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Neues Auto für WRC-Regeln 2027? M-Sport hat sich noch nicht festgelegt, ob man für 2027 ein neues Auto baut
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Neues Auto für WRC-Regeln 2027? M-Sport Ford hat noch nicht entschieden

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden, welchen Weg man für das WRC-Reglement 2027 einschlägt - "Wir schauen uns im Moment wirklich alle Optionen an - alles"

Der Automobil-Weltverband FIA hat im Dezember die finalen Details des neuen technischen Reglements für die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) verabschiedet, das zur Saison 2027 in Kraft tritt. Die bisherigen Rally1-Autos wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Die neuen Fahrzeuge werden nach einer Kostenobergrenze von 345.000 Euro gebaut, leisten etwa 300 PS und nutzen ein Spaceframe-Chassis sowie Komponenten aus der Rally2-Kategorie. Die neuen Autos sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren eingesetzt werden können.

Um sicherzustellen, dass die höchste Klasse der Rallye-WM 2027 stark besetzt ist, werden die neuen WRC27-Fahrzeuge neben den Rally2-Fahrzeugen in der Spitzenklasse antreten, was den Herstellern und Teams mehr Flexibilität bietet.

Toyota ist derzeit der einzige bekannte Hersteller, der an einem WRC27-Fahrzeug arbeitet. Hyundai erklärte hingegen, "der Zug für ein komplett neues Auto sei abgefahren". Ob Hyundai weiterhin mit einem Werksteam in der Rallye-WM antreten wird, ist unklar.

Offen ist auch noch, in welcher Form sich M-Sport Ford in Zukunft in der WRC engagieren wird. "Wir schauen uns im Moment wirklich alle Optionen an - alles", sagt Matthew Wilson gegenüber Motorsport-Total.com. "Ob wir ein neues Auto bauen, wie wir es machen."

"Wir haben ja gerade ein Update für unseren aktuellen Rally2 fertiggestellt, von dem wir wissen, dass er noch eine Weile halten muss, also treiben wir die Entwicklung da weiter voran, was gut ist. Ich denke, wir haben da einen guten Schritt gemacht."

Matthew Wilson, Sohn von M-Sport-Chef Malcolm Wilson, kümmert sich verstärkt um das Dakar-Programm, ist aber weiterhin tief mit der Rallye-WM verwurzelt. Deshalb sagt er bezüglich WRC-Zukunft: "Wir befassen uns auf jeden Fall intensiv mit den neuen Regularien."

"Wir tun im Moment alles, was wir können, um alles klarer zu sehen, aber wir haben uns noch nicht endgültig entschieden, in welche Richtung wir gehen. In der WRC tut sich derzeit sehr viel, und ich denke, in den nächsten zwei oder drei Monaten wird sich einiges klären."

"So schwer es der Sport zuletzt hatte, scheint jetzt doch etwas Licht am Ende des Tunnels zu sein." Das Kerngeschäft von M-Sport ist die Entwicklung von Rallye-Autos, die anschließend auch an Kunden verkauft oder vermietet werden.

Wilson glaubt: Neue Regeln können Tunern helfen

Als 2017 ein neues Reglement in der Rallye-WM eingeführt wurde, wurde dieses Geschäftsmodell für M-Sport deutlich schwieriger. Nur wenige Privatfahrer konnten sich vereinzelte Rallyes in der Topklasse leisten.

Das ab 2027 geltende Reglement könnte einem Unternehmen wie M-Sport erneut mehr Möglichkeiten eröffnen. "Absolut", stimmt Matthew Wilson zu. "Ich denke, der wichtigste Punkt des neuen Reglements ist, dass das Auto an Kunden verkauft und weltweit eingesetzt werden kann."

"Ich glaube, das wird auch dem Sport insgesamt guttun. In der Vergangenheit hat man ja manchmal gesehen, dass ein nationaler Meister aus irgendeinem Land, wenn er in der WRC gestartet ist, plötzlich vorne mitfahren konnte."

"Ich denke, das wird beim nächsten Reglement entscheidend sein. Nicht nur, dass es einfacher und kosteneffizienter wird, auch wegen der Preisobergrenzen, sondern es wird auch bedeuten, dass die Veranstaltungen selbst profitieren, weil diese Fahrer ihr Auto ständig bewegen."

"Sie können dann einfach bei der WRC mitfahren. Ich denke, das wird den Sport wirklich verändern." Denn noch bis in die späten 1990er-Jahre war es möglich, dass Gaststarter bei Heimrallyes mit ihrem eigenen Rallye-Auto die Topstars herausfordern konnten.

M-Sport wickelt mittlerweile den Ford-Werkseinsatz bei der Rallye Dakar ab. Acht Autos waren in Saudi-Arabien im Einsatz, einige davon bei Kunden. Beispielsweise konnte Martin Prokop bei drei Tagesetappen auf das Podium fahren.

Für die Zukunft hofft Matthew Wilson, dass bei der Dakar noch weitere Kunden-Autos zum Einsatz kommen: "Das ist im Grunde die Vision. Wenn man sieht, wie viele Autos Toyota in der Vergangenheit im Einsatz hatte und wie sehr ihnen das geholfen hat, die Dakar zu gewinnen - Stärke liegt in der Anzahl. Je mehr Autos wir ins Feld bringen können, desto besser."

Motorsport-Total.com

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