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Der WM-Kampf spitzt sich zu

Die Asphalt-Hatz geht in die letzte Runde, in Spanien könnte schon eine Vorentscheidung fallen, wer in diesem Jahr die WM-Krone holt.

Manfred Wolf

Für die WM-Kandidaten ist es derzeit besonders stressig: Zum ersten Mal in der modernen Rallye-WM-Geschichte werden zwei WM-Läufe innerhalb nur einer Woche ausgetragen, weder für die Piloten, noch für die Teams ist dies besonders einfach.

Doch auch die Rallye selbst wird keineswegs eine Spazierfahrt. Zwar werden im heurigen Jahr erstmals die besonders rauen Strecken im Süden von Barcelona nicht mehr gefahren, doch auch die verbliebenen, schnellen Asphalt-Sonderprüfungen in Katalonien sind noch immer Herausforderung genug.

Ein besonderer Faktor könnten dabei die Witterungsbedingungen werden: Nur in ihren Anfangsjahren wurde die Rallye zu einem so späten Termin ausgetragen, in den letzten Jahren fand der Event immer im Frühjahr statt.

Wie auf Korsika und in San Remo deutlich zu sehen war, können wechselnde Wetterverhältnisse für kleinere – oder eben größere – Überraschungen sorgen, auch in Spanien darf gespannt auf die Entwicklung des Herbst-Wetters gewartet werden.

Zusätzlich gibt es – neben dem schon erwähnten Wegfall der Sonderprüfungen südlich von Barcelona – komplett neue SP’s, eine Prüfung schlängelt sich gar auf knapp 1.200 Meter hinauf – Abwechslung ist also garantiert.

Keine Abwechslung gibt’s für die Service-Zone: Diese ist an allen drei Tagen in Vic untergebracht, von wo aus die Teams 1.553,2 Gesamtkilometer zu bewältigen haben, davon werden 22 Sonderprüfungen über insgesamt 381,18 Kilometer gefahren.

Die Teams

Citroen

Ein klarer Favorit lässt sich nach den letzten Rallyes nicht ausmachen. Klar ist aber, dass die Citroen-Truppe ein heißer Anwärter auf eine Top-Platzierung sein wird.

Die Vorzeichen stehen gut, schließlich holten die Franzosen im Jahr 1999 ihren ersten WM-Sieg ausgerechnet in Spanien: Philippe Bugalski steuerte damals noch das zweiradgetriebene Xsara KitCar zum Triumph.

2003 schickt Citroen gleich vier Fahrer in die vorentscheidende Veranstaltung: Den aktuellen WM-Führenden Carlos Sainz, Sebastien Loeb, Colin McRae und Philippe Bugalski.

Neben Sainz hat auch Youngster Loeb noch alle WM-Chancen, der trotz seines schlechten Abschneidens bei der Korsika Rallye in Spanien trotzdem wieder volle Attacke fahren wird.

Peugeot

Bei Peugeot läuft es im Moment vor allem auf Asphalt nicht so richtig. Das stellt vor allem für die WM-Hoffnungen von Richard Burns ein großes Problem dar. Dazu kommt, dass der Brite schon bei den letzten beiden Asphalt-Läufen nicht in Hochform war.

Für Marcus Gröhnholm ist der WM-Zug sowieso schon abgefahren, dem finnischen (Ex-) Weltmeister ist aber am ehesten noch eine gute Performance zuzutrauen.

Gilles Panizzi wird die Catalunya als dritter Peugeot-Pilot in Angriff nehmen, der Franzose haderte zuletzt aber mit der Leistungsfähigkeit seines Peugeot 206 WRC und es ist fraglich, ob er in Spanien besser zurecht kommt.

Ebenfalls am Start: Roman Kresta und Cedric Robert, beide werden ein Peugeot 206 WRC, eingesetzt von Bozian Racing pilotieren.

Subaru

Vor der Korsika Rallye sah es so aus, als ob der WM-Zug für Petter Solberg und seinen Brötchengeber Subaru schon abgefahren wäre. Doch mit einer außergewöhnlichen Team-Leistung schaffte der Norweger auf der Mittelmeerinsel den Sieg und ist plötzlich Mitfavorit auf den WM-Titel.

Dementsprechend wichtig wird eine gute Performance in Spanien sein. Mit dem neuen sportlichen Leiter Luis Moya hat Subaru zumindest theoretisch die besten Karten, der Spanier ist ja einer der erfahrensten Männer in der WM-Szene.

Ob die Erfahrung von Moya allerdings auch praktisch reicht, um ein Performance-Manko gegenüber Citroen und Ford auszugleichen, darf bezweifelt werden. Schwierige Witterungsbedingungen könnten Subaru da entscheidend helfen.

So ganz nebenbei wird Tommi Mäkinen den letzten Asphalt-WM-Lauf seiner Karriere bestreiten, der endgültige Abschied eines ganz Großen der Rallye-WM-Szene rückt damit immer näher.

Ford

Bei Ford brennt man darauf, mit dem extrem schnellen Focus WRC03 endlich einen Sieg auf Asphalt einzufahren. Markko Märtin: „Das ist die letzte Chance in diesem Jahr. Ich werde alles geben, um diesen Sieg einzufahren. Das ganze Team hat so hart gearbeitet, es wäre eine Schande, wenn uns dieser Sieg verwehrt bleiben sollte.“

Die Voraussetzungen sind gut: Bis zu seinem Fahrfehler war Märtin auf Korsika immer ganz vorne zu finden, Francois Duval zeigte dann an Märtins Stelle eine ebenfalls tolle Performance.

Außerdem sollte der Ort des letzten Ford-Asphalt-Sieges Hoffnung geben: Im Jahr 2000 gelang dies Colin McRae – in Spanien bei der Catalunya Rallye…

Skoda

Skoda wird in Spanien eher nicht zum Sieg fahren können, zu feiern gibt’s trotzdem etwas: Didier Auriol bestreitet seine 150. WM-Rallye, ein Kunststück, das vor ihm nur Juha Kankkunen und Carlos Sainz gelungen ist.

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