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Ein wahres Meistertrio an der Spitze

Ein „Trio infernale“ führt die ORM-Tabelle an: Ex-Weltmeister Andi Aigner und Ilka Minor führen nur einen Zähler vor dem regierenden Staatsmeister Hermann Neubauer und dem Rekord-Staatsmeister und Wechselland-Rekordsieger Raimund Baumschlager. Dazu kommen Gerwald Grössing und Niki Mayr-Melnhof – zuletzt bildeten sie alle eine starke Fünfergruppe an der Spitze. Die ORM ist so spannend wie schon lange nicht…

Fotos: Harald Illmer

Spannender hätte die ORM-Saison 2017 bislang nicht verlaufen können. In der Punktetabelle führt ein Trio, bestehend aus den Champions des heimischen Rallyesports. Nachdem der regierende Staatsmeister Hermann Neubauer beim Saisonauftakt einen Ausfall hinnehmen musste, konnte der stark fahrende Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager im Skoda Fabia R5 den Sieg erringen – doch schon im Lavanttal war es genau umgekehrt: Neubauer siegte im Ford Fiesta WRC, Baumschlager lieferte einen seiner seltenen Abflüge und musste seinerseits eine Nullrunde anschreiben.

So führt Österreichs bislang letzter Rallye-Weltmeister, der PWRC-Champion 2008 und Production Cup-Sieger der Rallye-Europameisterschaft 2013, Andreas Aigner mit 29 Punkten in der ORM-Tabelle – allerdings nur einen Zähler vor Neubauer und Baumschlager, die beide jeweils 28 Punkte auf dem Konto haben.

Andi Aigner, der im Rebenland und auch im Lavanttal mit einem vom ungarischen Eurosol Racing Team eingesetzten Skoda Fabia R5 an den Start ging und dort jeweils mit SP-Bestzeiten belegen konnte, dass mit ihm zu rechnen ist, bestreitet heuer auch Läufe zur slowenischen Meisterschaft und hat wohl nicht damit gerechnet, dass er nach zwei Saisonrallyes in der ORM führt – eigentlich stand die Wechselland-Rallye nicht auf seinem Kalender, denn nur eine Woche vor dem Spektakel im Wechselland startet Aigner in Slowenien.

Jetzt aber hat Aigner Lunte gerochen und arbeitet fieberhaft daran, im Wechselland an den Start gehen zu können: „Unser Einsatz ist noch nicht zu hundert Prozent in trockenen Tüchern, doch wir geben unser Bestes, wollen unbedingt als ORM-Leader im Wechselland starten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die Chance bekommen würde, unsere ORM-Führung aktiv zu verteidigen.“

Zumal mit Ilka Minor jene Pilotin aus dem „Gebetsbuch“ liest, die zuletzt an der Seite von Evegeny Novikov und Henning Solberg unser einziger Export auf dem internationalen Rallyehimmel, in der Weltmeisterschaft war.

Andi Aigner fuhr zuletzt im Jahr 2010 im Wechselland und erklärt: „Das ist keine einfache Rallye – 2010 hatten wir im Mitsubishi einen heftigen Abgang, der Baum hat es damals nicht überlebt.“ Aigner würde jedenfalls top motiviert ins Wechselland kommen: „Derzeit wird in der ORM richtig gescheit ‚angeraucht‘, die Luft ist dünn und ich liebe es, wenn es einen Grund gibt, ordentlich hinzuhalten!“

Hermann Neubauer geht es da nicht anders. Im Vorjahr konnten er und sein Copilot Bernhard Ettel in ihrem Ford Fiesta WRC im Wechselland klar dominieren – dass heuer in der ORM „scharf geschossen“ wird, hat auch er gespürt: „Ich habe im Lavanttal, wo ich erstmals wieder ohne technische Probleme voll attackieren konnte, gemerkt, dass ich nach der Winterpause noch ein bisschen Rost angelegt habe, da möchte ich jetzt auf den tollen Prüfungen im Wechselland ein paar Zehntelsekunden nachlegen. Ich komme nur mit einem Ziel ins Wechselland: Ich möchte gewinnen!“

