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WRC: Korsika-Rallye

Evans behält die Führung - Latvala in Topform

Elfyn Evans kann seine Führung noch vor einem heranstürmenden Latvala verteidigen. Abbring und Citroen-Piloten fallen zurück. Kubica mit Problemen.

Fabian Bonora

Unverhofft kommt oft. Am Samstagmorgen öffnete sich endlich beim zehnten WM-Lauf in Frankreich der Himmel und zeigte sich ungewohnt blau. Korsika präsentierte sich sonnig und mit harmlosen Wölkchen am Himmel, die Unwetter waren fast vergessen. Der anhaltende Sonnenschein und auftrockende Straßen garantieren einen High-Speed-Samstag auf den verwinkelten Bergstraßen der Insel.

Die meisten Piloten starteten mit weichen Reifen auf die Sonderprüfung, Paddon nahm zwei harte Reifen mit auf die Reise, Neuville und Ogier nur einen. Kevin Abbring hingegen pokerte und rüstete seinen Hyundai i20 komplett mit harten Pneus aus.

SP4 abgesagt

Das Programm am Samstag schrumpfte allerdings wie gestern auf nur zwei Etappen, die für 9:00 Uhr angesetzte Sonderprüfung „Casamozza-Ponte Leccia“ war weiterhin unpassierbar und wurde abgesagt.

Die längste SP der Rallye „Muracciole-Col de Sorba“ mit 48,46 Kilometern wartet dann am Nachmittag auf. Die Unwetter machten sich auf der ersten, gefahrenen Sonderprüfung aber noch deutlich bemerkbar. Herausgeschwemmte Bankette, stellenweise tiefe Pfützen und an exponierten Stellen wechselnde Bedingungen. Eine enorme Herausforderung für die Fahrer, aber ebenso für die Co-Piloten die Pace-Notes richtig anzupassen.

Latvala trumpft auf

Mit Bravur fuhr Jari-Matti Latvala die schnellste Zeit am Vormittag und verkürzte seinen Gesamtrückstand auf Elvyn Evans auf nur 1,7 Sekunden. „Unter den Bäumen ist es so rutschig, es ist deutlich schwieriger und matschiger als gestern“, so der Finne. Evans fuhr in seinem M-Sport Fiesta die siebtschnellste Zeit und verlor 20 Sekunden auf Latvala. VW-Teamkollege Mikkelsen verlor 4,5 Sekunden und platziert sich auf Gesamtrang drei.

Ogier vervollständigte die geschlossene VW-Bestzeit am Vormittag. Die Volkswagen-Piloten bewegten sich innerhalb von 14,4 Sekunden. Dahinter bahnt sich ein enger Kampf zwischen Citroen und Hyundai an.

Ogier keine Chance mehr auf den Sieg

Schlechte Nachrichten allerdings für Sebastien Ogier. Am Freitagabend blieb der Franzose wegen eines Getriebeproblems liegen und konnte den Service nicht mehr aus eigener Kraft erreichen, er wird ergo als Ausfall gewertet. Zehn Minuten Zeitstrafe bedeuten das Aus für den Traum vom Sieg bei der Heimrallye.

Kris Meeke hat nach SP5 17,2 Sekunden Rückstand auf den Finnen Latvala und liegt auf Platz fünf. Der Brite bleibt in Schlagdistanz nach vorne mit 43 Sekunden Rückstand gesamt. Teamkollege Ostberg ist dicht dahinter. Das Kräftverhältnis von gestern hat sich heute deutlich verschoben.

Hyundai muss kämpfen

Kevin Abbring muss im Ziel einen Rückstand von 31,5 Sekunden auf den schnellsten Latvala eingestehen. Somit verlor der Niederländer seinen tollen zweiten Platz und fährt nun Gesamt auf Rang vier. Der Reifenpoker zahlte sich also nicht aus: "Ich wollte sie unbedingt mal ausprobieren, aber es war schlechter als gedacht."

Dani Sordo fuhr am Vormittag sogar die fünftschnellste Zeit, hat allerdings schon gut zwei Minuten Rückstand. „Schrecklich, absolut schrecklich. Es war sehr, sehr rutschig. Ich habe es langsam angehen lassen, und habe in einer Haarnadelkurve den Motor abgewürgt.", haderte Teamkollege Neuville nach der fünften Sonderprüfung. Nach seinem Unfall gestern, fährt der Belgier nur mehr hinterher.

Nach 3,5 Kilometern kam eine nicht ganz ungewohnte Meldung: 'Kubica steht, Verdacht auf Reifenschaden'. Kurze Zeit später setzte der Pole die Fahrt zwar fort, doch nach 14 Kilometern stand der Fiesta abermals, wieder ein Reifensachden. Der Pole hatte aber nur ein Ersatzrad, somit muss Kubica ein weiteres Mal einen Ausfall beklagen.

Um 13:52 Uhr startet dann die längste Sonderprüfung der Korsika-Rallye, diese ist auch die letzte des Tages.

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