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Toyota staunt über Rovanperäs Kroatien-Comeback Kalle Rovanperä feiert den Sieg bei der Rallye Kroatien 2022
Motorsport Images

"Er ist ein Wunderkind": Toyota staunt über Rovanperäs Kroatien-Comeback

Kalle Rovanperä holt sich bei der Rallye Kroatien den schon verloren geglaubten Sieg zurück und ist für seinen Teamchef nun "der Mann, den es zu schlagen gilt"

Die Rallye Kroatien 2022 wird vielleicht als die Veranstaltung in die Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eingehen, bei dem das Rallye-Talent Kalle Rovanperä sein Meisterstück abgelegt hat. Der erst 21-jährige Finne zeigte am Sonntag Nervenstärke und holte sich bei der Powerstage von Hyundai-Pilot Ott Tänak einen Sieg zurück, den nicht nur er längst verloren geglaubt hatte.

Und brachte damit seinen Teamchef Jari-Matti Latvala regelrecht ins Schwärmen. "Er ist ein Wunderkind", sagt der frühere Weltklasse-Pilot der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Das war eine tolle Vorstellung."

"Ich hätte nicht gedacht, dass er die Prüfung und die Rallye gewinnen kann. Auf dem Papier hatte Tänak die bessern Reifen, wir waren uns sicher, dass er gewinnen wird. Keine Ahnung, wo er dieses Tempo hergeholt hat. Mir fehlen die Worte, um diese Fahrt zu beschreiben", so Latalva.

Rovanperä dominert von Beginn an

Bei nassen und schwierigen Bedingungen hatte Rovanperä, der nach seinem Sieg bei der Rallye Schweden als WM-Führender die Wertungsprüfungen eröffnen durfte, die Rallye Kroatien von Beginn an dominiert. Auch von einem Reifenschaden, der ihn am Samstag bei der elften WP 54 Sekunden kostete, ließ sich der junge Finne nicht aufhalten.

Vor den beiden letzten Wertungsprüfungen hatte er 28,4 Sekunden Vorsprung auf Tänak, der Sieg schien Formsache zu sein. Doch dann zog Tänak einen Trumpf in Form weicher Trockenreifen, und nachdem sich ein heftiger Regenschauer über den Straßen der vorletzten WP ergoss, schien der Poker des Hyundai-Piloten aufzugehen.

Tänak fuhr auf den weicheren Pneus fast eine halbe Minute schneller als Rovanperä und hatte plötzlich 1,4 Sekunden Vorsprung auf den Finnen. Und schien auch für die Powerstage mit den weichen Reifen klar im Vorteil zu sein.

"Man darf nie aufgeben"

"Ich wusste, dass Ott die weichen Reifen hatte, und als ich die Bilder von der Powerstage sah, wie schmutzig es war, da war ich mir recht sicher, dass es schwierig sein würde ihn zu schlagen", sagt Rovanperä. Doch anstatt mit Blick auf die eigene WM-Führung und den schwachen Saisonstart von Tänak Platz zwei abzusichern, griff Rovanperä in der Powerstage an.

"Ich habe dann aber entschieden, es trotzdem zu versuchen, denn man darf nie aufgeben", sagt der Finne. Und diese Einstellung wurde belohnt. Trotz der vermeintlich schlechteren Reifen fuhr Rovanperä 5,6 Sekunden schneller als Tänak und holte sich damit nicht nur den Sieg bei der Rallye, sondern gewann auch die Powerstage und nahm damit die Maximalpunktzahl von 30 mit.

"Das war sicherlich eines der härtesten Wochenende", sagt Rovanperä. "Die Bedingungen waren wirklich schwierig, jeder hatte Probleme. Wir hatten gestern den Reifenschaden und haben heute aufgrund der Reifenwahl eine Menge Zeit verloren. Aber bis zur letzten Kurve Vollgas zu fahren und dann zu gewinnen, war schön."

Für Teamchef Latvala zeigt die Nervenstärke seines Schützlings, "dass er ein echter Anwärter auf die Rallye-WM ist. Er ist so schnell gereift und schon in diesem Jahr der Mann, den es in der Meisterschaft zu schlagen gilt. Als ich in seinem Alter war, fuhr niemand auf diesem Niveau." In der WM-Wertung hat Rovanperä nach drei von 13 Rallyes schon 29 Punkte und damit mehr als einen Sieg Vorsprung auf Hyundai-Pilot Thierry Neuville.

Motorsport-Total.com

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