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Rallye-WM: News

Nationale Rallyes statt Testfahrten?

Wenn WM-Piloten mit ihren WRCs bei nationalen Läufen starten, sollten diese nach Ansicht von Citroën als Testfahrten gezählt werden.

Citroën fordert eine Regeländerung betreffs Testfahrten in der Rallye-WM. Die Franzosen stören sich daran, dass Konkurrenten mit WM-Fahrern und aktuellen World Rally Cars bei nationalen Rallyes antreten. Nach Ansicht von Citroën-Teamchef Pierre Budar werden damit die in der Weltmeisterschaft geltenden Testbeschränkungen unterlaufen. "Was momentan passiert, ist meiner Meinung nach nicht fair. Damit umgeht man die Testbeschränkungen der FIA. Wir haben beantragt, dass es als Testfahrt angesehen wird, wenn ein Prioritätsfahrer für einen Hersteller eine nationale Rallye bestreitet", so Budar.

Aktueller Anlass für die Forderung von Citroën war der Start von Sébastien Loeb in einem Hyundai i20 WRC am vergangenen Wochenende bei der Rallye Vosges Grand Est, einem Lauf zur französischen Meisterschaft in Loebs Heimatregion Elsass, den er mit 3:44,1 Minuten Vorsprung überlegen gewinnen konnte. Dieser fand auf ähnlichen Straßen wie die Deutschland-Rallye statt, die Ende August auf dem WM-Kalender steht.

Auch für Toyota haben Testfahrer Juho Hänninen und die japanische Nachwuchshoffnung Takamoto Katsuta im Yaris WRC bereits nationale Rallyes in Finnland bestritten. "Wenn es ein Herrenfahrer oder ein Nachwuchspilot ist, liegt die Sache anders, aber wenn es ein P1-Fahrer ist, dann ist es ein Test", sagte Budar. Das sieht man bei der betroffenen Konkurrenz jedoch anders. "Was machen wir, wenn ein Auto bei einer [WM-]Rallye ausfällt und dann wieder zurückkehrt? Ist das auch ein Test? Für mich sind Testfahrten und Rallyes zwei Paar Schuhe", sagte Toyota-Sportdirektor Kaj Lindström.

Dass die Teams eine solche Lücke im Reglement nutzen, kommt für den Finnen nicht überraschend: "Wenn man die Testtage reduziert, passiert sowas. Man streicht Tage, und die Teams nutzen diesen Rallyes." Für 2019 ist die Anzahl der erlaubten Testtage pro Hersteller von 55 auf 42 pro Saison reduziert worden. "Wenn das ein Problem ist, lasst uns die Anzahl der Tage erhöhen", so Lindström.

Auch Hyundai-Teamchef Andrea Adamo kann die Klagen seines Kollegen Budar nicht nachvollziehen: "Es geht nicht darum, ob ich das verstehe oder nicht, aber es kümmert mich nicht. Es gibt Regeln, und die nutzen wir aus. Pierre ist ein netter Kerl und guter Mann, aber manchmal muss er verstehen, dass es Regeln gibt, die bestimmte Dinge erlauben. Ich versuche hier das Beste aus dem geltenden Reglement zu machen. Wenn etwas erlaubt ist, darf man sich nicht beschweren."

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