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Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

Herausforderung des Jahres

Mit bereits zwei Siegen bei den Historischen in diesem Jahr hat Sepp Pointinger bewiesen, daß ihn noch längst keine Ermüdungserscheinungen quälen.

Im Gegenteil, man hat beinahe den Eindruck, als ginge es jetzt erst so richtig los, sodaß die letzten 33 Jahre, in denen Pointinger durchaus oft sehr dynamisch in Erscheinung getreten ist, erst das Aufwärmen gewesen sind. Die Art, wie er bei den beiden letzten ÖM-Rallyes das Feld der Historischen angeführt hat, spricht jedenfalls sehr für sein sportliches Format.

Beeindruckend war vor allem die Art, wie er sich zuletzt bei der Bosche-Rallye in Szene gesetzt hat und zumeist bei den Historischen an der Spitze lag, trotz starker Konkurrenz, insbesondere seitens der Porsche-Fahrer. Vor allem das Duell mit Gernot Zeiringer, in dem er einen ernstzunehmenden Konkurrenten gefunden hatte, war von großer Spannung getragen, mit sehr viel Können und ein wenig Glück, sprich: dem Pech von Zeiringer (Dreher durch ein mißglücktes Überholmanöver u. ä.) war es Sepp Pointinger wieder einmal gelungen, eine Rallye als Sieger zu beenden. Ein großer Erfolg auch für Ehefrau Gertrude, die ihre Qualitäten auf dem Beifahrersitz zeigt.

Kaum sind die Reifenspuren über Pinggau und Greinbach verraucht, drängt schon wieder der nächste Veranstaltungstermin, und zufällig ist dies ein aus Sicht der Historischen besonders bedeutender. Man muß ziemlich fest davon ausgehen, daß bei der Ostarrichi-Rallye die Wettbewerbssituation eine völlig andere sein wird als bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye oder der Bosch-Rallye. Dafür spricht ein ganz offensichtliches Faktum, und das heißt „FIA European Historic Sporting Rally“, was nichts Anderes ist als die Europameisterschaft für historische Rallye-Fahrzeuge. Und längst ist bekannt, daß dort genauso beherzt geglüht wird wie bei den Historischen in der ÖM, oft sogar noch ein wenig mehr.

Damit dürfte sich Sepp Pointinger so vielen starken Gegnern gegenübersehen, wie es bisher bei einer Rallye in Österreich kaum jemals der Fall war. Vor allem aus Italien haben einige Teilnehmer genannt, denen man großes Siegerpotential nachsagen kann, aber auch aus Schweden und Deutschland, wobei besonders die Porsche-Fahrer hervorragende Chancen haben sollten. Das ist aber noch lange nicht alles, worauf sich Sepp Pointinger in Sachen Gegnerschaft einstellen wird müssen. Erleichternd sollte sich zwar auswirken, daß Gernot Zeiringer mit dem Porsche und Alois Nothdurfter mit dem Ford Cortina diesmal abwesend sein werden und daß Kris Rosenberger zu den Kitcars gewechselt ist, erschwerend kommt jedoch hinzu, daß diesmal auch Ernst Harrach (Porsche), Bernd Rothensteiner (Ford Escort I) und Niki Glisic Junior am Start sein werden, und von diesen dreien ist absolut jeder für Höchstleistungen gut.

Aber das ist Sepp Pointinger auch, und so bleibt zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit gewahrt, daß er unter den Historischen einer der schnellsten österreichischen Teilnehmer sein wird. Etwas ungewisser wird der Stand gegen die internationalen Mitbewerber sein, aber Überraschungen hat es bei den Historischen ja schon oft gegeben.

Da Wolfgang Nölscher den Wunsch geäußert hat, Sepp Pointinger bei diesem Abenteuer im Ford Escort RS 2000 zu begleiten (er kommt aus Traun und hat damit gewissermaßen auch so etwas wie „Heimvorteil“), wird Ehefrau Gertrude dieses Mal pausieren müssen. Ein Ausnahmefall – bei der Castrol-Pölstal-Rallye wird wieder die gewohnte Besetzung antreten.

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