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Fahrverhalten, Verbrauch & Preis

Georg Koman

Der 5,25 Meter lange, 1,95 Meter breite und schon ohne Fernlicht-Armada am Dach 1,83 Meter hohe Amarok fährt sich mit seiner blattgefederten Hinterachse nicht wie ein moderner SUV, der lange Radstand von 3,10 Meter macht ihn zudem behäbig und sorgt für einen 13-Meter-Wendekreis.

Die Federung ist - in der "Heavy-Duty"-Version - für Zuladungen von gut 1.000 Kilogramm ausgelegt und daher hart. Die klassische Hydraulik-Lenkung ist dafür präzise und nicht unschön indirekt.

Moderne Assistenzsysteme gestattet sie nicht, die würden aber ohnehin nicht zur Naturburschen-Attitüde des Canyon passen.

Ebenfalls ein Naturbursch ist der Zweiliter-Bi-Turbo-Diesel mit 180 PS und 400 Nm Drehmoment schon ab 1.500 Touren. Er muss ohne Kapselung auskommen, was den Sound kernig, aber nicht unangenehm aufdringlich macht.

Die Achtgang-Automatik erledigt ihren Job hervorragend, sie schaltet schnell und stets zur richtigen Zeit. Obwohl acht Gänge angesichts des mächtigen Drehmoments luxuriös anmuten.

Ein Luxus, der aber nicht nur dem Komfort, sondern auch der Verbrauchssenkung dient. Der Mixverbrauch lautet auf dem Papier glatte acht Liter, was annähernd zu schaffen ist. Unter neun Liter sollten auch schwerere Gasfüße durchkommen. Zudem sorgen 80 Liter Tankvolumen für mehr als ordentliche Reichweiten.

Großes Aber: Die Scheinwerfer-Batterie am Dach unseres Testautos. Die inhaliert überland locker einen, auf der Autobahn gar eineinhalb Liter zusätzlich.

Gerade überland trumpft die lang übersetzte höchste Stufe der Achtgang-Automatik trotz eines Wagengewichts von 2,4 Tonnen auf, aber nur ohne die steil im Wind stehenden Lichter.

Wer diese also nicht unbedingt benötigt und auch ohne die Zusatzshow Freude am Amarok empfinden kann, dem sei dieses Extra nicht empfohlen.

Unser Test-Canyon kostet mit 180-PS-TDI und Achtgang-Automatik 44.028 Euro. Ein recht ziviler Preis, da für einen Pickup wie für alle Nutzfahrzeuge keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) anfällt. Noch besser, wenn man die Vorsteuer absetzen kann, dann gilt der Nettopreis von 36.690 Euro.


Plus
+ auffäliges, aber durchaus gediegenes Erscheinungsbild
+ brauchbare Offroad-Fähigkeiten
+ großzügige Platzverhältnisse
+ robust und solide bis zur letzten Schraube
+ fairer Kaufpreis

Minus
- naturgemäß unhandlich
- harte Federung

Resümee
Der VW Amarok erschien spät auf dem Pickup-Markt. Mit hervorragender Qualität, fairem Preis und dichtem Händlernetz lässt er die Konkurrenz aber recht alt aussehen. Wer weniger nach einem Lasttier als nach einem peppigen Freizeit-&-Freiheitsvermittler sucht, ist mit dem aufgemascherlten "Canyon" gut beraten, vor allem als Vorsteuer-Absetzberechtigter.

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