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ERC: Akropolis-Rallye

Weltuntergangs-Stimmung auf SP1

Schwere Unwetter bei der Akropolis-Rallye: Auf einer verkürzten ersten Sonderprüfung war Kajetanowicz deutlich der schnellste Pilot, Breen fehlen schon 12,2 Sekunden.

Fabian Bonora

„Verrückt, verrückt, verrückt!“, brüllte Fabia S2000-Pilot Antonin Tlustak nach SP1. Die für Sonntag prognostizierten Regenfälle trafen schon früher ein als gedacht. Aufgrund der starken Unwetter wurde die erste Sonderprüfung gleich einmal verkürzt, von 43,41 auf immer noch stattliche 24,33 Kilometer. Dem Zeitplan blieb man dabei treu.

Kajetan Kajetanowicz holte sich dabei auf SP1 eine frühe, deutliche Führung bei der Akropolis-Rallye. Peugeot-Pilot Craig Breen hat bereits 12,2 Sekunden Rückstand.

Alle Piloten fanden ein ähnliches Urteil nach der ersten Sonderprüfung: 'Verrückt', 'überleben' oder sogar 'dumm' waren die am häufigsten verwendeten Wörter. Die Bedingungen waren also extrem schwierig, sogar das Voraus-Auto berichtete von äußerst rutschigen Verhältnissen. Eröffnungs-Fahrer aus der ERC2 David Botka bestätigte: „Strecke ist sehr rutschig, habe eine Böschung vorne rechts erwischt.“ Dabei nützte der Ungar sogar den ersten Startplatz und ist im Moment mit 17,4 Sekunden Rückstand dritter.

Dreifacher, griechischer Staatsmeister Lambros Kirkos verabschiedete sich schon auf der ersten Sonderprüfung und wurde sogar fast dem nachfolgenden Butvilas getroffen: „Der Schlamm ist ganz tief und wir haben fast ein anderes Auto erwischt, es ist unmöglich! Verrückt rutschig.“ Zuschauer halfen dem Lokalmatador wieder zurück auf die Strecke, er verlor dabei gut zwanzig Minuten.

Raul Jeets kommentierte SP1 gleich: „Es ist wie im Zoo, es geht ums Überleben. An einigen Stellen hast du null Grip.“ Peugeot-Pilot Charles Martin stimmte im Ziel zu: „Mit diesem Regen ist es komplett dumm, diese Prüfung. Auf vielleicht fünf Kilometern geht es, es ist schlimm!“

Kajetanowicz-Verfolger Craig Breen hatte ebenfalls eine Schrecksekunde: „Der Horror, ich dachte Consani hätte die Straße blockiert, ich dachte wirklich die Prüfung wäre gestoppt. So, so schwierig, eine der schwierigsten Sonderprüfung, die ich je gefahren bin.“ Dem Iren fehlen aber schon 12,2 Sekunden auf den führenden Kajetanowicz.

„Katjo“ kam mit einem Schlamm-bedeckten Auto ins Ziel: „Es geht definitiv ums Überleben, an einigen Stellen geht es, aber gegen Ende ist es unglaublich. Manchmal fährst du drei km/h und kannst dich nicht bewegen.“ Mit 19:25,3 Minuten war der Pole wieder schnellster Mann.

EM-Dritter Alexey Lukyanuk musste sich sogar den Weg freirammen: „Unglaublich wie verschieden es war. Es war Rally, dann wieder Rallycross und dann sogar Renn-fahren als wir ein Auto überholt haben. Ich hab ihn in einer langsamen Kurve etwas angeschoben.“ Der Weißrusse verpasste aber auf der Zwischenetappe eine Abzweigung und verspätete sich um eine Minute in die Zeitenkontrolle. Der Ford-Pilot ist im Moment vierter mit 19,7 Sekunden Rückstand.

Consani und Magalhaes sind bereits ausgeschieden. Consani warnte dabei nachfolgende Fahrzeuge vor der ultra-rutschigen Stelle und rettete so wahrscheinlich einigen Piloten den Verbleib in der Rallye.

Während die Fahrer sich nun im Service befinden, startet der zweite Teil des ersten Tages um 18:36 mitteleuropäischer Zeit. Es ist die gleiche Sonderprüfung, nur in der Nacht.

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