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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Ein Unglück kommt selten allein

Wer glaubt, die Castrol Rallye wäre für das Team Kramer bis zum Ausfall in SP 10 problemlos verlaufen, irrt gewaltig…

In einem etwas anderen Bericht beschreibt das Duo Alfred Kramer/Siegmund Sappl den Verlauf der Castrol-Rallye. Es ist leicht ersichtlich, dass die Heimrallye von Beginn an unter keinem guten Stern stand.

Freitag:

SP 1
Der Motor läuft heiß – Öltemperatur 148°, Wassertemperatur 116°. Der Grund dafür bleibt unklar, dennoch 2. Platz gesamt.

SP2
Ab Pisweg nur mehr 0,2 bar (statt 1,8 bar) Ladedruck, die Turbodichtung hat ihren Geist aufgegeben. Im Service wird die Turbodichtung getauscht, die Schrauben vom Turbo erneuert. Hektik im Service, aufs Tanken wird vergessen.

SP3
Vor Beginn der SP 3 muss an einer Tankstelle getankt werden – das Team steht unter Zeitdruck, man kommt gerade noch rechtzeitig zur SP – auf der folgt dann ein Dreher, trotzdem reicht es zur SP-Bestzeit und Gesamtführung! Das Risiko mit Slicks zu starten machte sich bezahlt.

SP4
Die Reifen passen nicht mehr optimal (Slicks), Rückfall auf den 2.Platz gesamt.

Samstag:

Am Samstag springt das Auto im Parc Ferme nicht mehr an – Fahrer und Co-Pilot müssen den Mitsubishi bergan schieben (mit Hilfe von Offiziellen, was die Konkurrenz zu einem – abgelehnten – Protest veranlasst…). Es stellt sich heraus, dass der Starter defekt ist, das Auto darf bis zum Startertausch nicht mehr abgestellt werden. Im Service wird zusätzlich die Scheibe rechts vorne durch Plexiglas ersetzt, sie ging schon auf SP 1 durch einen eingeklappten Seitenspiegel kaputt.

SP5
Probleme bei der Zeitkontrolle (falsche Zeit eingetragen – fast 5 Minuten Strafzeit kassiert), dennoch die Führung zurückerobert!

SP6
Ab der 2. Runde am Rundkurs wird wieder die Turbodichtung kaputt (0,2 bar Ladedruck…), die Führung wird trotzdem verteidigt! Wieder die gleiche Prozedur wie am ersten Tag, die Turbodichtung wird im Service getauscht.

SP7
Das Auto läuft nur mehr mit Vollgas – Teilgas fahren ist nicht mehr möglich.

SP8
Das Problem aus SP 7 setzt sich fort, es kommt zum Rückfall auf Platz 3, nur 11 Sekunden hinter dem Führenden. Danach wieder „Vollgas“ im Service: Die Turbodichtung wird wieder getauscht, ebenso der Starter, die Kerzen und die Drosselklappe – alles innerhalb von nur 20 Minuten, gerade mal sechs Sekunden kommt das Team zu spät aus dem Service, dafür fasst man 10 Strafsekunden aus.

SP 9
Das Auto läuft perfekt, der Rückstand beträgt durch Strafzeit 21 Sekunden.

SP 10
Auf der SP Glantschach-Eggen geht nach acht Kilometern plötzlich der Motor aus - Verdacht auf Fehler bei der Benzinversorgung. Das vorzeitige Ende der Rallye für Alfred Kramer/Siegmund Sappl.

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