Rallye

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

WRC: Türkei-Rallye

Dritter Saisonsieg für Sebastien Ogier

Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Türkei 2019 und mischt wieder im WM-Kampf mit - Sowohl Thierry Neuville als auch Ott Tänak mit Dramen.

Erstmals seit der Rallye Mexiko im März dürfen Sebastien Ogier und Julien Ingrassia Siegerschampus verspritzen: Das Citroen-Duo feierte einen ungefährdeten Sieg an der türkischen Riviera und ist wieder mitten im WM-Kampf. Sowohl Tabellenführer Ott Tänak (Toyota) als auch der WM-Zweite Thierry Neuville (Hyundai) kamen nicht ohne Probleme durch die Rallye.

Citroen ging bereits im Freitag an die Spitze, hier allerdings noch durch Esapekka Lappi, der letztlich Zweiter wurde. Der Finne profitierte von seiner günstigen Startposition und ging bereits ab SP3 an die Spitze. Er sollte seine Führung bis zum Samstagnachmittag halten.

Auf SP12 zog Ogier dann an Lappi vorbei, als dieser in einer Spitzkehre Zeit verlor. Er beendete den Samstag mit 0,2 Sekunden Vorsprung an der Spitze. Allerdings war hier schon klar, dass sich die beiden Citroen-Piloten am Sonntag keinen Kampf mehr leisten würden.

Am Ende siegt Ogier mit 34,7 Sekunden Vorsprung auf Lappi, der sich am Schlusstag noch einen Reifenschaden einfing. Ogier nach seinem 47. Sieg: "Das war der Plan und das haben wir gebraucht. Wir wussten, dass hier alles passieren kann. Das ist gut für das Team in schwierigen Zeiten. Wir müssen weiter in Bewegung bleiben; es gibt noch Dinge zu verbessern, aber heute freue ich mich über den Sieg."

Tänak punktet nur auf der Powerstage

Für den sechsmaligen Weltmeister ist der Sieg doppelt wichtig, weil er damit seine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung nun deutlich gesteigert hat. Denn die Rallye forderte ihren Tribut von den beiden WM-Aspiranten Tänak und Neuville.

Den Anfang machte Neuville am Samstagmorgen gleich auf der ersten Prüfung des Tages, als er sich in einer langsamen Linkskurve auf die Seite legte. Vier Minuten kostete das Unterfangen, es ging zurück auf Platz acht. Eine bittere Pille, denn er kämpfte mit den beiden Citroens zu diesem Zeitpunkt um die Führung.

Der Belgier war anschließend äußerst aufgebracht. Die Rennleitung hatte die Abstände zwischen den Fahrzeugen, die an allen anderen Tagen vier Minuten betrug, am Samstag auf drei verkürzt. "Ich dachte, ich hätte im Staub eine Kurve gesehen, aber das war ein Graben", sagt Neuville. Er schoss über die Kurve hinaus und traf einen im Staub versteckten Stein, der ihn aushebelte.

Nur wenige Minuten später schlug das Schicksal bei Toyota zu, als Ott Tänak bei der nächsten Prüfung nicht mehr antreten konnte. Sein Toyota Yaris WRC wollte nach einem Halt auf der Verbindungsetappe nicht mehr anspringen. Teamchef Tommi Mäkinen leistet Abbitte: "Es tut mir leid, was passiert ist. Wir haben herausgefunden, dass es ein Problem mit der ECU war."

Tänak kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen: "Natürlich ist das frustrierend, besonders in einem Moment wie diesem, wenn wir um unseren ersten Titel kämpfen. Jetzt wird es deutlich schwieriger, aber so ist es halt. Es fliegt einem nicht einfach so zu. Wir müssen das akzeptieren und weiterkämpfen."

Tänak und Neuville hatten die Chance, auf der Powerstage noch Schadensbegrenzung zu betrieben. Den ganzen Sonntagvormittag cruisten sie durch die vorigen Wertungsprüfungen, um ihre Reifen zu schonen. Wenig überraschend kamen sie auf die Plätze eins und zwei in der Powerstage - Tänak vor Neuville, dann Ogier als Drittschnellster.

Hyundai baut Vorsprung in Herstellerwertung aus

Toyota war zum Zeitpunkt von Tänaks Ausfall bereits kollektiv zurückgefallen: Am Freitagnachmittag begann es ausgerechnet auf der längsten Prüfung der Rallye, "Cetibeli", zu regnen. Alle Fahrer, die nur harte Reifen dabei hatten, rutschten hoffnungslos herum und verloren bis zu einer Minute.

Eine ganze Reihe Sieganwärter fiel dabei um bis zu eine Minute hinter die Citroens (und zu jenem Zeitpunkt noch Neuville) zurück, darunter alle drei Toyotas. Latvala und Tänak hatten davor bereits Reifenschäden erlitten.

Obwohl er ebenfalls zu denen gehörte, die über 50 Sekunden auf jener regnerischen Prüfung verloren hatten, holte Andreas Mikkelsen (Hyundai) den dritten Platz - seinen ersten Podiumsplatz seit der Rallye Sardinien. "Wir wollten uns aus Dramen raushalten und das ist uns gelungen. Wir sind zufrieden mit unserer Rallye." Hyundai machte auf einen Schlug in der Herstellerwertung zehn Punkte auf Toyota gut.

Platz vier geht an Teemu Suninen (M-Sport-Ford), der Mikkelsen nicht halten konnte, aber wieder eine solide Leistung ablieferte. Ihm folgt Dani Sordo (Hyundai), der bereits am Freitagmorgen einen Reifenschaden erlitten hatte. Die Toyota-Piloten Latvala und Kris Meeke belegen die Plätze sechs und sieben, gefolgt von Neuville und Pontus Tidemand (M-Sport-Ford).

In der Gesamtwertung machte Ogier 23 Punkte gut und kam damit auf 17 Punkte an Tänak heran. Der nächste Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2019 ist die Rallye Großbritannien vom 3. bis 6. Oktober.

Die besten Bilder Die besten Bilder Bericht nach Tag 2 (SP 13) Bericht nach Tag 2 (SP 13)

Ähnliche Themen:

WRC: Türkei-Rallye

Weitere Artikel

5er BMW: Aufgefrischt in den Sommer

BMW stellt der 5er Facelift vor

Klar, auch optisch hat BMW bei der Überarbeitung von 5er-Limousine und -Kombi kräftig Hand angelegt. Aber die entscheidenden Veränderungen stecken innendrin. Die Liste der Neuerungen ist lang.

Sechs Schritte für den perfekten Start in den Sommer

So wird das Auto fit für den Sommer

Das Ende der „dreckigen Jahreszeit“ bedeutet den Startschuss für den Frühjahrsputz beim Auto. Mit putzen allein ist es aber nicht getan. Wer sein Auto liebt, der liest unseren Guide zum perfekten DIY-Frühlingsservice.

Worauf kommt's an im Motorsport?

Videoportrait: (Motor-)Sportmanager Edi Nikolic

Edi Nikolic ist ein Urgestein in der Motorsport-Szene, der Tiroler Manager stellt sich dem Video-Wordrap von "My Sport my Story".

Es kann nicht nur einen geben

Toyota Highlander startet in Europa

In anderen Regionen der Welt schon eine bekannte Größe kommt der Toyota Highlander nun auch nach Europa. Einen Design-Oscar wollen die Japaner damit nicht einheimsen. Der Neue ist eher ein Fall für herausfordernde Einsätze auch abseits des Asphalts.