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Jännerrallye: Bericht RRA
Fotos: Harald Illmer

Race Rent Austria auf dem Klassenpodium

Von acht gestarteten Race Rent Austria Teams sahen bei einer schwierigen Jännerrallye vier die Zielrampe. Der bestplatzierte Gerald Bachler lag auf Platz zwei der Klasse 8, als er durch Fahrfehler ausfiel - so sprang Alexander Baumgartner in die Presche und belegte den dritten Klassenrang.

Sage und schreibe neun Teams wollten mit Race Rent Austria bei der Jännerrallye 2026 an den Start gehen - eines musste jedoch schon vor dem Start w.o. geben.

Thomas Pyringer, der mit Horst Höllwirth den legendären Mitsubishi Colt Proto des Teams pilotieren wollte, hatte sich bei einem Freizeitunfall zwei Gelenkskapseln der Finger verletzt und konnte so freilich nur noch schweren Herzens absagen.

Von den nunmehr acht verbliebenen Race Rent Austria-Teams sahen bei der äußerst selektiven, wegen der winterlichen Verhältnisse besonders anspruchsvollen Jännerrallye genau vier leider keine Zielrampe.

So etwa mussten Rudolf Leitner und sein Copilot Roland Matusch ihren Ford Fiesta Proto nach einem Unfall auf SP9 abstellen.

Zur gleichen Zeit, nach SP9, gab es auch für Rudolf Fischerlehner und Benjamin Gruber im Mitsubishi Lancer Evo IX Proto wegen eines Getriebedefekts leider das vorzeitige Aus bei dieser Jännerrallye.

Martin Desl und Reinhard Kaineder wiederum kämpften während der gesamten Rallye mit einem „bockigen“ Pedalpotentiometer, mit dem die beiden während der gesamten Rallye zu kämpfen hatten. Nach SP14 mussten sie den Ford Fiesta Proto leider endgültig abstellen.

Mario Traxl und sein Copilot Michael Gallistl mussten am ersten Tag mit Getriebeschaden abstellen, doch das Race Rent Austria Team konnte den Mitsubishi Lancer Evo IX Proto wieder reparieren, sodass die Fahrt am Sonntag fortgesetzt und im Ziel beendet werden konnte. Freilich war nach den üblichen Strafzeiten nicht mehr möglich als Gesamtrang 55.

Bachler/Wögerer: „That’s Rallye!“

Gerald Bachler fühlt sich „sauer“ - auf Facebook hat Bachler nach einer zunächst vielversprechenden Jännerrallye und einem unglücklichen Ausfall aufgrund eines Fahrfehlers Bilanz gezogen.

Bachler hat bei seiner bereits achten Jännerrallye mit Christoph Wögerer einen von advancis Austria gebrandeten und von RRA eingesetzten Mitsubishi Lancer Evo IX Proto pilotiert. Man sei vom Shakedown an gut zurecht gekommen, und: „Das Auto war sehr gut vorbereitet und lief die ganze Zeit perfekt.“

Am ersten Tag konnte man trotz eines Tonausfalls auf SP6 und SP7 den 19. Gesamtrang sowie Platz drei in der Klasse 8 belegen. Am Sonntagmorgen, mit neuen Reifen, konnte man zweimal die 15. Gesamtzeit fahren. „Das hat uns positiv gestimmt.“ Nach 13 von 18 Sonderprüfungen rückten Bachler/Wögerer vor auf Gesamtrang 18, Platz acht der ORM2 und auf den zweiten Klassenrang.

Doch dann kam die „von mir befürchtete“ SP14 Freistadt, die wegen der Hallendurchfahrt nur mit unbespikten Reifen gefahren werden durfte. Bachler schildert, was auf dieser Prüfung geschah: „Nach der Ausfahrt aus der Werkshalle fuhren wir mit einem etwas zu optimistischen Tempo in eine Rechtskurve welche aus einer einzigen Eisplatte bestand und touchierten mit dem linken Hinterrad eine Gebäudekante. Die Radaufhängung wurde dabei so stark beschädigt, dass eine Weiterfahrt unmöglich war und wir die Rallye leider frühzeitig beenden mussten.“

Bachler fügt hinzu: „Das Wichtigste dabei: Wir sind unversehrt! Der Traum, abermals auf dem Podium der Jännerrallye zu stehen war zum Greifen nahe und ist leider zerplatzt wie eine Seifenblase. That´s Rallye! Das Leben geht weiter. Danke an meinen Beifahrer Cheesi Wögerer, das Team von Race Rent Austria und alle Sponsoren - ihr seid spitze!“

Baumgartner/Kaltenberger: Bestes RRA-Team auf dem Klassenpodium

„Es tut mir leid für Gerry - er hätte das Klassen-Podium sicher mehr verdient als wir“, zeigt sich Alexander Baumgartner (Foto ganz oben) als Sportsmann. Allerdings muss man eine Rallye auch zu Ende fahren und so können Baumgartner und seine Copilotin Verena Kaltenberger durchaus stolz auf den dritten Platz in der Klasse 8 sein, als bestplatziertes Race Rent Austria-Team.

