RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Schneebergland-Rallye Hermann Neubauer Ford Fiesta 2016

Neubauer siegt knapp vor Grössing

Hermann Neubauer gewinnt die Hitzeschlacht im Schneebergland knapp vor dem tapfer kämpfenden Gerwald Grössing. Baumschlager sicherer Dritter.

Fotos: Harald Illmer

Die Rallye startet mit einem Paukenschlag, Gerwald Grössing, der Hausherr im Schneebergland, markiert auf SP 1 die Bestzeit und hält die Konkurrenz über sechs Sekunden auf Distanz.

Dieses war nur der erste Streich, denn der Zweite folgt sogleich: Auf SP 2 wiederholt der Förster das Kunststück und baut seinen Vorsprung auf über zwölf Sekunden aus. Die dritte Bestzeit vor dem Regrouping macht den Hattrick für den Niederösterreicher perfekt.

Der Meisterschaftsführende Neubeuer will den Rückstand aber nicht akzeptieren und packt in SP 4 den Hammer aus. Fast 30 Sekunden nimmt der Salzburger Grössing und dem restlichen Feld mit einer Fabelzeit im Stile Walter Röhrls ab.

Er freut sich als Einziger über die tiefen Spurrillen im losen Untergrund, die den anderen Piloten das Leben schwer machen. Sein Kommentar bei strahlender Miene: „Geil woas!“

Das Schneebergland hinterlässt ebenso tiefe Spuren an den Piloten und ihren Boliden. Gerald Rigler verzeichnet einen glimpflich endenden Mehrfach-Überschlag, bei Gerwald Grössing (Bild links) bricht ein Stabilisator, viele beklagen außerdem die große Hitze in den Fahrzeugen, die die Außentemperatur von über 30 Grad nochmals deutlich übersteigt. Walter Mayer muss gar gesundheitsbedingt die Segel streichen.

Am frühen Nachmittag werden Stimmen aus dem Fahrerlager laut, die Sonderprüfung Berltal sei aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht befahrbar, in der Rallyeleitung wird dies bestätigt, da Rettungsfahrzeuge aufgrund mangelnder Bodenfreiheit nicht mehr einfahren können. Die längste Prüfung muss gestrichen werden, die Rallye wird zum absoluten Sprintbewerb. Bei nur mehr drei ausständigen Sonderprüfungen beträgt die Differenz an der Spitze lediglich knapp über zehn Sekunden, die Hermann Neubauer vor Gerwald Grössing liegt. Ein „finale furioso“ steht bevor. Raimund Baumschlager (Bild oben) liegt zeitlich abgesichert auf dem dritten Rang.

Bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen ist die Rangordnung bereits von der
ersten Sonderprüfung an fixiert. Simon Wagner gewinnt jede Sonderprüfung
vor dem jeweils Zweiten, Michael Böhm.

Am Ende liegt der Citroën DS3 R3 MAX fast eine Minute vor dem nominell schwächeren Opel Adam R2 von Meister Böhm. Dem amtierenden 2WD-Staatsmeister bleibt der überlegene Sieg in dem von drei technischen Defekten gezeichneten Markencup.

Klare Verhältnisse herrschen auch in der Historic Rallye Staatsmeisterschaft. Johannes Huber im Porsche 911 muss nur eine Sonderprüfungsbestzeit abgeben und siegt mit über zwei Minuten Vorsprung vor seinem letzten verbliebenen Konkurrenten, dem Gärtner Oskar Hebenstreit aus Pernitz im Ford Escort RS2000.

Finale furioso

Über die Sonderprüfungen fünf und sechs hinweg liefern sich Neubauer und
Grössing einen gnadenloses Duell vorneweg: Im Sekundenabstand fliegen
die beiden Ford Fiesta WRC Piloten über den Schotter.

Die letzte Sonderprüfung wird als Powerstage gewertet, die Bestzeit bringt zusätzliche Meisterschaftspunkte. Gerwald Grössing schafft es mit viel Mut und Können, diese im eigenen Hof nach Hause zu holen und Neubauer um 2,9 Sekunden auf Platz zwei zu verweisen.

Die Schneebergland-Rallye 2016 gewinnt jedoch Hermann Neubauer. Der 28-jährige Lungauer entscheidet die Dritte von vier bereits absolvierten ORM- Rallyes um nur 8,8 Sekunden für sich und bekräftigt damit deutlich seine Ambitionen auf den Meisterschaftstitel 2016.

Das detaillierte Ergebnis sowie den ÖM-Stand finden Sie im Menü oben rechts

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Schneebergland-Rallye

Weitere Artikel:

Takamoto Katsuta: Hintergrund

Wie der Japaner zum WM-Anwärter wurde

Takamoto Katsuta führt die WRC-Weltmeisterschaft an - Als erster japanischer Fahrer überhaupt - Was sich im Hintergrund zum Positiven verändert hat

TEC7 ORM, Lavanttal: Fotos Tag 2

Die besten Bilder vom Samstag

motorline.cc-Fotograf präsentiert seine besten Bilder vom zweiten Tag der Lavanttal Rallye 2026.

Lavanttal Rallye: Mitropa Rally Cup

Stengg & Kobal gewinnen Mitropa Cup

Roland Stengg gewinnt mit Beifahrerin Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) die Mitropa Rally Cup Wertung. In der Gruppe der historischen Fahrzeuge siegen Alois Nothdurfter/Manfred Cerny auf ihrem Ford Sierra RS Cosworth.

WRC Kroatien: Bericht K4 Rally Team

Tabellenführung im WRC Masters Cup zurückerobert!

Mit einem klaren Sieg im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der WM-Rallye in Kroatien die Tabellenführung zurückerobern. Schon in zwei Wochen soll ein weiterer Masters-Sieg eingefahren werden. Johannes ist top motiviert: „Auf Gran Canaria volle Attacke!“

TEC7 HRM, Lavanttal Rallye: Bericht

Nach Gaubinger-Ausfall folgte der Wagner-Durchmarsch

Kurioser, wechselhafter Freitagnachmittag im Lavanttal. Wie im Rebenland übernahm zunächst Patrik Gaubinger die Führung, nach dessen Ausfall zündete Karl Wagner ein Bestzeitenfeuerwerk. Bei den ORC war Federico Laurencich der einzige im Ziel.

TEC7 ORM2, Lavanttal Rallye: Bericht

Lokalmatador Lichtenegger holt ORM2-Sieg

Am Ende einer angesichts der wechselnden Witterungsbedingungen schwierigen Rallye gab’s den Premieresieg des jungen Kärntner Lokalmatadors Maximilian Lichtenegger, der gemeinsam mit seinem routinierten Copiloten Bernhard Ettel im Renault Clio Rally3 triumphierte.