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Jukeboxen

Dieser Test ist nicht auf Eis gelegt, er findet auf blankem Eis statt. Mit sämtlichen aktuellen Nissan-Allrad-Modellen - vom Juke bis zum GT-R.

Text: Georg Koman; Fotos: Daniel Martinek

Nissans Erfahrung mit Allradantrieben reicht bis ins Jahr 1951 zurück. Zweifellos beeindruckend, wir wollen uns aber lieber den neuesten Exponaten des Hauses zuwenden.

Bei den meisten Nissan-Modellen kommt der "All Mode 4x4"-Antrieb zum Einsatz. Die getesteten Murano, X-Trail, Qashqai und Juke (Bild oben von rechts) verhalten sich auf griffiger Fahrbahn wie Fronttriebler.

Erst bei durchdrehenden Vorderrädern wird die Hinterachse via Viskokupplung ins Spiel gebracht. Damit das schnell und sicher funktioniert, überwachen Sensoren permanent die Drehzahl jedes einzelnen Rades, aber auch Motordrehzahl, Lenkwinkel, Quer- und Längsbeschleunigung sowie den Gierwinkel.

Mehr Spaß auf Schnee und Eis bringt der "Lock"-Modus, dann werden der Hinterachse grundsätzlich 50 Prozent der Kraft zugeteilt, jedenfalls bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 45 km/h.

Genau umgekehrt läuft es beim "Attesa ET-S" genannten Allradantrieb des sportlichen Topmodells Nissan GT-R (Bild oben). Der tritt grundsätzlich als Hecktriebler an, bei Schlupf wird Drehmoment nach vorne geleitet.

In der Praxis verhalten sich Qashqai, X-Trail und Murano auf eisigem Untergrund sehr stabil. Auch bei abgeschaltetem ESP, das sich zwar nur beim GT-R komplett stillegen lässt, sich aber auch bei den anderen Nissan-Modellen erst bei höherer Geschwindigkeit und auch dann nur im Akutfall reaktiviert.

Diese drei SUV halten ihr Heck weitgehend im Zaum. Das Ziel lautet Vortrieb im Rahmen des Möglichen, rutschen sie auf sehr glattem Belag erstmal über die Vorderräder, ist das Heck kaum noch zum Ausbruch zu bewegen.

Geht man dann vom Gas und hält den Lenkwinkel stabil, fangen sie sich schnell wieder. Man bleibt mit ihnen stets auf der sicheren Seite - auf Straßen mit Gegenverkehr bekanntlich kein Nachteil.

Spaßmacher Juke & GT-R

Aus einem anderen Holz geschnitzt sind dagegen Juke und GT-R. Wer jetzt null Gemeinsamkeiten zwischen dem frechen Frosch und der 550 PS starken Boden-Boden-Rakete vermutet, fällt ein vorschnelles Fehlurteil. Das verbindende Zauberwort lautet nämlich "Torque Vectoring".

Die Power wird dabei nicht nur der Länge nach der Achse mit mehr Grip zugeteilt, sondern auch in Querrichtung an der Hinterachse (für gewöhnlich zum kurvenäußeren Rad). Damit wird dem Untersteuern höchst effektiv der Kampf angesagt und der Spaßfaktor immens erhöht.

Schiebt die Fuhre über die Vorderachse - etwa auf dem spiegelglatten Eis des Testgeländes - geht man nicht vom Gas, ganz im Gegenteil. Ein beherzter Tritt aufs beliebteste Pedal holt das Heck nach vorne (natürlich nur bei abgeschaltetem ESP) und verkleinert den Kurvenradius auf geradezu erfrischende Art.

Der Juke ist der einzige Allradler seiner Klasse, der über Torque Vectoring verfügt. Ab 28.059 Euro gibt es das 4,14-Meter-SUV mit "All Mode 4x4", dann aber auch gleich mit 190 PS und Automatik-Getriebe. In Sachen Spaß-pro-Euro-Faktor sucht der Juke in seinem Segment vergeblich nach Gegnern - jedenfalls auf glattem Untergrund.

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