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Rallye-WM: Interview

„Zuckelpassagen“ finden Befürworter

Der Rallyeleiter des britischen WM-Laufs spricht sich dafür aus, in der Rallye-WM Schikanen durch Zonen mit Tempolimit zu ersetzen.

Seit einem gefährlichen Zwischenfall bei der Australien-Rallye stehen die in der Rallye-WM bei vielen Läufen zur Erreichung der zulässigen Durchschnittsgeschwindigkeit verwendeten Schikanen aus Strohballen oder sonstigen Hindernissen in der Kritik. Analog wächst die Zahl jener, die stattdessen "virtuelle Schikanen", i.e. Zonen mit einem vorgegebenen Tempolimit, befürworten.

"Ich war über den Widerstand dagegen überrascht", sagte Iain Campbell, Leiter der Wales Rally GB. "Wir könnten das ganz einfach einführen, indem wir Schilder am Straßenrand aufstellen, die die Crews bis zur Zone mit der Geschwindigkeitsbegrenzung herunterzählen. In dieser Zone müssen sie dann mit einer festgelegten Geschwindigkeit fahren und könnten anschließend wieder beschleunigen; dann müssten nicht mehr Schikanen aus zwei Tonnen schweren Strohballen bauen."

Dies wäre laut Campbell auch für die Organisatoren der Rallyes eine spürbare Arbeitserleichterung. Allerdings seien virtuelle Schikanen nicht überall geeignet. Gerade bei Zuschauerprüfungen käme man um tatsächliche Hindernisse nicht herum. "Da braucht man die Bewegung des Autos um die Schikane. Das ist Teil des Spektakels, aber irgendwo oben auf einem Hügel würde dieses System perfekt funktionieren und die Geschwindigkeit reduzieren. Es wäre toll, wenn man diese Technik einmal ausprobieren könnte", so Campbell.

Bei der Australien-Rallye war ein Traktor während der laufenden Sonderprüfung auf die Strecke gefahren, um den verschobenen Strohballen einer Schikane wieder richtig zu platzieren. Andreas Mikkelsen im Hyundai i20 WRC hatte eine Kollision mit dem Traktor knapp vermeiden können, verunfallte davon abgelenkt aber kurze Zeit später.

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