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Rallye-WM: Hintergrund
Foto: Toyota Racing

Wie die FIA künftig in den Rallyesport investieren will

Der Automobil-Weltverband FIA will deutlich mehr Geld in die Rallye-WM (WRC) und den Nachwuchs investieren: Talentprogramm "FIA Rally Star" könnte zurückkehren

Die Rallye-WM (WRC) und der Breitensport stehen vor einer umfassenden Finanzspritze durch den Automobil-Weltverband FIA: Nach der Übernahme der WRC Promoter GmbH durch die französische Cosmobilis-Gruppe sowie Park Square Capital und dem Abschluss eines neuen Rechtevertrags soll mehr Geld fließen.

FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem bezeichnete die Vereinbarung gegenüber Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, sogar als "Deal des Jahrhunderts", denn "es gibt keinen anderen Deal mit der FIA, der so gut ist wie dieser."

"Die Verträge, die vor meiner Zeit geschlossen wurden, waren schlechte Geschäfte. Das sage ich ganz offen", ergänzt bin Sulayem. "Was haben wir von der Formel 1 bekommen? Wissen Sie, wie viel für die FIA dabei herauskam? Null - und keinerlei Mitspracherecht."

"So funktioniert es nicht mehr. Also haben wir nachgebessert. Wir haben die Vereinbarung zur Formel E verbessert." Im vergangenen Jahr hatte der FIA-Präsident bereits versprochen, dass die aus dem Verkauf der kommerziellen WRC-Rechte erzielten Einnahmen direkt wieder in den Rallyesport investiert würden.

FIA-Präsident: "Es geht nicht nur ums Geld"

"Der Rallyesport ist enorm wichtig", betont der frühere Rallye-Pilot. "Es geht nicht nur ums Geld. Es geht darum, als Einheit mit dem Promoter zusammenzuarbeiten, Mittel in den Sport zurückzuführen, ihn trotz aller Herausforderungen deutlich zu verbessern und auf die Teams, die Fahrer, die Fans sowie die Medien zu hören."

Neben der direkten Finanzierung von Bereichen der Rallye-WM hat die FIA nun den neuen "FIA Growth Fund" (deutsch: FIA-Wachstumsfonds) ins Leben gerufen. Dieser soll Projekte unterstützen, die junge Fahrer dazu ermutigen, eine Karriere im Rallyesport einzuschlagen.

"Die FIA hat schon immer Zuschüsse gewährt, doch diese waren früher begrenzt, da uns nicht genügend Mittel zur Verfügung standen. Wenn wir über die Ausgestaltung des Fonds sprechen: Es geht nicht einfach nur darum, Leuten Geld zu geben."

"Vielmehr wollen wir junge Fahrer dazu ermutigen, in den Rallyesport einzusteigen und sie dabei unterstützen. Aber seien Sie versichert: Die Mittel aus dem Fonds werden definitiv fließen", stellt der FIA-Präsident klar. "Es gibt dabei zwei Aspekte: Zum einen geht es um die Finanzierung der Meisterschaft selbst."

"Die Meisterschaft braucht eine Finanzspritze. Geht es dabei ums Geld? Nein. Es geht darum, den richtigen Promoter zu haben. Einen Promoter, der uns versteht. Einen Promoter, der Hand in Hand mit uns arbeitet. Und genau das ist der Punkt: Man spürt die Harmonie mit ihnen bereits. Das zeigt sich ganz deutlich an der Körpersprache."

"Um auf die Finanzierung zurückzukommen: Die Mittel sind vorhanden", betont bin Sulayem, ohne weitere Details zu nennen. "Die Details zur Finanzierung werden noch bekannt gegeben; wir arbeiten gerade daran, wie die Gelder eingesetzt werden sollen."

"FIA Rally Star"-Programm vor dem Comeback?

Eine Initiative, die in den kommenden Monaten vor einer Neuauflage stehen könnte, ist das sogenannte "FIA Rally Star"-Programm. Der Weltverband hatte für dieses vierjährige Programm, das 2021 startete und darauf abzielte, einen künftigen WRC-Champion zu entdecken, beträchtliche Mittel bereitgestellt.

Das Programm - eine Idee von Jerome Roussel, dem Verantwortlichen für FIA-Cross-Country- und regionale Rallye-Meisterschaften sowie ehemaligen Kommunikationschef der FFSA - richtete sich an Fahrer im Alter von 17 bis 26 Jahren; mehr als 7.000 Bewerber konkurrierten um sechs Plätze.

Die Initiative bot schließlich die Chance auf begehrte Cockpits in der Junior-WRC und der WRC2. Zwei der "FIA Rally Star"-Piloten haben innerhalb der WRC rasante Fortschritte gemacht: Romet Jurgenson gewann 2024 den Titel in der Junior-WRC und tritt nun für M-Sport-Ford in der WRC2 an.

Ein weiterer Absolvent, Taylor Gill, belegte im vergangenen Jahr den zweiten Platz in der Junior-WRC und feierte in der laufenden Saison bereits Erfolge in der WRC2. Auf die Frage, ob "FIA Rally Star" in Zukunft zurückkehren könnte, ergänzte bin Sulayem: "Oh ja, eine Rückkehr ist möglich."

"Allerdings in einer neuen Form, denn wir brauchen neue Stars", deutete der FIA-Präsident an, dass es Veränderungen geben könnte. "Das Programm war gut, bedarf aber einiger Anpassungen. Es braucht eine etwas andere, eine verbesserte Version."

(Motorsport-Total)

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