RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

Schlittenfahrt mit M-Power

Lokalmatador Niki Glisic brennt bereits darauf, seinen BMW im wilden Drifts durch das verschneite Mühlviertel zu jagen.

Normalerweise kommt Nikolaus zwar um einen Monat früher, aber wenn man nicht nur Nikolaus, sondern auch Glisic heißt, dann pflegen die Feste ein wenig anders zu fallen. Nichtsdestoweniger ist die Freude bei den Kindern groß, wenn er kommt, auch bei den „großen“ Kindern.

Denn Niki Glisic gilt als einer der großen Entertainer im österreichischen Rallyesport: Vor zwei Jahren noch völlig unbekannt, wurde er schnell vielen als großer Meister des kunstvollen Driftens ein Begriff. Bereits bei der IQ-Jännerrallye 2004, damals noch außer Konkurrenz fahrend, ließ er großes Talent erkennen.

Die ersten Erfolgserlebnisse bei den Rallyes ließen nicht lange auf sich warten, wobei vor allem der 5. Platz in der Gruppe H bei der Mühlviertel-Rallye 2005, zugleich ein 14. Gesamtrang, hervorzuheben wäre.

Bei der IQ-Jännerrallye müssen die Erwartungen naturgemäß etwas niedriger angesetzt werden, denn das Auto, ein BMW M3, bringt seine volle Leistung nur auf griffigem Asphalt. Verhältnisse, mit denen man vor allem bei der IQ-Jännerrallye 2006 kaum wird rechnen dürfen – als Regelfall wird eher eine satte Schneefahrbahn vermutet, eventuell noch unterbrochen durch Abschnitte mit tückischem Matsch.

Also eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was einem Wagen mit Frontmotor und Heckantrieb zu einer exzellenten Performance verhelfen könnte.

Von Winterdepression ist dennoch keine Spur, im Gegenteil, Niki ist froh, seinen BMW wieder einmal zu Hause ausführen zu können, und gerade der mißglückte Startversuch bei der OMV-Waldviertel-Rallye, wo der Motor schon beim Shakedown verreckt ist, hat die Lust, endlich wieder einmal auf den Tisch zu hauen, noch ein wenig größer gemacht.

Die Zeiten sind Nebensache, müssen sie wohl auch; aber bei 9400 Umdrehungen durch das Seitenfenster die Außenwelt zu betrachten hat auch etwas an sich. Bei der IQ-Jännerrallye lohnt alleine schon der Spaßfaktor.

In Tirol im Orthopädietechnikzentrum Klaus Ludescher wurde auch noch Nikis Prothese erneuert und die Software für das C-Leg optimiert, sodaß eine einwandfreie Paßform und Funktion während der drei Rallye-Tage gewährleistet werden kann.

Just for fun hat Glisic auch noch mal ein paar Kilometer mit Christof Klausner auf Schnee runtergespult. Niki: „Man lernt nie aus, und schon gar nicht von Chrisi. Die Fahrweisen von Allrad- und Heckantrieb sind zwar von Grund auf verschieden, aber unsere Gehirnwellen senden auf der selbem Frequenz, was immer das auch bedeuten mag?!“

Eine Favoritenrolle könnte Niki Glisic, den auch diesmal wieder Alfred Glaser als Beifahrer begleiten wird, eventuell bei den Historischen spielen, bei denen der BMW M3 inzwischen starten darf.

Ansonsten kann man sein Antreten beim sagenumwobenen Rallye-Event im winterlichen Mühlviertel vor allem als eine gelungene Hommage an die Zeit von Sepp Haider ansehen. Der konnte mit seinem Opel Manta 400, der viele Gemeinsamkeiten mit Nikis BMW hatte, vor 21 Jahren noch Platz 4 gesamt schaffen, aber damals war die Anzahl der Allrad-Konkurrenten nicht einmal ein Zehntel gegenüber heute.

Wir werden erinnert werden an die Zeit des großen BMW-Sieges von Franz Wittmann, an die sagenhafte Vorstellung von Achim Warmbold mit dem Annessi-Ascona auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig, oder vielleicht auch an Franz Wurz, der Anfang der Siebziger Jahre mit einem Escort Twincam die Jännerrallye anführte.

Und an viele andere große Namen, die man mit der Jahrzehnte alten Tradition dieser Veranstaltung in Verbindung bringt, ob es nun Georg Fischer, Rauno Aaltonen oder Stig Blomqvist ist. Auch die Gegner von heute tragen große Namen: Kris Rosenberger (Lancia Fulvia) sowie Herbert Grünsteidl (BMW 2002) haben in der Klasse der Historischen genannt.

Es stehen also ganz große Tage für Niki und „Turbo-Fredl“ Alfred Glaser bevor, anstrengende Tage zwar, die viel Durchhalte- und Konzentrationsvermögen verlangen, die aber auch für den Fahrer, der das geschafft hat, eine enorme innere Befriedigung bedeuten. Vor allem, wenn er am Ende von einem treuen Publikum gefeiert wird.

Beim Shakedown am Donnerstag wird übrigens der Sieger des Motorline.cc-Gewinnspiels Paul Haunschmid auf dem heißen Sitz Platz nehmen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

TEC7 ORM Rallye BackStage: Hermann Neubauer

Hermann Neubauer zu Gast im TEC7 ORM Podcast

Nachdem er das spannendste Grande Finale der TEC7 ORM gewinnen und seinen dritten Titel erringen konnte, blickt Hermann Neubauer im TEC7 ORM Rallye BackStage Podcast noch einmal zurück auf seine außergewöhnliche Karriere.

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Baumschlager

Baumschlager siegt in Austrian Rallye Trophy

Mit dem zweiten Gesamtrang und dem Sieg in der Austrian Rallye Trophy verlief die Toyota Keusch Grasl Rallye Horn für Raimund Baumschlager und Thomas Zeltner äußerst erfolgreich.

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Mayer

Neues Geschäftsmodell im Hause Mayer

Die Familie Mayer aus Gießhübl hat ihr Portfolio erweitert: Neben dem Autohaus in Gießhübl und der Landwirtschaft in Kaltenleutgeben wurde nun die Mayer Motorsport S.R.O. ins Leben gerufen.

Voller Erfolg bei der Premiere der neuen Grasl Rallye Horn, der dritten von vier reinen ARC-Rallyes 2026. Den ARC-Sieg feiert wie in Krumbach Rene Kiehtreiber - dahinter landen Bernhard Hengl bei dessen tollem Allrad-Debüt und Gerolf Schuller.

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Friedl

Schreckmoment – Improvisieren gefragt

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten mit dem AUTOFUN - Ford Fiesta Proto mit viel Improvisation wichtige Punkte in der ARC Challenge einfahren.

Die Rallye Saudi-Arabien fliegt aus dem WRC-Kalender 2026 - Weil es keinen Ersatz gibt, hat Elfyn Evans vor dem neuen Finale in Italien bereits eine Hand am WM-Pokal