Das Duo im Ford Fiesta Proto hatte auch mit Problemen zu kämpfen - am zweiten Tag musste man teilweise auf den fünften Gang verzichten. Baumgartner erklärt: „Prinzipiell taten wir uns nur in Spitzabzweigen mit dem etwas höheren Gewicht des Protos gegenüber dem Mitsubishi Lancer Evo III aus dem Vorjahr etwas schwerer. Letztendlich sind wir aber froh, wieder einmal bei einer Jännerrallye ins Ziel gekommen zu sein - aber natürlich wäre mehr möglich gewesen.“ Nächster Einsatz? „Eventuell die Herbstrallye.“

Stockinger/Moser: Getriebe-Odyssee schon vor dem Start

Die Jännerrallye begann für Markus Stockinger und sein Team schon lange vor der Rallye mit einem schwierigen Abenteuer: „Am Tag vor dem Test hatten wir bei einer Probefahrt einen Getriebeschaden, in der Folge mussten wir einige Bauteile höchst persönlich aus Holland holen, um das Auto wieder startklar zu bekommen.“

Doch damit war die Odyssee noch nicht zu Ende: „Am Shakedown-Start gab es das nächste Problem: Das Verteilergetriebe ist gebrochen. So haben wir das Auto vom Shakedowen heimgeschleppt und die ganze Nacht über repariert, um dann am Tag darauf am Start der Jännerrallye stehen zu können.“

So konnten Markus Stockinger und sein Copilot Johann Rainer Moser zeitgerecht ihren Mazda 2 Proto zünden. Die Zielsetzung war nach den aufregenden Tagen zuvor eine andere: „Wir wollten nur noch eine Zielankunft. Und das ist dann recht gut gelaufen. Bis auf die üblichen Jännerrallye-Hoppalas gab es keine weiteren Zwischenfälle und auch einige Lichtblicke. So konnten wir eine Proto-Bestzeit fahren und waren ein paar Mal knapp an Christoph Zellhofer dran. Wir waren also in der richtigen Richtung unterwegs.“

Bei der Jännerrallye, mit Schnee und Eis, sei das Verhältnis zwischen Rally3- und Proto-Fahrzeugen noch nicht jenes gewesen, das man für den Rest der Saison erwarten könne: „Der Rally3 hat für diese winterlichen Verhältnisse genau die richtige Power, der Proto hat dafür wahrscheinlich sogar zu viel Leistung. Auf normalen Asphaltrallyes wird das Verhältnis ein anderes sein.“ Unter Beweis stellen könnte man das bereits beim großen Saisonauftakt der Austrian Rallye Challenge, der ARC Rallye Triestingtal - dort sei ein Start geplant…

Aubrunner/Fischer: Auf des Staatsmeisters Takis

Vor 14 Jahren erlebte Macro Aubrunner seine erste Jännerrallye: „Als Zuschauer - dabei habe ich meine heutige Lebensgefährtin kennengelernt. Seither stand die Jännerrallye auf meiner To do-Liste, ich wollte diese Rallye unbedingt einmal fahren.“

Und so gab Marco heuer seine Jännerrallye-Premiere - mit Copilot Christoph Fischer in einem Mitsubishi Lancer Evo 6.5 Proto. Aubrunner gibt offen zu: „Es war eine Low Budget Rallye für uns. Wir hatten kein Schnee-, also Schotterfahrwerk sondern nur ein Asphaltfahrwerk im Auto verbaut und wir hatten nur vier gebrauchte Takis (schmale Spike-Reifen, Anmerkung) dabei, die wir auch schon bei einem kurzen Test in Ottenschlag verwendet hatten. Beim Shakedown zur Jännerrallye stellte sich heraus, dass sie nicht mehr richtig funktioniert haben.“

Jetzt machte sich Marco auf die Suche: „Ich habe im gesamten Fahrerlager gefragt, ob uns jemand gebrauchte Reifen geben kann, doch die Suche blieb erfolglos. Meine letzte Hoffnung war dann Simon Wagner. Ich hatte mit ihm noch nicht wirklich etwas zu tun - ich bin einfach hingegangen und habe gefragt.“ Der fünffache Staatsmeister und spätere Jännerrallye-Sieger, der einst bei RRA seine ersten Rallyes bestritt, zeigte sich unkompliziert: „Simon bot mir die von ihm verwendeten Takis vom Shakedown an und meinte, wenn ich weitere gebrauchte Reifen brauche, könne ich jederzeit wieder kommen.“ So ergab es sich, dass Marco Aubrunner stets jene Reifen am Auto hatte, mit welchen Simon Wagner davor dem Sieg entgegenfuhr. Aubrunner: „Simons Hilfsbereitschaft schätze ich hoch ein und ich möchte mich gerne auf diesem Weg nochmal dafür bedanken.“

Auf die SP-Zeiten kam es Aubrunner diesmal nicht an: „Ich habe mir von der ersten bis zur letzten SP keine Zeiten angeschaut. Wir wollten einfach nur fahren. Und es hat richtig Spaß gemacht.“ Kleiner Wermutstropfen: Wie viele andere rutschten auch Aubrunner/Fischer auf der kurzen SP mit Spike-Verbot von der Strecke: „Unser Mitsu ist nun 15 Zentimeter kürzer, aber das ist kein Problem. Mir hat die Rallye gut gefallen und ich möchte sie ganz sicher auch im nächsten Jahr wieder fahren.“

Davor jedoch stehen noch weitere Rallyes der neuen Saison auf dem Programm: „Wir wollen die ARC Rallye Triestingtal fahren, eventuell auch die ARC Rallye Horn. Und natürlich die ARC Herbstrallye.“ Übrigens: Marco Aubrunner/Christoph Fischer beendeten die Rallye auf Gesamtrang 29 sowie Platz 13 der ORM2 sowie Platz sechs der Klasse 8.

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