4WD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Jukeboxen

Dieser Test ist nicht auf Eis gelegt, er findet auf blankem Eis statt. Mit sämtlichen aktuellen Nissan-Allrad-Modellen - vom Juke bis zum GT-R.

Text: Georg Koman; Fotos: Daniel Martinek

Nissans Erfahrung mit Allradantrieben reicht bis ins Jahr 1951 zurück. Zweifellos beeindruckend, wir wollen uns aber lieber den neuesten Exponaten des Hauses zuwenden.

Bei den meisten Nissan-Modellen kommt der "All Mode 4x4"-Antrieb zum Einsatz. Die getesteten Murano, X-Trail, Qashqai und Juke (Bild oben von rechts) verhalten sich auf griffiger Fahrbahn wie Fronttriebler.

Erst bei durchdrehenden Vorderrädern wird die Hinterachse via Viskokupplung ins Spiel gebracht. Damit das schnell und sicher funktioniert, überwachen Sensoren permanent die Drehzahl jedes einzelnen Rades, aber auch Motordrehzahl, Lenkwinkel, Quer- und Längsbeschleunigung sowie den Gierwinkel.

Mehr Spaß auf Schnee und Eis bringt der "Lock"-Modus, dann werden der Hinterachse grundsätzlich 50 Prozent der Kraft zugeteilt, jedenfalls bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 45 km/h.

Genau umgekehrt läuft es beim "Attesa ET-S" genannten Allradantrieb des sportlichen Topmodells Nissan GT-R (Bild oben). Der tritt grundsätzlich als Hecktriebler an, bei Schlupf wird Drehmoment nach vorne geleitet.

In der Praxis verhalten sich Qashqai, X-Trail und Murano auf eisigem Untergrund sehr stabil. Auch bei abgeschaltetem ESP, das sich zwar nur beim GT-R komplett stillegen lässt, sich aber auch bei den anderen Nissan-Modellen erst bei höherer Geschwindigkeit und auch dann nur im Akutfall reaktiviert.

Diese drei SUV halten ihr Heck weitgehend im Zaum. Das Ziel lautet Vortrieb im Rahmen des Möglichen, rutschen sie auf sehr glattem Belag erstmal über die Vorderräder, ist das Heck kaum noch zum Ausbruch zu bewegen.

Geht man dann vom Gas und hält den Lenkwinkel stabil, fangen sie sich schnell wieder. Man bleibt mit ihnen stets auf der sicheren Seite - auf Straßen mit Gegenverkehr bekanntlich kein Nachteil.

Spaßmacher Juke & GT-R

Aus einem anderen Holz geschnitzt sind dagegen Juke und GT-R. Wer jetzt null Gemeinsamkeiten zwischen dem frechen Frosch und der 550 PS starken Boden-Boden-Rakete vermutet, fällt ein vorschnelles Fehlurteil. Das verbindende Zauberwort lautet nämlich "Torque Vectoring".

Die Power wird dabei nicht nur der Länge nach der Achse mit mehr Grip zugeteilt, sondern auch in Querrichtung an der Hinterachse (für gewöhnlich zum kurvenäußeren Rad). Damit wird dem Untersteuern höchst effektiv der Kampf angesagt und der Spaßfaktor immens erhöht.

Schiebt die Fuhre über die Vorderachse - etwa auf dem spiegelglatten Eis des Testgeländes - geht man nicht vom Gas, ganz im Gegenteil. Ein beherzter Tritt aufs beliebteste Pedal holt das Heck nach vorne (natürlich nur bei abgeschaltetem ESP) und verkleinert den Kurvenradius auf geradezu erfrischende Art.

Der Juke ist der einzige Allradler seiner Klasse, der über Torque Vectoring verfügt. Ab 28.059 Euro gibt es das 4,14-Meter-SUV mit "All Mode 4x4", dann aber auch gleich mit 190 PS und Automatik-Getriebe. In Sachen Spaß-pro-Euro-Faktor sucht der Juke in seinem Segment vergeblich nach Gegnern - jedenfalls auf glattem Untergrund.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

150.000 Euro nur für den Umbau

Das ist der delta4x4 Rolls Royce Cullinan

Ein Rolls-Royce parkt fast immer in der Garage oder steht an der Pforte eines Palast-Hotels parat. Doch geht es auch ganz anders, wie die Off Road-Experten von delta4x4 demonstrieren.

Mehr als 40 Prozent der in den letzten fünf Jahren verkauften Range Rover tragen den Zusatz Sport. Zuletzt wurde das Luxus-SUV zusammen mit dem kleineren Evoque und dem Discovery Sport zum meistverkauften Modell der Briten. Noch in diesem Jahr fährt die dritte Generation des Range Rover Sport vor. Wir konnten den kommenden großen Rangie bereits in Augenschein nehmen.

Acht "Grenadiere" stehen zur Verfügung

Ineos Grenadier am Red Bull Ring erlebbar

Der Red Bull Ring ist erneut um eine Attraktion reicher. Ab April darf der neue Ineos Grenadier auf dem Offroad-Gelände von Österreichs berühmtester Rennstrecke zeigen, was er kann.

Elektrifiziert und komfortabler ohne Offroad-Abstriche

Neuer Nissan X-Trail vorgestellt

International gesehen ist der X-Trail nicht neu. Für die USA und China gibt es den Wagen schon zu kaufen (wenn auch in den USA unter dem Namen "Rogue"). Nun aber wurde in Japan die Version für den Heimatmarkt und in weiterer Folge auch für Europa vorgestellt.

Im Mai war es so weit: Die Mercedes G-Klasse hat ein neues Bodykit von HOFELE bekommen. Mit dem EVOLUTION Bodykit hat die Design-Schmiede aus Sindelfingen ganze Arbeit geleistet.

Marktstart ist bereits dieses Jahr

Ford Ranger Raptor enthüllt: bulliger Look, viel Power

Die letzten werden die ersten sein, heißt es doch: Während er "normale" Ranger erst 2023 auf den Markt kommt, darf der nun vorgestellte Ranger Raptor, samt seinen 288 PS und feinstem V6-Sound bereits dieses Jahr mit uns in Sand und Dreck spielen. In manchen Märkten gar schon im Sommer.