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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Ist die Katze aus dem Haus...

Ernst Haneder will sich in Kärnten viele Punkte holen – schließlich ist Meisterschafts-Konkurrent Hermann Gaßner dieses mal nicht dabei.

Die gute Nachricht aus der Sicht des Teams Haneder: Ernst ist in der Gruppe-N-Meisterschaft der Rallye-ÖM der beste Österreicher in der Wertung. Die schlechte Nachricht: Es gibt jemanden, der in der Meisterschaft vor ihm liegt, und zwar sehr weit vor ihm. Die Rede ist – wie könnte es anders sein – von Hermann Gaßner. Sein Vorsprung gegenüber Ernst Haneder beträgt 13 Punkte, was konkret bedeutet, dass Gaßner selbst bei einem Sieg von Haneder bei der Castrol-Rallye vorne bleibt, auch dann, wenn er keine Punkte holt.

Ernst Haneder und Daniela Weissengruber haben bei der Kärntner Veranstaltung, die heuer zum zehnten Mal stattfindet, allerdings die Möglichkeit, ihren Rückstand auf die Führenden Gaßner/Thannhäuser fast auf Null zu reduzieren, denn Hermann Gaßner zieht einen Start in Deutschland einer Teilnahme bei der Castrol-Rallye vor. Damit könnte auch die Ausgangsposition um den Titelkampf wieder spannend werden. Für die Rallye ist sowieso Spannung zu erwarten, denn ohne die ordnende Hand des Meisters aus Bayern wird ein wildes Gerangel der Buben aus Österreich um den Sieg einsetzen, und keiner wird gern nachgeben wollen. Es wird also vermutlich zu einer sehr heftigen Auseinandersetzung kommen, an der sich auch einige ausländische Mitstreiter beteiligen könnten, wie etwa der Slowene Tomas Kaucic, der mit seinem Subaru bei der erst wenige Wochen zurückliegenden Bosch-Rallye eine hervorragende Leistung geboten hat.

Die Möglichkeit, dass Ernst Haneder bei der Castrol-Rallye 2005 seinen ersten Gruppe-N-Sieg seiner Karriere holt, ist in jedem Fall gegeben. Die Strecke liegt ihm sehr, bereits im Vorjahr ist er, damals noch mit seinem alten Evo III, Fünfter in der N-Wertung geworden, wobei ein Reifenschaden zusätzlich einen Platz gekostet hatte. Maximales Tempo ist also angesagt, denn seine Gegner werden es ihm sicher nicht leicht machen. Besonders acht geben wird Ernst Haneder auf Willi Stengg müssen, der zuletzt bei der Wechselland-Rallye recht energisch ans Werk gegangen ist und sogar einen Sieg vor Hermann Gaßner holen konnte. Stengg ist auch in der Meisterschaft mit nur fünf Punkten Rückstand der bestplatzierte Fahrer hinter Haneder, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Steirer die gesamte Saison fährt und damit erst recht ein harter Konkurrent für Haneder werden könnte, wird umso höher, je erfolgreicher er die Castrol-Rallye beenden wird.

Bei den anderen Gruppengegnern ist die Gefahr etwas weniger krass, selbst Martin Zellhofer, als Vorjahresmeister eigentlich einer der großen Favoriten, liegt mit 12 Punkten Abstand schon relativ weit hinter Ernst Haneder. Trotzdem wird der Kampf gegen ihn genauso mit Härte zu führen sein wie gegen den Rest der Verfolgertruppe, zu der unter anderem noch Toto Wolff, Christian Lippitsch, Kris Rosenberger, Franz Wittmann Junior und Walter Kovar gehören. Denn wenn es gilt, möglichst viele Punkte zu holen, um sich gegen Hermann Gaßner noch Meisterschaftschancen zu sichern, könnten auch sie das Zünglein an der Waage sein.

Welcher Schluss ist daraus zu ziehen? Angriff ist die beste Verteidigung. Das und nichts Anderes.

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