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ORM: Niederösterreich-Rallye

Krimi in Alpe Adria Cup und Trophy

Zehn der zwölf genannten Teams nahmen die selektiven Sonderprüfungen des vorletzten Laufes von AARC & AART rund um Melk in Angriff.

Fotos: Harald Illmer

Letztlich sahen nur fünf Teams das Ziel, und die Favoriten in beiden Wertungen haben in Niederösterreich auch gleich den Sack zugemacht. Die Gesamtsieger von AARC und AART stehen also schon vor der Herbstrallye in Dobersberg fest. Beim Finallauf am 20. Oktober sind aber noch heiße Duelle um die Vizetitel und die bronzenen Podestplätze von AARC und AART zu erwarten.

Michael Kogler, Führender im Alpe Adria Rally Cup, der zusätzlich auch den Heimvorteil der Streckenkenntnis auf seiner Seite hatte, sorgte gleich zu Beginn für den ersten Teil dieses Rallyekrimis: Ein Abflug mit Rolle, gleich nach dem Lichtschranken des Ziels der ersten Sonderprüfung, sorgte für erhöhten Puls bei Team und Fans. Das Glück der Tüchtigen war allerdings auf der Seite von Kogler und Kachel – mit einem leicht verbeulten Heck und einer verbogenen Spurstange ging die Reise weiter.

Kogler selbst dürfte davon auch nicht allzu sehr beindruckt gewesen sein, denn er spulte alle weiteren SP-Kilometer mit dem von ihm gewohnten Topspeed und mit einer fast schon unheimlichen Präzision ab. Kogler/Kachel gewannen damit nicht nur die 2WD-Wertung der Rallye-ÖM, sondern holten sich auch den Titel "Alpe Adria Rally Cup Master 2018".

Die weiteren Hauptdarsteller des AARC-Krimis waren die direkten Konkurrenten von Kogler, die beiden Italiener Boscariol/Fiorot, ebenfalls in einem Citroën DS3 R3T unterwegs, Crozzoli/Zamparutti im Opel Astra GSI sowie Schöller/Krautsieder im Ford Escort RS 2000, wobei die beiden Letztgenannten noch um den dritten Podestplatz in der AARC-Gesamtwertung kämpfen.

Boscariol/Fiorot waren in Melk gegen Kogler/Kachel von Anfang an chancenlos, versuchten aber verbissen, mit den Beiden Schritt zu halten. Obwohl der Gesamtsieg des AARC 2018 für die beiden sympathischen Italiener nur mehr durch einen Ausfall von Kogler möglich war, griffen sie voll an und bezahlten diese Attacke am Samstag Nachmittag mit einem Überschlag.

Auch ihre Schäden am Fahrzeug waren nicht zu groß, um weiterfahren zu können. Leider streikte dann aber zwei Sonderprüfungen später die Elektronik, was das Aus bedeutete. Boscariol/Fiorot müssen sich heuer mit dem Vizemeistertitel im AARC zufriedengeben. Simone Boscariol stand auch schon vor der Niederösterreich-Rallye als "Alpe Adria Rally Cup Junior Master 2018" fest.

Marco Crozzoli und Luciano Zamparutti waren nach Niederösterreich gekommen, um einen Frontalangriff auf den für sie noch möglichen dritten Gesamtplatz des AARC zu starten. Leider wurde dieses Ziel gleich in der ersten Sonderprüfung durch einen Abflug in einen Acker zunichte gemacht. Sie konnten ihren Opel Astra GSI leider nicht mehr rechtzeitig in den Parc fermé zurückbringen, und so war auch ein Restart am nächsten Tag nicht mehr möglich.

Schöller/Krautsieder mussten ihren Ford Escort RS 2000 am Nachmittag des zweiten Tages mit einem kapitalen Motorschaden abstellen. Somit ist der Kampf um den dritten Podestplatz wieder völlig offen, denn durch den Ausfall der direkten Kontrahenten Crozzoli/Zamparutti kann sich an diesem interessanten Duell nun auch Christian Reschenhofer, der sich in seinem BMW325i mit einem sensationellen zweiten Platz in der AARC in diese Position katapultierte, beteiligen.

Dobersberg wird also zweifellos sehr spannend werden – vorausgesetzt, alle drei Anwärter sind am Start. Das Team mit dem besten Ergebnis sollte den dritten Podestplatz des AARC erobern. Den vierten Teil des Alpe-Adria-Krimis schrieb Lucas Stengg, der lange Zeit an zweiter Stelle des AARC hinter Kogler gelegen war, seinen Opel Adam dann aber leider auf der letzten SP mit Elektronikproblemen abstellen musste.

Die Alpe Adria Rally Trophy wurde das ganze Jahr von Zanon/Piceno in ihrem Peugeot 208 R5 dominiert. Bernd Zanon konnte sich, nicht zuletzt durch das verletzungsbedingte Fehlen von Gerald Rigler, bereits in Melk vorzeitig zum "Alpe Adria Trophy Master" krönen. Zanon wird daher in Dobersberg, wenn überhaupt, aus Kostengründen mit seinem privaten Renault Clio S1600 starten.

Den Vizemeistertitel sollte bei der Herbstrallye im Normalfall Gerald Rigler nach Hause fahren. Da seine zwei Streichresultate mit der Delta-Rallye und nun der Niederösterreich-Rallye bereits angeschrieben wurden, kann er in Dobersberg noch einmal voll punkten und diesen Titel fixieren.

Dániel Fischer und Zoltan Buna haben ihren alten Subaru gegen ein neueres Modell getauscht und in Niederösterreich mit ihrem zweiten Platz im AART hinter Zanon wertvolle Punkte mitgenommen. Sie sind durch das Fehlen von Rigler in Melk derzeit auch auf dem zweiten Gesamtrang der AART. Ihr dritter Gesamtrang sollte damit zementiert sein; eine Chance auf den zweiten Gesamtrang besteht nur mehr theoretisch, wenn Rigler in Dobersberg nicht antreten, ausfallen oder nur Dritter der AART werden sollte.

Markus Steinbock hat in Melk mit seinem Hundai i20 den dritten Podestplatz erreicht und belegt im AART den vierten Gesamtplatz. Ob für ihn Dobersberg noch auf dem Programm steht, ist derzeit noch offen.

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