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WRC Kroatien: Spätes Drama um Neuville Thierry Neuville hockt enttäuscht neben seinem demolierten Hyundai
Red Bull Content Pool

Neuville nach spätem Drama "am Boden zerstört"

Trotz klarer Führung endet Thierry Neuvilles Rallye in Kroatien im Desaster: Nach dem folgenschweren Patzer erhält der Belgier Rückendeckung von Hyundai

Thierry Neuville hat nach einem folgenschweren Fehler auf der letzten Wertungsprüfung der Rallye Kroatien angekündigt, "stärker zurückzukommen". Der Rallye-Weltmeister von 2024 verpasste durch den Ausrutscher einen möglichen ersten Saisonsieg für Hyundai in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026.

Neuville hatte sich vor der Powerstage am Sonntag einen Vorsprung von mehr als einer Minute erarbeitet und schien damit auf Kurs zum Sieg zu sein. Doch auf der finalen Prüfung schlug er mit der rechten Front seines i20 N ein, was zu erheblichen Schäden führte und ihn letztlich zur Aufgabe zwang. Der Sieg ging dadurch in dramatischer Weise an Toyota-Pilot Takamoto Katsuta.

Neuville zeigte sich nach dem Vorfall tief enttäuscht, betonte jedoch, dass er nicht aufgeben werde: "Zunächst einmal möchte ich mich beim gesamten Team und bei allen Menschen entschuldigen, die das ganze Jahr über mit mir arbeiten. Das ist natürlich eine enorme Enttäuschung für uns."

"Martijn [Wydaeghe, Beifahrer] und ich sind die Ersten, die extrem enttäuscht sind. Wir haben damit nicht gerechnet, aber leider kann die Rallye selbst auf der allerletzten Prüfung noch zuschlagen. Wir sind nach Plan gefahren und das Ziel war es, die letzte Prüfung einfach zu beenden", sagt Neuville.

"Aber leider wurde ich überrascht. Ich bin vermutlich etwas zu früh in die Kurve eingelenkt, bin leicht gerutscht und meine erste Reaktion war es, das Lenkrad zu öffnen. Und dann ist passiert, was passiert ist. Jetzt wird es eine schwierige Zeit, aber wir haben keine andere Wahl, als stärker zurückzukommen. Wir werden weiter kämpfen und nicht aufgeben. Unsere Zeit wird wieder kommen. Es ist eine harte Phase, die wir gerade durchmachen, aber wir kommen zurück", verspricht der Belgier.

Hyundai stellt sich hinter Thierry Neuville

Hyundai-Sportdirektor Andrew Wheatley äußerte sich verständnisvoll gegenüber seinem Fahrer und hob den enormen Druck hervor, unter dem die Piloten stehen: "Wir werden Thierry unterstützen. Ich kann nichts tun, was ihn sich noch schlechter fühlen lässt, als er es ohnehin tut."

"Niemand ist enttäuschter als Thierry. Wir können den Stress und den Druck, unter dem diese Fahrer stehen, kaum nachvollziehen. Eine Minute Vorsprung zu haben ist wahrscheinlich genauso stressig wie fünf Sekunden Rückstand. Wenn man betrachtet, wer mit einer Minute Vorsprung einfach nur ins Ziel kommen müsste, dann wäre Thierry genau die Person, der man das zutrauen würde. Er weiß, wie man das macht. Aber er hat einen Fehler gemacht."

"Ich bin schon sehr lange im Rallyesport dabei. Dieses Team braucht ein solches Ergebnis, denn alle leisten Übermenschliches. Ich bin erst seit sechs Monaten im Team, aber ich kann kaum glauben, wie sehr diese Menschen gewinnen wollen. Jeder im Team wird am Boden zerstört sein", so Wheatley weiter.

Trotz des verpassten Sieges konnte Hyundai zumindest ein Podestergebnis verbuchen. Hayden Paddon belegte im dritten Fahrzeug des Teams Rang drei. "Wir müssen die kleinen Erfolge feiern, und Hayden sowie John [Kennard] auf dem Podium sind ein fantastisches Ergebnis", so Wheatley.

"Wenn man das vor zwölf Monaten gesagt hätte, hätte das wohl niemand für möglich gehalten. Ich war zu 100 Prozent überzeugt, dass er das Tempo für die Top 5 hat."

Katsuta zeigt Mitgefühl mit Neuville

Rallyesieger Takamoto Katsuta zeigte sich nach seinem Erfolg sichtlich überrascht. Mit dem Sieg übernimmt er als erster japanischer Fahrer die Führung in der Gesamtwertung der Rallye-Weltmeisterschaft und liegt nun sieben Punkte vor seinem Teamkollegen Elfyn Evans. Bereits wenige Wochen zuvor hatte Katsuta bei der Safari-Rallye in Kenia seinen ersten WRC-Sieg gefeiert.

Trotz der Freude überwog bei ihm zunächst das Mitgefühl für Neuville: "Viele haben gesagt, dass nach einem Sieg der nächste schnell folgt, aber ich habe das nicht wirklich geglaubt."

"Ich bin ein bisschen überrascht, wie es an diesem Wochenende passiert ist. Vor allem tut es mir sehr leid für Thierry, Martijn und die Hyundai-Jungs, das ist im Moment mein stärkstes Gefühl. Natürlich freue ich mich auch für mein Team, für alle Beteiligten und für meinen Beifahrer Aaron [Johnston]. Ich denke, wir haben an diesem Wochenende einen klugen Job gemacht. Ich habe ähnliche Situationen erlebt, deshalb kann ich seinen Schmerz nachvollziehen."

Motorsport-Total.com

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