Nächster WRC-Einstieg | 29.04.2026
RMC-Team baut Rallye-Auto für 2027
Die WRC bekommt weiteren Zuwachs: RMC Motorsport plant ein eigenes Auto für die Topklasse ab 2027 - mit Unterstützung aus Spanien
Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) darf sich über weiteren Zulauf freuen. Als zweiter privater Tuner hat RMC Motorsport offiziell Pläne angekündigt, ein Fahrzeug für die höchste Kategorie der Weltmeisterschaft zu entwickeln. Das erfahrene spanische Team wird in Zusammenarbeit mit dem spanischen Automobilverband (RFEDA) ein Auto nach dem neuen WRC27-Reglement konstruieren. Die Bekanntgabe des Projekts erfolgte am Rande der Kanaren-Rallye am vergangenen Wochenende.
RMC wurde im Jahr 2004 von Roberto Mendez gegründet und verfügt über fast zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Fahrzeugen der Gruppe N5. Das in Villablino im Norden Spaniens ansässige Unternehmen wird das neue Fahrzeug eigenständig entwerfen, fertigen und weiterentwickeln. Gemäß den Regularien ist RMC dazu verpflichtet, mindestens zehn dieser WRC27-Fahrzeuge zu bauen und diese auch zum Verkauf an andere private Teams anzubieten.
"Dieses Projekt stellt den professionellen Höhepunkt der Reise von RMC dar", erklärt Teamchef Mendez. "Mit der umfangreichen Erfahrung, die wir beim Bau von N5-Fahrzeugen gesammelt haben, die auf mehreren Kontinenten im Einsatz sind, gehen wir nun mit großem Enthusiasmus an die Möglichkeit heran, das neue FIA 2027 Rally1-Auto zu entwickeln. Die Unterstützung der RFEDA unter der Leitung von Manuel Avino ist der Schlüssel zum Erfolg des Projekts. Wir arbeiten intensiv und werden bald detailliertere technische Informationen über das neue Auto bekannt geben können."
Historische Unterstützung durch den spanischen Verband
Mit diesem Engagement wird die RFEDA zum ersten FIA-Mitgliedsclub, der den Einstieg eines Konstrukteurs in die WRC aktiv unterstützt. Ziel ist es unter anderem, spanischen Talenten einen klareren Weg an die Weltspitze des Rallyesports zu ebnen. Avino, FIA-Vizepräsident für Sport in Europa und Präsident des spanischen Verbandes, sieht darin eine große Chance für den Standort Spanien.
"Wir konnten uns die von der FIA angebotene Gelegenheit nicht entgehen lassen, Tuner wie RMC in die Herstellung von 2027er-Autos einzubeziehen", sagt Avino. "Diese Vereinbarung mit RMC erfüllt auch mehrere Ziele, die ich mir zu Beginn meiner Amtszeit bei der RFEDA gesetzt habe. Als Präsident erfüllt es mich mit großem Stolz, Teil eines Projekts zu sein, das zweifellos die Qualität und Anerkennung der spanischen Motorsportindustrie stärken wird, während es gleichzeitig als Referenz und Inspiration für unsere Fahrer in ihrer sportlichen Karriere dient."
RMC folgt damit dem belgischen Team Project Rally One als zweiter privater Anbieter. Auf Herstellerseite hat bisher nur Toyota Pläne für ein WRC27-Auto bestätigt. Ab der kommenden Saison werden diese Fahrzeuge gemeinsam mit den aktuellen Rally2-Autos in der Top-Klasse der WRC antreten.
Auch von Seiten der FIA gibt es Lob für die spanische Initiative. Malcolm Wilson, stellvertretender FIA-Präsident für Sport, erklärt dazu: "Das von der RFEDA und RMC geleitete Projekt ist ein weiteres ermutigendes Zeichen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft."
"Unter der Leitung von FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem hat die FIA hart daran gearbeitet, ein Regelpaket zu verabschieden, das es unabhängigen Projekten wie diesem ermöglicht, unter gleichen Bedingungen gegen Herstellern anzutreten. Es ist lohnend zu sehen, dass diese Arbeit neue Teilnehmer für die Meisterschaft anzieht."
Wilson betont zudem die Einzigartigkeit der Kooperation: "Was dieses Projekt besonders bemerkenswert macht, ist die Tatsache, dass es von einem FIA-Mitgliedsclub unterstützt wird, was ein Novum für die Weltmeisterschaft ist und ein klares Zeichen für das Vertrauen der Verbände in die Richtung ist, die die WRC einschlägt."



















