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"Es ist ein Alptraum": So trifft die Logistik-Krise die WRC WRC-Autos von Hyundai im Servicepark
Hyundai Motorsport

"Es ist ein Alptraum": So trifft die Logistik-Krise die WRC

Deutlich längere Lieferzeiten und explodierende Kosten: Die aktuelle Nachschub-Krise trifft das WRC-Team von Hyundai hart - Künftig mehr eigene Produktion

Die Auswirkungen der in Folge der COVID-19-Pandemie gestörten weltweiten Warenströme treffen auch das Hyundai-Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). "Ich würde sagen, es ist ein Alptraum", sagt der stellvertretende Teamchef Julien Moncet der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'.

"Es [der Mangel an wichtigen Materialien] ist wirklich schwierig, es hat nicht nur Auswirkungen auf den Motorsport, sondern auf die gesamte Wirtschaft. Teile, die wir früher in ein paar Tagen oder Wochen bekommen konnten, brauchen jetzt ein paar Monate und in manchen Fällen sogar noch länger, bis sie eintreffen", beschreibt Moncet die Situation.

Nicht nur die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Ausfälle haben die weltweiten Warenströme ins Stocken gebracht. Auch der Brexit setzt dem Motorsport zu, da viele Lieferanten in Großbritannien beheimatet sind. Hinzu kommen die deutlich gestiegenen Energiepreise in Folge des Ukraine-Kriegs.

Teilweise mehr als sechs Monate Lieferzeit

"Allen Lieferanten fehlt es an Rohstoffen. Auch die Kosten sind regelrecht explodiert, was uns das Leben sehr erschwert, da wir unsere gesamte Lieferkette überprüfen müssen", sagt Moncet. "Wir arbeiten zum Beispiel bereits an Teilen für das nächste Jahr, die sechs Monate im Voraus geliefert werden müssen, denn im Moment beträgt die Lieferzeit für einige Teile sechs Monate."

"Das ist völlig verrückt. Das hat unsere Entwicklungskapazitäten stark verändert. Wir müssen sicherstellen, dass wir genug [Teile] für die Produktion und die für Rallyes haben. Ich kann Ihnen sagen, das ist nicht einfach", klagt der stellvertretende Teamchef.

Die aktuelle Krise verlangt von Hyundai eine Änderung der Strategie. Mehr als bisher will die im fränkischen Alzenau beheimatete Motorsport-Abteilung des südkorenaischen Herstellers zukünftig Teile selbst herstellen, um so unabhängiger von externen Lieferanten zu werden.

Künftig mehr Teile aus eigener Produktion

"Ich denke, Toyota hat viel mehr interne Kapazitäten als wir", fügt Moncet hinzu. "Ich denke, das ist gut für sie. Wenn man die Teile nicht von externen Zulieferern bekommen kann, muss man einen anderen Weg finden, und ein Weg ist, unsere internen Kapazitäten zu erhöhen."

Allerdings sei dies ein Prozess, der die Nachschub-Probleme erst mittel- bis langfristig lösen kann. "Daran arbeiten wir, aber man braucht die Werkzeuge, die Leute und den Platz, das können wir nicht in zwei Wochen schaffen", so Moncet.

Motorsport-Total.com

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