengauer oder auch den nunmehr fünffachen Staatsmeister Simon Wagner, die allesamt im Team von Wolfgang Schmollngruber ihre ersten „Gehversuche“ unternommen haben. Für erste Ausfahrten auf gesperrten Sonderprüfungen sind die Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ geradezu prädestiniert.

Der 17-jährige Mario Hüfinger wird in Admont mit einem Ford Fiesta Proto debütieren - an seiner Seite wird Vater Herwig auf dem „heißen Sitz“ Platz nehmen. Herwig Hüfinger ist älteren Rallyefans ganz sicher noch ein Begriff - 2001 konnte er mit Copilot Andreas Schindelbacher (wurde 2011 mit Beppo Harrach Staatsmeister) in einem Mazda 323 GTX sensationell die Jännerrallye gewinnen. Auch Horst Hüfinger, der Bruder von Herwig, startete damals eine erfolgreiche Rallye-Karriere - doch beide Brüder mussten später aus Budgetmangel aufgeben…

Herwig Hüfinger sagt: „Ich habe es dem Mario schon vor langer Zeit versprochen: ‚Sobald du den Führerschein hast, fahren wir gemeinsam die erste Rallye.“ Und: „Unser Freund Wolfgang Schmollngruber hat uns ein spitzenmäßiges Angebot für den Proto gemacht.“ Er selbst sei ein „schlechter Beifahrer“, merkt Herwig an: „Für mich ist das nicht so optimal…“

Da hatte Bruder Horst Hüfinger mehr Glück: Denn er wird lediglich als Berater seiner beiden Söhne Florian und Alex dienen, die einen RRA Mitsubishi Lancer Evo IX zünden werden.

Kein junges, aber immer noch frisches Blut fließt in den Adern von Christian Wieser - der 55-Jährige hat vor zwei Jahren bei den RRA Gravel Days beschlossen, sich „einen Traum zu erfüllen“ und Rallyes zu fahren. Admont wird seine dritte Rallye sein, an seiner Seite ruht der erfahrene Roland Matusch im Mitsubishi Lancer Evo VII Proto.

Daniela Fuchs wiederum hat das „Motorsportvirus“ mit Mitte 30 erwischt - die „Schuld“ daran trägt der Deutsche Ralf Rollmann, mit dem sie sich im Vorjahr zum ersten Mal einen serienmäßigen Ford Fiesta geteilt hat: „Schnell Auto fahren war schon immer spannend für mich - Ralf hat mir dann von seiner Motorsport Historie erzählt und mich quasi in die Szene eingeführt.“ Das habe zu der Premiere im Vorjahr geführt, die heuer in einem RRA Mitsubishi Lancer Evo IX Proto ihre Fortsetzung findet.

Ebenfalls Mitte 30 ist Roman Steinbauer - als Copilot ist er seit 2018 ein Begriff, als Fahrer debütierte er aber erst 2024. Bei der Grasl Rallye Horn Classic sorgte er mit Copilot Fabian Tauböck im BMW E36 M3 für einen spektakulären Abflug in feuchte Gefilde. Da der Wagen rechtzeitig wieder startklar gemacht werden konnte, wird Steinbauer gemeinsam mit Sandra Aichberger den Bayrischen auch in Admont zünden.

Wir lernen: Ob mit 17, mit 55 oder mit Mitte 30 - für den frühen oder auch späten Einstieg als Rallyepilot oder Rallyepilotin ist Race Rent Austria die ideale Plattform…

Der vorliegende Teambericht wurde im Rahmen des ARC-Presseservice im Zuge der Kooperation von Austrian Rallye Challenge und motorline.cc veröffentlicht.

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