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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Ein Wochenende zum Vergessen

Manfred Pfeiffenberger musste bei der Bosch-Rallye nach massiven Bremsproblemen vorzeitig aufgeben, die Enttäuschung war riesengroß.

So hatte sich das Seat-Duo Manfred Pfeiffenberger/Martin Sztachovics-Tomasini den vierten Lauf zur österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft nicht vorgestellt. Schon bevor das Team die erste Prüfung absolviert hatte, gab es große Probleme: Die extra bestellten Bremsbeläge wurden zuerst falsch, dann gar nicht geliefert – nur durch Zufall konnten die dringend notwendigen Beläge aufgetrieben werden, andernfalls hätte man gar nicht starten können…

Doch schon bald nach dem Start der Bosch-Rallye im steirischen Wechselland wurde klar, dass es vielleicht besser gewesen wäre, gar nicht erst anzutreten. Ab der ersten Sonderprüfung bereiteten die Bremsen größte Schwierigkeiten. Manfred Pfeiffenberger: „Es war von Anfang an nichts zu machen. Wir haben einfach keinen Grip aufbauen können. Aber noch viel schlimmer war, dass die Bremsen wenig bis gar nicht gearbeitet haben.“ Richtiggehend gefährlich wurde es ab der dritten Sonderprüfung: Von da an ging auf jeder SP eine Bremsscheibe kaputt. Dabei hatte das Seat-Team noch Glück im Unglück: Gerade bei einer High-Speed-Veranstaltung wie der Wechselland-Rallye gehören defekte Bremsen bzw. explodierende Bremsscheiben zur absoluten Horror-Vorstellung jedes Rallye-Piloten…

Als absolutes „Highlight“ des verkorksten Wochenendes erlebten Pfeiffenberger und sein Co-Pilot auf SP 4 dann auch noch eine „Begegnung der dritten Art“, wie Martin Sztachovics-Tomasini erzählt: „Wir fuhren auf der vierten Prüfung über eine R5voll über Kuppe, mit gut und gerne 130 km/h – und auf einmal kommt uns an der linken Straßenseite ein Privat-PKW entgegen. Als er uns gesehen hat, ist er noch weiter über das Bankett hinausgefahren und hat sich über den Abhang hinunter überschlagen. So etwas hab’ ich überhaupt noch nie gesehen…“

Nach vier kaputten Bremsscheiben (das Stück zu 1.200,- Euro…) und etlichen haarigen Situationen fand das Betreuerteam von BRR im Schluss-Service des ersten Tages die Ursache für die Probleme: Das Radlager-Gehäuse hatte sich verschoben, dabei eine Bremsscheibe nach der anderen an den Bremssattel gedrückt und zerstört. Da die nötigen Spezialteile für einen Austausch der großen Bremsanlage nicht vorrätig waren, entschloss sich das Team, mit den kleinen Serienbremsen zu fahren, die normalerweise nur für Winterrallyes gedacht sind. Nach SP 8 hatte Manfred Pfeiffenberger von diesem Rallye-Wochenende endgültig genug: „Es reicht mir. Mit den kleinen Bremsen auf dieser Rallye zu fahren, wo du permanent im Begrenzer unterwegs bist, ist nicht nur sinnlos, sondern auch ungemein gefährlich. Ich riskiere sicher nicht mein Leben für ein paar Punkte…“, so ein schwer enttäuschter und deprimierter Manfred Pfeiffenberger kurz nach der Aufgabe. Besonders bitter war der Ausfall deshalb, weil die restliche Technik am Seat Ibiza PD TDi wie immer perfekt funktionierte…

„Natürlich sind wir alle enttäuscht“, so der Salzburger Rallyepilot abschließend. „Wir waren bei der Pyhrn-Rallye ja schon wieder einigermaßen dabei, der dritte Platz hat uns Auftrieb gegeben. Und jetzt das. Wir haben viele Punkte im Hinblick auf die Dieselmeisterschaft verloren. Aber aufgegeben wird ein Brief! Bei der Castrol-Rallye werden wir wieder voll angreifen!“

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