Raimund Baumschlager ist im Wechselland immer noch der Pilot mit den meisten Siegen auf seinem Konto, der Rekord-Staatsmeister möchte mit dem jungen Pirmin Winklhofer an seiner Seite dem Ruf als „König des Wechsellands“ gerecht werden: „Wir werden wieder alles geben! Ich freue mich darauf, im Wechselland wieder Vollgas zu geben !“

Zuletzt konnte Baumschlager in seinem Skoda Fabia R5 immer wieder über sich hinauswachsen und die starken World Rally Cars in die Schranken weisen – auch im Lavanttal fuhr der Rosenauer hart am Limit und fabrizierte einen seiner seltenen Abflüge. Die ORM 2017 – hart am Limit, um jede Zehntelsekunde kämpfend und nicht vorhersehbar. Den Rallyefans gefällt es – in der ORM wird so hart und so schnell gefahren wie schon lange nicht.

Dass Gerwald Grössing nur auf Platz sechs der ORM-Tabelle zu finden ist, liegt daran, dass er im Lavanttal nach starken Zeiten (dreimal SP-Bestzeit) seinen Ford Fiesta WRC mit Motorschaden abstellen musste.

Grössing startet im Wechselland mit der deutschen Copilotin Josefine Corinn Beinke und befindet sich zurzeit in Südafrika, von dort ließ er ausrichten: „Ich freue mich sehr auf die Rallye in Pinggau, denn dort sind wir im Vorjahr bis zu meinem Ausfall gut gelegen. Allerdings waren die Defekte, die ich zuletzt hatte, doch ein wenig frustrierend für mich – wenn du so hart ans Limit gehst, ist das schon enttäuschend, aber so etwas passiert und da stehe ich auch voll hinter meinem Team. Der Unfall von Raimund hat gezeigt, wie sehr wir alle hart am Limit kämpfen. Die Wechselland-Rallye mag ich sehr, sie ist eine sehr schnelle Rallye – und unsere zuletzt gefahrenen Zeiten stimmen mich sehr optimistisch, allerdings müssen wir die Zuverlässigkeit in den Griff bekommen, eine Zielankunft steht jetzt im Vordergrund.“

Nach seinem sensationellen dritten Platz im Lavanttal konnte auch Gerhard Aigner das nötige Budget aufstellen, um im Wechselland zum dritten Mal in seiner Karriere ein World Rally Car zu zünden. Bei den ersten beiden Läufen hat sich Aigner mit dem pechschwarzen Ford Fiesta WRC „einen Bubentraum erfüllt“, zuletzt sind die „Zeiten immer besser geworden“.

Immer stärker fuhr zuletzt auch Niki Mayr-Melnhof, der gemeinsam mit Leopold Welsersheimb einen Ford Fiesta R5 pilotiert, den das Team von Ex-Staatsmeister Beppo Harrach einsetzt. Im Rebenland feierte der frühere Rundstreckenpilot eine SP-Bestzeit und landete als Dritter auf dem Podium, die Lernkurve zeigt steil nach oben. Bei den beiden letzten Rallyes konnte Mayr-Melnhof gemeinsam mit Neubauer, Baumschlager, Grössing und Aigner eine starke Fünfergruppe bilden, die um SP-Bestzeiten und jede Sekunde gekämpft haben.

Neben den 2WD-Piloten (siehe ORM2WD) kämpfen auch Walter Mayer im Peugeot 208 T16 R5, Robert Zitta im Subaru Impreza WRX, Peter Ölsinger im Mitsubishi Lancer Evo X oder auch Hermann Haslauer (Subaru) und Franz Kohlhofer (heuer erstmals im Mitsubishi Lancer Evo IX) um Punkte in der großen Spielklasse der ORM.

Vorschau ORM2WD & ORM Junior Vorschau ORM2WD & ORM Junior Vorschau M1 Masters Vorschau M1 Masters

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