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ORM: Lavanttal-Rallye

Die Zeichen stehen klar auf Revanche

In der Rallye-ÖM brennen die WRCs auf Revanche gegen den Škoda Fabia R5 von Raimund Baumschlager nach dessen Triumph im Rebenland.

Fotos: Harald Illmer

Insbesondere Titelverteidiger Hermann Neubauer steht schon unter Druck, nachdem er in Leutschach trotz sieben SP-Bestzeiten mit seinem Ford Fiesta WRC nicht ins Ziel gekommen ist. Das Lavanttal steht für den Salzburger unter dem Motto "Neues Spiel, neues Glück", denn, so Neunbauer: "Ich hoffe, dass ich mit dem Ausfall zum Saisonstart mein Pech für das heurige Jahr auch schon aufgebraucht habe."

Vom Glück verfolgt war im ersten Lauf auch Gerwald Grössing nicht. Eine defekte Startautomatik am Ford Fiesta WRC kostete ihn möglicherweise den Sieg, trotzdem konnte er sich über Platz zwei freuen. Im Lavanttal will er natürlich mehr: "Wir sind vom Tempo her im Rebenland alle an unsere Grenzen gegangen. Das war schon echt heftig. In Wolfsberg hoffen wir, die daraus gewonnenen Erkenntnisse noch besser umsetzen zu können." Das tut der Lavanttal-Sieger von 2014 neuerlich mit einer neuen Beifahrerin, obwohl in Leutschach gerade erst die Deutsche Josefine Beinke zum ersten Mal neben ihm gesessen ist. Grössing: "Es war schon vor der Saison ausgemacht, dass 'Josy' bei zwei Rallies – im Lavanttal und im Schneebergland – aus Termingründen nicht dabei sein kann. Da wird sie von Elke Aigner vertreten."

Das dritte WRC bringt der Oberösterreicher Gerhard Aigner im Lavanttal an den Start. Der Vorchdorfer sitzt erst zum zweiten Mal im Ford Fiesta WRC des italienischen GMA Racing Teams: "Ich bin nach der verständlichen Eingewöhnungsphase im Rebenland immer besser damit zurechtgekommen. Ich möchte die ansteigende Lernkurve bestätigen und auch im Lavanttal die eine oder andere Topzeit holen."

An der Spitze des WRC-Verfolgerfeldes aus dem R5-Lager steht natürlich Raimund Baumschlager mit seinem Škoda Fabia R5. Der 13fache Staatsmeister kommt mit dem Selbstvertrauen des Auftaktsiegers. Außerdem hat der Oberösterreicher auch letztes Jahr in Wolfsberg und überhaupt insgesamt neun Mal dort gewonnen. "Der Sieg vor drei Wochen in Leutschach war einer der emotionalsten in meiner Karriere", genießt er seinen Triumph über die World Rally Cars. "Auf die Lavanttal-Rallye freue ich mich jedes Jahr aufs Neue. Man kann eigentlich nicht dankbar genug sein, dass sich mit dem neu gegründeten MSC Lavanttal jemand gefunden hat, der diesen Klassiker mit seinen einmaligen Sonderprüfungen am Leben erhält."

Mit Niki Mayr-Melnhof (Ford Fiesta R5) und Andreas Aigner (Škoda Fabia R5) kämpft ein zwei weitere Fahrer um einen Spitzenplatz. Mayr-Melnhof kam zum Saisonauftakt als hervorragender Dritter auf das Siegespodest. Diesen Platz hätte sich laut seiner gefahrenen Nettozeit aber Aigner geholt, hätte ihn nicht eine regelkonforme fünfminütige Anrechnungszeit wegen einer nicht beendeten Sonderprüfung am ersten Tag um den Lohn seiner guten Arbeit gebracht. Aigner: "Es war wichtig, dass wir trotz Strafzeit am zweiten Tag nochmal gestartet sind. Erstens haben wir im Hinblick auf die Lavanttal-Rallye Vieles ausprobieren können und zweitens mit dem fünften Gesamtplatz noch ein super Ergebnis eingefahren."

Freuen dürfen sich die Fans im Lavanttal vor allem auch auf den Start des Kärntners Günther Lichtenegger. Er bringt zum ersten Mal in Österreich einen von Gaßner Motorsport vorbereiteten Hyundai i20 R5 an den Start. Dieser Bolide ist erst seit September 2016 auf dem Markt, weltweit sind noch nicht einmal 20 Stück davon im Einsatz.

Mit Walter Mayer im Peugeot 208 R5 ist zwar die R5-Armada im Lavanttal komplett, jedoch nicht die Schar der potenziellen Top-10-Piloten. Vor allem der mit kroatischer Lizenz startende Ungar Krisztian Hideg sei erwähnt. Was er mit seinem Mitsubishi Evo IX von Rallye zu Rallye leistet, verblüfft immer wieder. Platz vier im Rebenland ist der aktuellste Beweis seiner Schnelligkeit. Aus österreichischer Sicht greifen der Kärntner Andreas Mörtl (Mitsubishi Evo IX), der Steirer Gunthard Puchleitner (Mitsubishi Evo IX), der Tiroler Hans Peter Haid (Mitsubishi Evo X), der Niederösterreicher Hermann Haslauer (Subaru WRX) sowie die beiden Oberösterreicher Peter Ölsinger (Mitsubishi Evo X) und Robert Zitta (Subaru WRX) an. Aus der Tschechischen Republik kommt Jiri Pertlicek nach Wolfsberg, ebenso wie Hermann Gaßner, der österreichische Stammgast aus Bayern, mit einem Mitsubishi Evo X.

Als Führender und Favorit in der Klasse der zweiradgetriebenen Fahrzeuge kommt der Steirer Daniel Wollinger zur Lavanttal-Rallye; dementsprechend groß ist sein Selbstvertrauen: "Ich habe mit dem Sieg zum Saisonauftakt bewiesen, dass ich mit der Favoritenrolle gut umgehen kann. Zudem habe ich sehr gute Erinnerungen an die Lavanttal-Rallye, denn hier habe ich letztes Jahr meinen allerersten 2WD-Sieg gefeiert." Der Gleisdorfer im Renault Clio R3 wird in Wolfsberg vor allem wieder Druck vom Niederösterreicher Michael Kogler bekommen, der ebenfalls in einem motorisch sehr starken R3-Boliden, einem Citroën C3, sitzt.

Außerdem darf man gespannt sein, wo sich der Amstettner Suzuki-1600-Pilot Christoph Zellhofer nach seinem Motorschaden in Leutschach diesmal einreiht. Nicht weniger interessant sind die Auftritte zweier Lokalmatadore: Der gebürtige St. Veiter Karl-Heinz Leitgeb lenkt wie Wollinger einen Renault Clio R3; ebenfalls aus Kärnten kommt Thomas Kienzer mit einem Suzuzki Ignis Sport.

An der Spitze einer enorm starken Opel-Mannschaft steht der schnelle Oberösterreicher Julian Wagner. Er lenkt wie seine Kollegen Christoph Lieb, Lukas Stengg, Roland Stengg, Luca Waldherr und Gernot Zeiringer einen wieselflinken Adam R2; doch auch Andreas Kainer oder der Salzburger Rene Rieder dürfen nicht unterschätzt werden, obwohl sie diesmal einen leistungsschwächeren Opel Corsa OPC an den Start bringen. Auch dem rasanten Damenteam Viktoria Hojas/Daniela Reiterer werden in Kärnten die Herzen der Fans zufliegen.

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