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BP Ultimate Rallye: Bericht Heitzer

Harter Job

Es haben alle gewußt, daß es schwer werden würde, aber Erwin Heitzer hat trotzdem Kampfgeist gezeigt.

Eine schnelle Rallye, Verhältnisse, unter denen eher der brutale als der voraussehende Fahrstil gefragt ist, ein Auto, das zu den ältesten Nicht-Historischen zählt – da darf man auch über den letzten Platz nicht deprimiert sein. Dabeisein ist alles, und ankommen muß man auch erst einmal. Es gibt genügend, dies nicht geschafft haben.

Die sportliche Ausgangsposition war soweit klar: Vorne in der Klasse (Gruppe N bis 2.000 cm³, hierzulande auch N3 genannt) würden die Zeitenjäger der Fiesta-Trophy den Ton angeben, dahinter würde eben der „Rest“ sein Bestes geben. So war es auch, im Wesentlichen, nur Franz Schulz (Peugeot 306) konnte sich anfangs inmitten der Fiesta-Favoritenschar positionieren. Aber nicht lang. Erwin Heitzer hatte hier von Beginn an keine Chance, zu lahm waren die Pferde seines betagten SEAT Ibiza. Und um so energisch zu peitschen wie der jugendliche Martin Kalteis mit dem gleichen Auto, der sogar Franz Schulz überholen konnte, dazu brachte der auf Zuverlässigkeit bedachte Erwin Heitzer, der im Zweifelsfall stets auf der sicheren Seite steht, nicht die erforderliche Brutalität auf.

Das heißt aber nicht, daß der Steirer, einer der ältesten Teilnehmer im Feld, nicht auch Kampfgeist gezeigt hätte. Und ganz am Beginn, auf der Super Stage im Magna Racino, gelang es ihm sogar, schneller zu sein als der verwegene Martin Kalteis. Er war auch beide Male schneller als das Opel-Kitcar von Gerhard Dworak und setzte sich beim zweiten Mal gegen Kurt Adam mit dem Gruppe A-SEAT durch. Also ein ganz erfreulicher Beginn.

Dann aber ging es auf die Wechselland-Prüfungen, wo es in einem ganz anderen Stil abging als im Magna Racino: Asphalt statt Schotter, überwiegend Vollgas anstatt Taktik, High-Speed anstatt Geschicklichkeitsprüfung. Keine Frage, PS-Unterschiede wirkten sich hier aus, der Mut zum Wahnsinn, voll stehen zu lassen, ebenfalls. Und so ging es langsam, aber unaufhaltsam nach hinten. Weil es ohnehin wenig Sinn hatte, sich mit leistungsmäßig klar im Vorteil befindlichen Fahrzeugen anzulegen, beschränkte sich Erwin Heitzer auf eine betont „Mechaniker-schonende“ Fahrweise und nützte die Rallye als Fahrtraining, ohne größere sportliche Ambitionen. Die Burschen hätten schon angepackt, wenn es nötig gewesen wäre, aber wozu unnötig etwas kaputtmachen, wenn es ohnehin mehr oder weniger sinnlos ist? Außerdem sollen mit dem Auto in diesem Jahr noch zwei Rallyes gefahren werden.

Damit ist ein entscheidendes Stichwort gefallen: Erwin Heitzer und Ferdinand Bschaiden, die hier wieder einmal eine nicht ganz unproblematische Rallye beendet haben, werden in dieser Besetzung auch bei der Steiermark-Rallye mit Start und Ziel in Admont ins Rennen gehen. Und wenn nichts dazwischen kommt, dann soll Sohn Arni bei der Herbst-Rallye mit dem Auto vom Papa ein wenig ins Geschehen eingreifen. Damit er in Übung bleibt, bis es bei ihm wieder richtig losgeht, und das wird sicher irgendwann wieder kommen.

Die Rallye-Saison 2006 ist für die Familie Heitzer also noch lange nicht zu Ende.

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