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Herbst-Rallye: Bericht Gruber
Rainer Binder

Trautes Heim – Glück allein?

Als wahrer Master of Desaster hatte Martin Gruber schon Einiges an Bewährungsproben hinter sich. Diesmal aber war es schlicht unmöglich, die Rallye zu beenden.

Stress mit der Technik vor und während des Wettbewerbes machten die Herbstrallye für Martin Gruber und Lisa Holzmüller zu einer echten mentalen Kraftprobe. Den Schlusspunkt setzte ein Schaden an der Hinterachse. Und das gerade auf jener Prüfung, die direkt an Martins Wohnort vorbeiführte.

Es war noch gar nicht losgegangen, da begann das Rallye-Wochenende schon mit Kummer und Sorgen: Das Lada-Triebwerk – sonst die Zuverlässigkeit in Person – lief abwechselnd auf zwei, mal korrekt auf vier, dann wieder auf drei Zylindern. Hier hatte das Waldviertler Team noch das Glück auf seiner Seite, denn rechtzeitig vor dem Start lief der Motor nach ein paar kleineren Eingriffen wieder einwandfrei.

Sodann legten Martin Gruber und Lisa Holzmüller auf Schönfeld – Brunn I los. Für Martin, der mit den Abläufen einer Rallye bereits vertraut ist, war es Business as usual, für Lisa der Einstieg in einen neuen sportlichen Lebensabschnitt. Aber sie hatte sich von Anfang an auffallend gut in ihre neue Aufgabe eingelebt.

Aufgrund eines am Ende der zweiten Prüfung (Lexnitz – Hohenwarth I) alsbald auftretenden Schadens an der Auspuffdichtung wurde es im Innenraum des Lada unangenehm laut, zudem sorgten eindringende Abgase für dicke Luft. Auch nicht gerade hilfreich für das sicher am schwächsten motorisierte Team des Historic Rallye-Cups.

Immerhin konnte die schadhafte Stelle zunächst provisorisch und später, im Mittagsservice, nachhaltig gründlich behoben werden. Es standen sodann die klassischen Heim-Prüfungen von Martin auf dem Programm, was die Stimmung stark aufhellte. Grund genug, mit erhöhter Motivation in den Rallye-Nachmittag zu starten.

Leider traten vor dem Start der fünften Prüfung Brunn – Pfaffenschlag I – dem „Gruber-Country“ schlechthin, erneut Leiden auf: Die SP musste für eine etwas längere Zeit unterbrochen werden, sodass die Bremsen und der Motor abgekühlt waren, bevor es endgültig los ging. Dennoch gelang erstmals eine Zeit im Mittelfeld des HRC, womit es auch möglich war, endlich vom letzten Platz in dieser Wertung wegzukommen. In der gleichen Gangart ging es auf der folgenden sechsten Prüfung weiter. Das Attackieren auf der Rallyepiste hatte Martin keinesfalls verlernt.

Doch auf dem Weg zum nächsten Service zeichnete sich allmählich das Ende der Vorstellung ab: Martin hatte ein Geräusch vernommen, hinter dem er ein kaputtgehendes Kardanwellenlager vermutete. Im Service wurde lediglich festgestellt, daß der Auspuff am „Rutschblech“ anstehen würde. Danach war erst einmal Ruhe.

Doch die war trügerisch: Martin hatte gerade wieder vollen Einsatz gezeigt und auch einen etwas langsameren Mitbewerber überholt, da gab es bei der Rundkurs-Ausfahrt ein lautes Knacken an der Hinterachse. Sicherheitshalber wurde das Auto abgestellt, und das gerade etwa 200 Meter vor Martins Wohnhaus.

Dennoch fällt das Resümee zur Herbstrallye des Jahrganges 2021 nicht ausschließlich negativ aus. Das Team hatte zusammengearbeitet, so gut es konnte, mit etwas mehr Glück hätte sicher Einiges an guten Ergebnissen herausschauen können. Und Lisa Holzmüller hatte sich als neue Copilotin bestens bewährt – und zudem einiges an prickelnden Erlebnissen genießen können.

Bis zum Jahresende bleibt noch Zeit, um den Lada wieder in Form zu bringen und dabei gleich einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Denn Martin hat den Start bei der Szilveszter-Rallye in Ungarn geplant, wo er schon einmal eine gute Figur abgegeben hat. Außerdem: Man muss jede Gelegenheit nützen, um in Schwung zu bleiben…

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