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ORM: Wechselland-Rallye

Baumgartner: Altes Auto, neue Chance

Einmal zweifellos enorm top, danach Flop: So lassen sich die Rallyeausflüge Alexander Baumgartners in diesem Jahr charakterisieren.

Foto: Josef Baumgartner

Eine bislang sehr wechselhafte Saison haben Alexander Baumgartner und Alexander Wiesinger hinter sich. Waren sie bei der Jännerrallye noch die erfolgreichsten österreichischen Teilnehmer mit einem Wagen ohne Vierradantrieb, so mussten sie bei der Rebenland-Rallye in der südlichen Steiermark eine saftige Niederlage einstecken: Beim Ansteuern eines Abzweiges überbremste das Heck, was den Wagen jäh zum Ausbrechen brachte und schließlich aufgrund einiger gröberer technischer Schäden zur Aufgabe führte. Beide Male diente ihnen der gute alte Käfer von Volkswagen als Sportgerät – ein Fahrzeugtyp mit großer Geschichte.

Vor allem aus österreichischer Sicht sind "Käfer" und "Rallye" zwei Begriffe, die temporär untrennbar miteinander verbunden waren: Als sich der Rallyesport in Österreich gegen Ende der 60er Jahre und in den frühen 70ern auf seinem Höhepunkt befand, zählten die Salzburger Rallye-Käfer zu den erfolgreichsten Akteuren im Wettbewerb. Hoch angesehene Bewerbe wie die Alpenfahrt, die auch zur Marken-WM zählte, und einige andere charaktervolle wie auch hochkarätig besetzte Wettbewerbsläufe prägten die heimische Rallyelandschaft jener Zeit. Entsprechend mussten sich die Käfer-Fahrer anno dazumal gegen enorme Konkurrenz behaupten, was sie in vielen Fällen auch taten.

Natürlich ist es in der heutigen Zeit sehr viel schwieriger geworden, mit dem einstigen Erfolgsmodell von VW in der Gesamtwertung einer Rallye weit vorne in Erscheinung zu treten. Die Konkurrenzsituation wie auch die Streckenverhältnisse haben sich enorm verändert – gegen Vierradantrieb, beinahe das Dreifache an PS und andere "Goodies" lässt sich mit einem vergleichsweise altmodisch bestückten Käfer schwer ankommen. Dennoch verdient die Leistung von Alexander Baumgartner und Alexander Wiesinger Respekt – und schön anzusehen ist ein driftender Käfer in beherzten Händen allemal.

Zudem sind durchaus Gegner am Start, mit denen sich wie in den großen Klassen sehenswerte Matches ergeben können. Zu den logischen Herausforderern der Käfer-Besatzung zählt das Ehepaar Ritt mit seinem Volvo 740, mit dem es schon zu Saisonbeginn zu einem spannenden Duell um die Vormachtstellung in der Juniorenwertung der österreichischen Rallyemeisterschaft gekommen ist, aber auch den Mini Cooper von Thomas Kaiser sollte man in der Liste der Herausforderer in jedem Fall berücksichtigen.

Das erfreulich schnelle Comeback von Baumgartner und Wiesinger ist auch der Tatsache zu verdanken, dass bei beiden der zeitliche Spielraum im richtigen Moment groß genug ist, sodass sich der Rallyeeinsatz im Wechselland leicht stemmen lässt – somit eine willkommene neue Chance, eventuell wieder mit einem angemessenen Ergebnis zu glänzen. Naturgemäß spielen sich die Änderungen an der Technik gegenüber den vorangegangenen Läufen eher im Detail ab, aber auch solche unscheinbare Dinge wie eine neu gewählte Bremsflüssigkeit mit höherem Siedepunkt können in der Praxis einen entscheidenden Unterschied ausmachen.

Letztlich ist es für ein junges Rallyeteam wie jenes von Alexander Baumgartner und Alexander Wiesinger auch enorm wichtig, umfangreiche praktische Erfahrungen im Wettbewerb zu gewinnen – die Gelegenheit ist günstig.

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