RALLYE

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Herbstrallye: Bericht Hulak
Christian Koller

Führung ade, Rad weg – oh weh!

Auch wenn es nach seinen eigenen Erfahrungen der schwierigste Rallye-Einsatz war, den Andreas Hulak bislang im Waldviertel erlebt hatte, schien es vor allem ab der zweiten Hälfte der Rallye sehr gut für ihn und seine Copilotin Jennifer Hofstädter zu laufen. Sie hatten gerade die Führung bei den Historischen erobert, da schlug einmal mehr der Technik-Teufel gnadenlos zu: Eine Halbachse riss aus ihrer Verankerung, der Escort stand augenblicklich still. Ende schlecht – aber trotzdem: nicht alles schlecht.

Es waren Witterungs- und Fahr-Verhältnisse, wie man sie von den wildesten Zeiten der Semperit-Rallye in Erinnerung hatte. Überhaupt erinnerte Vieles an den legendären Rallye-Klassiker, der das Waldviertel zum einst beliebtesten Ausflugsziel für Rallye-Begeisterte gemacht hatte, und zwar österreichweit. Das Teilnehmer-Aufgebot war mit 86 gestarteten Wagen top, der Besucher-Andrang war es ebenso.

Auch für das neu formierte Escort-Team Andreas Hulak und Jennifer Hofstädter ging es um sehr viel Ehre, trotz des Vorsatzes, im Interesse einer sicheren Zielankunft im Zweifelsfall eher die gemütlichere Gangart zu wählen. Mit der Gemütlichkeit war es angesichts des vor allem in den Vormittagsstunden vorherrschenden anhaltenden Nebels ohnehin schnell vorbei, zudem waren die Fahrbahnen so nass, dass sehr viel gedriftet wurde und dabei viel Schmutz auf die Strecke gelangt war. Vor allem der Rundkurs am Beginn der Prüfung Brunn – Pfaffenschlag war in dieser Hinsicht sehr exponiert. Wahrlich keine idealen Bedingungen, um mit einem heckgetriebenen alten Wagen gegen die häufig vierradgetriebene, moderne Konkurrenz einen ordentlichen Stich zu machen.

Aber es blieb ja immer noch die Möglichkeit, sich bei den Historischen zu profilieren – zunächst einmal. Hier gaben zu Beginn Sohn und Vater Schindelegger den Ton an, bevor ihr Escort nach der zweiten Prüfung einem technischen Gebrechen zum Opfer fiel. Danach galt es, die Porsche-Konkurrenz von Michael und Elisabeth Putz so gut als möglich abzuwehren. Bis nach der vierten Prüfung war es Andreas Hulak und Jennifer Hofstädter noch erfolgreich gelungen, vorne zu bleiben. Zu Beginn der etwas nördlicher gelegenen Nachmittags-Prüfungen setzte sich dann aber das Porsche-Team durch. Danach, auf der sechsten Prüfung (Niederedlitz – Münchreith I), ließ Andreas Hulak noch einmal seine unverändert präsente Wettkampfstärke aufblitzen, die ihm in der Vergangenheit zu so vielen Achtungserfolgen bei verschiedenen Bewerben verholfen hat. Fazit: Das Team Hulak/Hofstädter führte die Wertung der Historischen an.

Das aber eben nur so lange, bis auf der siebenten Prüfung, die über Lexnitz – Hohenwarth führte, sich ein Flansch an einer Halbachse gelöst hatte und der Ford Escort RS 2000 mit nur noch drei Rädern liegengeblieben war. Es hätte sonst ein sehr versöhnlicher Saisonausklang werden können. Durchaus.

Aber nicht nur aufgrund des ermutigenden Wettbewerbsverlaufes war die Herbstrallye 2022 aus Sicht des Teams Hulak ein Highlight. Auch der Rallye Gemeinschaft Waldviertel und ihren Kooperationspartnern gebührt als Veranstalterteam höchste Anerkennung für den sehr gut gelungenen Wettbewerbs-Event. Zudem waren die überdurchschnittlich vielen Fans am Streckenrand, die auch dem Team Hulak zugejubelt haben, in atmosphärischer Hinsicht ein starkes Statement. Andy Hulak dazu: „Zeitweise bin ich mir vorgekommen, wie ein Superstar!“ Und fügt ergänzend hinzu: „Auch auf unserem Serviceplatz waren extrem viele Leute, die extrem begeistert waren von meiner Fahrweise. Das hat mich wirklich extrem gefreut.“

Ganz zu Ende ist die diesjährige Motorsport-Saison für Andy Hulak noch nicht: Beim inzwischen auch schon traditionellen Race of Austrian Champions am Rallycross-Kurs von Greinbach am 6. November soll endgültig die Einstimmung auf bessere Zeiten erfolgen, zudem gilt eine Einladung des Ring-Hausherrn Erich Petrakovits als große Ehre. Wie auch immer: Ans Aufgeben denkt im Team Hulak niemand, der schönste Erfolg ist der nächste – immer noch.

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