RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ERC: Estland-Rallye

Sirmacis siegt – Drama um Lukyanuk

Großes Pech für Alexey Lukyanuk: Der Russe verliert auf der vorletzten Prüfung den sicher geglaubten Sieg. Skoda-Pilot Ralfs Sirmacis gewinnt vor Kajetanowicz - Lokalmatador Aus rettet ERC2-Erfolg.

Fotos: ERC, Kajetanowicz-Media

Die herüber gereisten Fans aus Lettland hatten beim sechsten Lauf zur Rallye-Europameisterschaft einiges zu feiern: Ralfs Sirmacis holte sich auf seinem Skoda Fabia R5 seinen zweiten Karrieresieg. Er profitierte dabei vom Pech des lange Zeit führenden Alexey Lukyanuk (Ford), der auf der vorletzten Prüfung ein Rad verlor. Er hatte zu diesem Zeitpunkt 28 Sekunden Vorsprung auf Sirmacis. Kajetan Kajetanowicz (Ford) machte aus einer für ihn schwierigen Rallye das Beste und wurde Zweiter.

Nachdem ihn Sirmacis am Samstag kräftig unter Druck gesetzt hatte, machte Lukyanuk am Sonntagvormittag klar, über wen der Sieg in Estland gehen würde: Der Russe fuhr vier souveräne Bestzeiten auf den Prüfungen elf bis 14 heraus und fühlte sich absolut wohl. "Das sind so schöne Straßen, aber ich gehe kein Risiko mehr ein. Und Ralfs ist ein wirklich guter Fahrer; er gibt mir keine Zeit, mich auszuruhen." In der Tat ließ der Skoda-Pilot nie locker und war meist nur geringfügig langsamer als Lukyanuk.

Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von zeitweise über 130 km/h legten die beiden Asse ein Tempo hin, das niemand mitgehen konnte. Spektakuläre Sprünge im fünften und sechsten Gang waren an der Tagesordnung. Bei der zweiten Durchfahrt der schnellsten Prüfung, Vissi, fiel dann die Entscheidung. Lukyanuk verlor einen Reifen an seinem Ford Fiesta R5 und war draußen. Der Russe war untröstlich.

Sieg ohne wirkliche Freude

"Die Spurstange war den Kräften bei der Landung nach einem Sprung nicht gewachsen und dann habe ich die Kontrolle verloren", klagt der Pechvogel. "Es war wohl einfach Pech, denn wir sind nicht der Straße gerutscht. Wir sind einfach ganz normal gefahren, nicht schneller als gestern." Lukyanuk musste damit auch einen gewaltigen Rückschlag in der Europameisterschaft hinnehmen. Statt zehn Punkte auf Kajetanowicz aufholen, hat er jetzt deren 18 verloren.

Sirmacis konnte sich auch nur halbwegs über seinen Triumph freuen: "Zwei Siege auf dem Konto zu haben fühlt sich schon fantastisch an. Aber ich will den Sieg holen, weil ich gekämpft und eine Herausforderung gemeistert habe und nicht, weil jemand anders ausfällt. Andererseits ist Rallye natürlich auch ein technischer Sport."

Nachdem Lukyanuk aus dem Spiel war, konnte Kajetan Kajetanowicz einen ungefährdeten zweiten Platz nach Hause fahren. Sein ärgster Widersacher, Lokalmatador Rainer Aus, traf mit seinem Gruppe-N-Mitsubishi einen Stein auf der 14. Prüfung und musste von da an langsamer machen. Mit dem zweiten Platz hat er nun einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung getan, da Sirmacis keine Rolle im Titelkampf spielt. "Es tut mir wirklich leid für Alexej", sagt der Pole, der seinerseits eine Rallye voller Probleme erlebte, aber es eben auf einem guten Platz ins Ziel brachte.

Lokalmatadoren gewinnen kleine Klassen

Auf dem dritten Gesamtrang lief Rainer Aus ein, der den wunden Mitsubishi Lancer Evo IX ins Ziel trug und so die ERC2-Wertung gewann. Bis zum Schluss war nicht klar, ob er es ins Ziel schaffen würde, doch er schleppte sich über die letzten beiden Prüfungen und hielt sich vor seinem Landsmann Raul Jeets (Skoda). Dieser witterte noch einmal Morgenluft, musste sich letztlich aber doch mit Rang vier zufriedengeben. Die ERC3-Wertung gewann Miko-Ove Niinemae auf einem Peugeot 208 R2 mit 39,8 Sekunden Vorsprung auf Opel-Junior Marijan Griebel.

Endstand nach 16 Sonderprüfungen (Top10):

1. Ralfs Sirmacis (Skoda) - 1:44:16.2 Stunden
2. Kajetan Kajetanowicz (Ford) +1:34.5 Minuten
3. Rainer Aus (Mitsubishi) +3:44.8 (1. ERC2)
4. Raul Jeets (Skoda) +4:03.4
5. Jaroslaw Koltun (Ford) +5:02.3
6. Lukasz Habaj (Ford) +8:07.6
7. Miko-Ove Niinemae (Peugeot) +10:36.0 (1. ERC3)
8. Alexander Michailow (Mitsubishi) +11:00.3
9. Marijan Griebel (Opel) +11:15.8 (2. ERC3)
10. Chris Ingram (Opel) +11:20.5 (3. ERC3)

News aus anderen Motorline-Channels:

ERC: Estland-Rallye

Weitere Artikel:

M-Sport: Neuer Look, neues Duo

M-Sport präsentiert den Puma Rally1

M-Sport startet mit neuem Look in die WRC-Saison 2026 - Der Ford Puma Rally1 zeigt frische Farben und ein irisches Fahrerduo - In Monte Carlo geht es los

"Motivation, es zu versuchen"

Ogier greift nach zehntem WRC-Titel

Wird Sebastien Ogier ernsthaft um seinen zehnten Titel in der Rallye-WM kämpfen? Vor Beginn der "Monte" rechnet der Toyota-Fahrer mit herausfordernder Saison

Motorräder: Irres Dakar-Finale

Brabec verliert Sieg - Benavides triumphiert

Dakar-Thriller bis zur Ziellinie - Ricky Brabec verliert nach einem Navigationsfehler den sicher geglaubten Sieg - Luciano Benavides jubelt mit minimalem Vorsprung

Neues Auto für WRC-Regeln 2027?

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden, welchen Weg man für das WRC-Reglement 2027 einschlägt - "Wir schauen uns im Moment wirklich alle Optionen an - alles"

WRC Monte-Carlo: Nach SP3

Solberg führt bei Eis, Schnee und Nebel

Bei extrem tückischen Bedingungen auf der ersten Etappe der "Monte" behält Toyota-Neuzugang Oliver Solberg trotz "hundert Beinahe-Abflügen" kühlen Kopf. Keferböck/Minor auf Platz 19 der RC2 liegend bei den WRC Masters in Führung.