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ORM: Wechselland-Rallye

Willi Stengg blickt zurück

Willi Stengg jun. blickte mit uns auf seine 20-jährige Motorsportkarriere zurück, in der er alle Höhen und Tiefen des Rennsports erlebte.

Michael Hintermayer
Fotos: Stengg

Willi Stengg jun. ist bei der Wechselland-Rallye mit Arbeit eingedeckt. Als Organisator der Rallye sowie des Opel Corsa OPC-Cups startet er auch nebenbei auf einem Subaru Impreza bei seiner Heimrallye. Grund genug, ihm vor das motorline.cc-Mikrofon zu bitten und seine 20-jährige Motorsportkarriere Revue passieren zu lassen.

Schon Willi Stengg Senior war in den Siebziger und Achtziger Jahren im Motorsport aktiv. Mit einem Opel Ascona 400 fuhr er die Österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft. Vom Rallyevirus infiziert, folgte ihm in den Neunzigern auch sein Sohn in den Motorsport. Schon im Alter von zwölf Jahren saß dieser im Rallye-Ascona seines Vaters. Doch bis zur ersten Rallye sollte es noch ein langer Weg sein.

Für den Einstieg in den Rallyesport müsste der junge Willi Stengg schon etwas leisten meinte sein Vater. Stengg wählte auf Grund des elterlichen Betriebes eine Lehre als Mechaniker, danach machte er eine Lehre zum Bürokaufmann und besuchte eine Managerschule in Deutschland. Die Voraussetzung für den Einstieg in den Motorsport, die ihm sein Vater stellte war die Meisterprüfung, die Willi Stengg nur eine Woche vor seiner ersten Rallye positiv absolvierte.

An seine erste Rallye, die Alpi Orientali 91 wird sich der damals 21 Jährige Stengg ewig erinnern. „Ich hatte die Startnummer 138 und gleich in der ersten Sonderprüfung, die über 25 Kilometer ging überholte ich nach der Reihe die vor mir Gestarteten. Ich fragte im Ziel meinen damaligen Copiloten, ob es denn normal sei, dass man bei einer Rallye so viele Leute überholt. Er meinte, dass das nicht die Regel sei.“ Er konnte die Rallye als 38. Gesamt beenden.

Gleich bei seiner dritten Rallye legte Stengg zum ersten Mal einen Rallyewagen aufs Dach, es sollte nicht das letzte Mal sein. Danach baute Stengg mit seinem Team einen Opel Astra auf, doch nicht nur für Rallyes. Mit dem Fahrzeug absolvierte er auch Einsätze auf der Rundstrecke. Auch hier konnte Willi Stengg punkten und das ausgerechnet bei einem der schwierigsten Rundstreckenrennen, die man sich vorstellen kann. Er gewann mit einem gewissen Herrn Ruben Zeltner die Gruppe N des 24-Stundenrennens am Nürburgring. Da es in der Nacht des 24-Stundenkrimis des Jahres 1992 stark regnete konnten die Österreicher bis auf den 18 Gesamtplatz vorfahren. Als es am Morgen wieder abtrocknete, fielen sie zwar wieder zurück, aber der Sieg war ihnen nicht mehr zu nehmen.

Willi Stengg wird dies als einer der schönsten Siege in seiner langen Motorsportlaufbahn in Erinnerung bleiben. Danach baute er mit seinem Team einen Opel Calibra Turbo 4x4 auf, was sich aber als Reinfall erwies, da das Allrad-Verteilergetriebe bei jeder Rallye nach bereits 120 Kilometern brach.

Im Jahr 1994 wurde durch den Aufstieg von Raimund Baumschlager ein Ford Escort Cosworth frei, doch Stengg lehnte das Angebot zuerst ab, zu dem ihn sein Vater drängte. „Als ich dann zur nächsten Rallye kam und dachte, ich werde mit dem Calibra an den Start gehen, stand plötzlich der Esccort vor mir.“ Beim ersten Einsatz mit dem Ford wurde Stengg gleich Zweiter, so entschloss er sich doch mit dem leistungsstarken Gruppe A-Auto weiter zu fahren.

Im Jahre 1995 krönte er sich sodann zum österreichischen Rallyestaatsmeister auf einem Ford Escort WRC. 1996 und 1998 wurde er vom Pech verfolgt. In beiden Jahren reiste Stengg punktegleich mit Raphael Sperrer zur Entscheidung ins Waldviertel. 96 quittierte der Benzindruckregler auf der vorletzten SP seinen Dienst und 98 warf Stengg seinen Escort in einen Wald. Diese zwei vergebenen Meisterschaften werden ihm als Tiefpunkt seiner Karriere n Erinnerung bleiben.

Danach folgte eine Saison im Subaru Impreza, doch die Fahrt dauerte nicht lange, da Subaru Österreich mitte der Saison Konkurs anmelden musste und Stengg damit in enorme finanzielle Schwierigkeiten geriet.

Doch er gab nicht auf und bekam ein Cockpit bei Volkswagen vorgeschlagen, dass er nach langen Überlegungen auch annahm. Mit den eingefahrenen Preisgeldern konnte er das Loch, das der Subaru in sein Budget gerissen hatte, wieder auffüllen.

Danach hängte er seine Overall an den Haken und versuchte einen langersehnten Traum zu verwirklichen. Einen Cup mit Serienfahrzeugen. Billig sollte es sein, mit standfesten Autos. So wurde der Opel OPC-Cup geboren, der sich sofort etablierte und sich im zweiten Jahr wieder über zahlreichen Zulauf freuen darf. Auch ein Preisgeld wird ausgezahlt, was in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich ist.

Die diesjährige Wechselland-Rallye stellte Stengg erneut auf die Probe. Durch den Absprung des Hauptsponsors Bosch dachte man, die Rallye dieses Jahr nicht durchführen zu können, aber dank der Bemühungen und dem Ideenreichtum von Willi Stengg konnte doch noch ein Paket geschnürt werden um die Veranstaltung durchzuführen. Es wurden Sonderprüfungen eingespart und die Rallye zentralisiert. Außerdem gibtes ein Gewinnspiel und dank vieler Helfer aus der Region konnte auch der fehlende Hauptsponsor ersetzt werden.

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