Ex-F1-Teamchef als CEO | 31.07.2026
Neue Eigentümer für den WRC-Promoter
Mit neuen Investoren, einem CEO aus der Formel 1 und dem WRC27-Reglement stellt die FIA die Weichen für die Zukunft des Rallyesports
Der Automobil-Weltverband FIA hat eine langfristige Vereinbarung über die kommerziellen Rechte an der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) sowie der Rallye-Europameisterschaft (ERC) bekannt gegeben.
Vorausgegangen war die Übernahme der WRC Promoter GmbH durch die französische Automobiltechnologie-Plattform Cosmobilis und den Finanzinvestor Park Square Capital. Bisher war die in München ansässige WRC Promoter GmbH ein Joint Venture von Red Bull und der Beteiligungsgesellschaft KW25.
Der Dachverband spricht von einer wegweisenden Vereinbarung für die beiden Meisterschaften. Das Geschäft sieht substanzielle Investitionen vor, die das Motorsport-Portfolio der FIA langfristig stärken sollen. Neben der kommerziellen Weiterentwicklung der Meisterschaften will der Verband weiterhin die sportliche und regulatorische Hoheit behalten.
"Dies ist ein bahnbrechender Vertrag für den Rallyesport, und ich bin stolz darauf, diesen Schritt und ein bisher unerreichtes Investitionsniveau verkünden zu können", wird FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem in einer Pressemitteilung des Verbandes zitiert. "Es bringt nicht nur handfeste Vorteile für Fans, Teilnehmer und unsere Mitgliedsclubs weltweit, sondern zeigt auch das Vertrauen in die Zukunft unseres Sports in Zeiten wachsender weltweiter Beliebtheit."
Zusammen mit der FIA verfolgen die neuen Eigner das Ziel, die globale Reichweite und die Fanbindung zu vergrößern. Zudem wird die FIA ihre Markenpräsenz bei den Veranstaltungen sowie in den weltweiten Übertragungen ausbauen.
Neues Regelwerk ab 2027 und Ex-F1-Mann Eric Boullier als CEO
Der Abschluss fällt in eine Phase, in der sich die WRC auf eine umfassende Reglementsreform vorbereitet. Das ab der Saison 2027 gültige technische Regelwerk soll die Kosten an der Spitze senken sowie Sicherheit und Konkurrenzfähigkeit erhöhen. Ergänzend richtet die FIA einen neuen Wachstumsfonds ("FIA Growth Fund") ein, der Projekte zur Weiterentwicklung des Rallyesports auf allen Ebenen - vom Breitensport bis zur Weltmeisterschaft - unterstützen soll.
Die neuen Rechteinhaber Cosmobilis und Park Square Capital wollen die Serien durch eine stärkere visuelle Inszenierung, erweiterte Rechtevergabe und neue Multi-Plattform-Inhalte zugänglicher gestalten.
Die operative Leitung des Promoters übernimmt der neu ernannte CEO Eric Boullier. Der Franzose ist vor allem aus der Formel 1 bekannt, wo er Teamchef von Renault und später Renndirektor von McLaren war. Im Anschluss war er als Berater für den Formel-1-Grand-Prix von Frankreich tätig.
"Ich gehe diese Aufgabe mit großem Enthusiasmus, Entschlossenheit, aber auch mit Respekt und einem starken Verantwortungsbewusstsein an, um diese Meisterschaften noch attraktiver zu gestalten", so Boullier.
"Zusammen mit der FIA und unseren Partnern wollen wir jeden Lauf zu einem Spektakel für die Fans weltweit machen. Das Ziel steht fest: WRC und ERC sollen als globale Topmarken etabliert werden und nachhaltiges Wachstum generieren - im Einklang mit den aktuellen technologischen und ökologischen Herausforderungen."
Maßgeblich eingefädelt wurde die neue Vereinbarung von Malcolm Wilson. Der stellvertretende FIA-Sportpräsident ist als langjähriger Chef von M-Sport wie kaum ein anderer Akteur in der Rallyeszene vernetzt.
"Von Anfang an lag unser Fokus darauf, einen Partner zu finden, der das riesige Potenzial der WRC erkennt und gleichzeitig ihren Charakter, ihre Historie und die Verantwortung für ihre Zukunft versteht", so Wilson. "Cosmobilis und Park Square Capital teilen diese Ambition. Mit dem neuen WRC27-Reglement vor der Tür und dem neuen FIA-Wachstumsfonds bietet sich eine reale Chance, die Serie zu stärken und das weltweite Publikum zu vergrößern."



















