RALLYE

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Neuerliche Nullnummer

Michael Böhm musste einen weiteren Ausfall hinnehmen, die Titelverteidigung wird nicht leicht, zudem äußert man Unmut über das Reglement.

Nachdem der Fiat Stilo von Michael Böhm erst einen Tag vor der Bosch Rallye fertig geworden ist blieb kaum zeit ausgiebige Tests zu absolvieren. Trotzdem war das Team um Christian Böhm zuversichtlich, hatte man doch unendlich viel Geld, Zeit und Arbeit in den Neuaufbau des Fiat gesteckt.

Die „Heimrallye“ von Michael Böhm sollte nach dem Unfall bei der Lavanttal-Rallye eine Möglichkeit sein, wertvolle Punkte aufzuholen. Entsprechend motiviert und mit neuer Copilotin Nina Irina Wassnig – Günther Schmirl ist noch immer durch eine Schulterverletzung außer Gefecht – gingen die beiden ans Werk.

Bei strömendem Regen spielte Michael seine Routine aus und matchte sich von Beginn an mit dem wesentlich stärkeren Erdgasauto von Hannes Danzinger. Nach drei Sonderprüfungen, SP 3 gewannen Böhm/Wassnig mit 2,9 Sekunden vor Danzinger, lag der Wahlsteirer im Fiat Stilo nur mehr 0,6 Sekunden hinter Danzinger, 15 Sekunden vor Fischerlehner und 16 vor Kogler.

Da die vierte SP abegsagt wurde, war das auch das Endergebnis des ersten Tages. Böhm zweiter bei den „Alternativen“ wie es nun heißt und fünfzehnter Platz gesamt.

„Ich hab nicht gedacht, dass wir so nahe an Hannes rankommen, aber für Samstag hab ich noch Reserven, denn wir sind noch nicht ans Limit gegangen", war Michael Böhm für Samstag voller Zuversicht. Fiat-Pilot Patrick Breiteneder ging es sehr vorsichtig an – es war seine erste Regenrallye- und rangierte auf Platz Neun, Markus Jaitz im DeWalt Stilo auf Platz Acht.

Der Samstag Morgen begrüßte die Teilnehmer wieder mit Regen, wobei man zwischen den Regenwolken bereits den blauen Himmel erkennen konnte. Hoch motiviert verließen Böhm/Wassnig den Serviceplatz um sich in Richtung SP fünf aufzumachen. Inmitten der Sonderprüfung, nach einem Linksabzweig begann der Motor des Stilos mit einem Mal zu schlagen.

Michael Böhm reduzierte das Tempo und fuhr die SP langsam zu Ende. Trotzdem reichte es noch - 19 Sekunden Rückstand auf Danzinger, 15 auf Fischerlehner und sechs auf Stigler – für den dritten Rang in der Dieselklasse.

„Wir haben vielleicht 30 Sekunden durch den Defekt eingebüßt und konnten die abgerissnen Getriebeaufhängung auf der Etappe nicht reparieren. Die Gefahr Getriebe und Motor in der nächsten SP zu beschädigen, war einfach zu groß."

"Schade, denn ich war gut drauf und hab mich schon auf eine sportliche Auseinandersetzung mit Hannes und seinen Teamkollegen gefreut. Jetzt heißt es die Aufhängungen zu verstärken und den Stilo für die Ostarrichi-Rallye perfekt vorbereiten, dann wird es wieder spannend", erklärte ein sichtlich enttäuschter Michel Böhm in der Servicezone.

„Diese Saison ist für unser Team nicht gerade positiv. Wir haben nach der vierten Rallye bereits unsere drei Streichresultate verbraucht und müssen nun auf Ankommen fahren und zugleich angreifen, wollen wir noch Chancen auf den Titel haben."

"Vom Technischen und Fahrerischen könnte es funktionieren, denn Michael ist besonders in solchen Situationen stark. Wenn allerdings die Technik einen Streich spielt, können wir nichts machen", ist Teamchef Christian Böhm trotzdem positiv eingestellt.

De Walt Pilot Markus Jaitz kam am Samstag immer besser zurecht und platzierte sich am Ende der Rallye auf Platz Fünf der Dieselwertung. FIAT Austria Racing „Youngster“ Patrick Breiteneder kam ab Mittag, auf trockener Straße, auch in Schwung, klagte jedoch über Motorprobleme und Leistungsverlust. Trotzdem reichte es noch für den siebenten Platz.

Sollte bei der nächsten Veranstaltung mit Start in Linz sollte das Glück auf seiten des Fiat Teams stehen, dann ist Michael Böhm ein Spitzenplatz zuzutrauen, auch wenn mit Beppo Harrach ein weiterer, noch stärkerer Gegner in der Alternativklasse an den Start geht.

Böhm ist mit dem Reglement nicht einverstanden: "Dieselklasse ist eins, Gas und Allradantrieb etwas anderes. Die Klasse "Alternativ" wird eine kurze Zukunft haben, wenn dort Bezinautos mit Turbolader und Allradantrieb fahren dürfen, denn wer investiert in ein Dieselfahrzeug, wenn man in der selben Wertung mit Benzinern startet, die anstelle Benzin halt Gas verbrennen und zudem noch einen Allradantrieb haben dürfen?"

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