TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht | 12.04.2026
Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge
Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.
Marcel Neulinger (Lancia Ypsilon Rally4 HF) und Beifahrer Jakob Ruhsam bleiben das Maß der Dinge in der TEC7 ORM3-Meisterschaft. Mit 13 Fahrzeugen allein aus der Riege der Rally4-Autos war die 2WD-Staatsmeisterschaft so stark besetzt wie selten zuvor, dennoch holte sich Neulinger ungefährdet den dritten Saisonsieg in Folge. Dabei sicherte er sich zwölf von 14 möglichen Bestzeiten inklusive der Extrapunkte auf der Powerstage. „Jeder sagt mir, ich kann es locker angehen – aber das schaffe ich irgendwie nicht“, erzählt BRR-Fahrer Marcel Neulinger. Der Dominator war erleichtert, dass nach dem Unfall im Vorjahr im Lavanttal diesmal alles aufging: „Ich habe zwar weiter gepusht, bin aber trotzdem nicht zu viel Risiko eingegangen. Ich wollte ja unbedingt ins Ziel kommen.“
Für seinen bevorstehenden ERC-Start testete Neulinger abschnittsweise auch die dort verwendeten Hankook-Reifen: „Das hat gut funktioniert und man hat gesehen, dass sich die Kilometer im Auto einfach bezahlt machen.“ Sein Fazit nach drei von sechs ÖM-Läufen in diesem Jahr: „Es war eine nahezu perfekte erste Saisonhälfte. Wir haben immer maximale Punkte geholt und können hoffentlich schon in Weiz im Sommer den Sack zumachen.“
Marcel feierte am Abend in der Wolfsberger Eventhalle nicht nur den bevorstehenden 21. Geburtstag, sondern freute sich auch über die tolle Leistung seines älteren Bruders Nico. Wie bei der Jännerrallye war sein Bruder und Lancia-Markenkollege auf den dritten Rang gefahren. „Beim Zeremonienstart haben wir gesagt, dass wir schon aufs Stockerl wollen – da haben wir aber gar nicht gewusst, dass so viele gute Teams mitfahren …“ Der Rally4-Neuling hielt aber von Anfang an gut mit und kämpfte sich mit Copilot Max Pötscher in die Top 3 nach vor. „Ich bin ja noch Rally4-Neuling und das Podium ist mein bislang größter Erfolg. Wir sitzen wenig im Auto, und ich bin natürlich froh über die Tipps von Marcel, der schon ein Richtwert für mich ist“, bedankte er sich auch bei seinem schnellen Bruder.
Lukas Dirnberger und dessen Copilot Lukas Martinelli (Peugeot 208 Rally4) kamen als Zweite ins Ziel. „Der Abstand nach vorne ist natürlich weiterhin zu groß. Marcel hat derzeit ein super Paket, mit dem wir als Familienteam nicht mithalten können“, so Lukas. Gleich auf den ersten Sonderprüfungen habe er gesehen, dass es mit ganz vorne nichts wird, „somit habe ich mich gleich auf Rang zwei konzentriert. Bei der Reifenwahl sind wir auf Nummer sicher gegangen und meistens richtig gelegen“. Eine SP-Bestzeit gibt Grund zur Hoffnung. Mit den bisherigen Saisonplatzierungen 4., 3. und 2. ist „Luky“ auch der erste Verfolger von Marcel Neulinger in der TEC7 ORM3-Jahreswertung. Bruder Raphael mischte mit neuer Beifahrerin (Sarah Ponzauner) ebenfalls lange um die Podestplätze mit, doch ein Defekt an der Lenkung am Samstag kostete einiges an Zeit.
Der Kärntner Thomas Traußnig (Peugeot 208 Rally4) war ebenfalls mit neuer Copilotin (Bianca Stampfl) am Start. In einem interessanten Schlagabtausch mit Nico Neulinger und Lukas Dirnberger behauptete Traußnig Rang vier bei seiner Heimrallye. „Ich bin diesmal im Unterschied zum Rebenland wieder gut reingekommen. Ein paar Fehler am Samstagvormittag haben mir wahrscheinlich die Chance aufs Podium der TEC7 ORM3 gekostet.“ Hinter Traußnig und R. Dirnberger folgen Max und Ben Maier (Peugeot 208 Rally4) auf Rang sechs vor Dominik Schilcher/Karin Cerny (Peugeot 208 Rally4). Ebenfalls noch in den Top Ten aus österreichischer Sicht: Sandro und Patrick Hasler (9.) im VW Golf TDi sowie Kurt Ruhringer/Benjamin Manz (10.) in einem weiteren Opel Corsa Rally4.
RP-TOOLS Junioren Rallye Staatsmeisterschaft: Traußnig mit Heimpodest
Marcel Neulinger bleibt logischerweise auch in der Junioren-Staatsmeisterschaft ungeschlagen. Lukas Dirnberger blieb hier ebenso sein nächster Verfolger. Thomas Traußnig holte sich Rang drei – kein Wunder, dass der Andrang um den Lokalmatador groß war: „Wir haben Autogrammkarten für die ganze Saison gedruckt, jetzt sind schon alle weg.“
Pech hatte Lukas Wilhelm (Opel Corsa Rally4) mit Copilotin Christina Ettel. Nachdem er die schweren Prüfungen am Freitag gut gemeistert hatte, beschädigte er bei einem leichten Ausritt aufs Bankett am Samstagvormittag den Ölkühler. Wilhelms zweiter ORM3-Auftritt fand damit ein jähes Ende. Nächste Gelegenheit für ein besseres Ergebnis: die ET König Judenburg-Rallye am 12./13. Juni 2026.
















