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ORM: Rebenland-Rallye

Leitner sieht mangelnde Kommunikation

Alfred Leitner vom MCL 68 bemängelt vor dem ÖM-Start verspätete Verständigungen und fragwürdige Klasseneinteilungen durch die AMF.

Foto: Alfred Leitner

Während Karin Cerny und Jenny Hofstädter, die Beifahrerinnen des MLC 68, mit ihren Herrn Chauffeuren Enrico Windisch und Michael Kogler den ersten ARC-Lauf als erfolgreiches Rollout genutzt haben und so nun in ihren jeweiligen Klassen zu den Mitfavoriten zählen, sieht das bei den MCL-68-Fahrern, insbesondere bei Alfred Leitner, ganz anders aus. Nur dem besonders gutmütigen Charakter des Wahlniederösterreichers ist es überhaupt geschuldet, dass der über den Winter völlig neu aufgebaute Peugeot 206 RC am Start steht.

Leitner: "Es ist quasi nur die Anerkennung gegenüber meinen Mechaniker, welche über den Winter nahezu ihre komplette Freizeit geopfert haben, die ich durch meinen Start im Rebenland zum Ausdruck bringen möchte." Fragt man näher nach, erfährt man schier Unglaubliches: Leitners Peugeot ist nun 14 Jahre alt, im Jahre 2014 war er, nachdem die internationale Homologation ohne Berücksichtigung einer eventuellen Verlängerung abgelaufen war, mit genau diesem Auto bereits Pokalsieger in seiner Klasse im ORC-Pokal der Gruppe H. Auch in den Jahren 2015 und 2016 hat Leitner im Pokal der Gruppe H den sogenannten ORC-Rallyepokal bestritten. Auch heuer peilte man wieder dieses Championat an.

Alfred Leitner, der nicht nur sein Auto akribisch vorbereitet, sondern auch die ganze übrige Logistik vor Beginn der Saison gerne "in trockenen Tüchern" weiß, hat für sämtliche Läufe bereits Quartiere gebucht und das Budget inkl. der jeweils 650 Euro Startgeld abgedeckt – nur um nun eineinhalb Wochen vor der Rallye zu erfahren, dass sich der Veranstalter strikt an seine Ausschreibung hält und jene Autos, die in den letzten Jahren den Gruppe-H-Rallyepokal in den drei jeweiligen Kubikklassen gewonnen haben, heuer nun doch wieder in der Meisterschaft antreten müssen.

In der Praxis heißt das jetzt, dass Leitner mit dem 14 Jahre alten Peugeot nun in einer Klasse gegen die am neuesten Stand der Technik befindlichen High-Tech-Geräte von Wollinger, Kogler und Co. kämpfen muss. Abgesehen von 150 Euro mehr Startgeld pro Lauf verfällt Leitner, bedingt durch den gravierenden technischen Unterschied, in die sportliche Wertlosigkeit und wird heuer auch gegenüber seinen Sponsoren keinerlei Erfolge aufweisen können.

Leitner: "Es ist eigentlich eine Katastrophe, sowohl auf sportlicher Seite, aber auch auf Seite der AMF. Man kann ja nicht jeden Tag auf die noch dazu sehr verwirrend gestaltete Website der AMF schauen. Wir alle zahlen durch unsere Lizenz nicht gerade wenig Geld ein. Ich sehe die AMF als unser Dienstleistungsunternehmen und erwarte mir bei so bedeutenden Änderungen wir Sicherheitstanks, Klassenumteilungen und so weiter eine rechtzeitige adäquate Verständigung. Die AMF hätte doch nur die Ergebnislisten der letzten Rallyes 2016 zur Hand nehmen müssen und die betroffenen Fahrer per Mail informieren. Unter 'rechtzeitig' verstehe ich hier spätestens im Herbst vor der nächsten Saison und nicht durch eine lapidare Mitteilung auf der Website drei Wochen vor Saisonbeginn.

"Ich sehe das jetzt mit einem großen weinenden und einem kleinen lachenden Auge, denn nächstes Jahr ist mein Auto nun auch über die vier Jahre der verlängerten Homologation hinaus dann ein echtes Gruppe-H-Auto und bedarf keines Sicherheitstanks. Dies kann man getrost als Wertsteigerung sehen, denn beispielsweise die Fiesta ST brauchen dann noch ein, zwei Jahre lang einen Sicherheitstank. Ich denke nicht, dass sich das viele antun werden. Wir werden nun einmal im Rebenland fahren; ob man mich heuer nochmals bei einem österreichischen Meisterschaftslauf sehen wird, ist zurzeit eher fraglich", so Alfred Leitner.

MCL-68-Fahrer Alois Handler trifft in den nächsten Jahren Ähnliches, sollte die AMF weiterhin auf die momentane, mehr als fragwürdige Einteilung der Klassen bestehen. Jetzt aber möchte er einmal im Rebenland seinen ebenfalls von Grund auf neu aufgebauten Peugeot 207 einem Vergleichstest mit der Konkurrenz unterziehen und so viele Punkte wie möglich einfahren.

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