4WD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Gut assistiert

Der Nissan Qashqai hat in der Topversion Tekna+ eine Menge an Assistenz-Systemen an Bord. Wir testen diese und auch den Rest des 130-PS-SUV.

Georg Koman

Im Zuge des jüngsten Facelifts modifizierte Nissan seinen Kompakt-SUV-Bestseller Qashqai am Kühlergrill sowie an der Lichtsignatur, hinten kommen ebenfalls neu designte Leuchten zum Einsatz. Der Neue ist somit sofort als solcher erkennbar, ohne dass die vorhergehende Version deshalb schlagartig alt aussehen würde.

Im qualitativ hochwertig angerichteten Innenraum fällt das neue Lenkrad auf. Es besitzt einen runden Pralltopf und ist unten für leichteren Einstieg abgefllacht. Außerdem ist sein Kranz dicker und damit griffgünstiger. An neuen Assistenzsystemen gibt es zunächst einmal einen Querverkehrswarner fürs Rückwärts-Ausparken und der Notbrems-Assistent verfügt nunmehr über Fußgänger-Erkennung.

Ebenfalls ein neues Feature ist der "Stand Still Assist". Er sorgt bei den handgeschalteten Versionen dafür, dass das Auto nach dem Stillstand nicht zu rollen anfängt, selbst wenn man die Bremse löst. Prinzipiell wie ein Berganfahr-Assistent, er wirkt aber auch in der Ebene oder bergab.

Wie im Vorspann erwähnt, ist Nissan besonders stolz auf seine "Intelligent Mobility", also die Vernetzung seiner Assistenzsysteme als größte Neuerung, bestehend aus aktivem Spurhalte-Assistenten, Abstandsregel-Tempomat und Staupilot. Diese Kombinierung der Systeme ermöglicht es dem Qashqai, auf der Autobahn (ohne Spurwechsel), im Kolonnenverkehr und im Stau, die Steuerung von Lenkung, Bremsen und Gaspedal zu übernehmen.

Insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit der Assistenten richtig gut. Wenn man nicht gerade Autopiloten-Wunderdinge vom Qasqai erwartet - also etwa Spitzkehren souverän zu umrunden. Ist ein Fahrzeug vor einem, wird diesem souverän gefolgt. Aber auch allein gibt sich der Qashqai bei nicht zu engen Kurvenradien (etwa auf der Autobahn) keine Blöße beim assistierten Fahren.

Im Testwagen verbaut ist ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel mit Xtronic-Automatikgetriebe. 130 PS und solide 320 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren sind gut für 11,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die gleich starke Version mit Schaltgetriebe schafft das allerdings in 9,9 Sekunden (außerdem fährt sie um sieben km/h schneller, nämlich 190 statt 183 km/h).

Es bleibt also ein wenig Leistung stecken im Stufenlos-Getriebe. Das zieht zwar geschmeidig und - no na - ohne Schaltstufen an, etwas schaumgebremster als moderne Wandler- oder Doppelkupplungs-Automaten wirkt es dennoch. Den nervigen Gummiband-Effekt mancher Planetengetriebe (zuerst heult der Motor auf, dann zieht das Auto nach) verkneift sich die Xtronic jedoch weitestgehend.

In Sachen Verbrauch liegt man laut Norm mit 4,7 Litern um 0,3 Liter über der Version mit Schaltgetriebe. Im Test kamen wir auf 5,6 Liter, was spürbar über der Werksangabe liegt, aber absolut gesehen recht sparsam ist.

Zudem hat das Xtronic-Getriebe ein feines Zuckerl dabei: die intelligente Motorbremse. Rollt man an einen langsameren Verkehrsteilnehmer heran, verstärkt sich die Motorbremse umso mehr, je höher der Geschwindigkeitsunterschied ist. Das fördert definitiv eine entspannte Fahrweise.

In der Top-Ausstattungsvariante namens "Tekna+" ist alles drin, was das Herz begehrt: Unter anderem 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Voll-LED-Scheinwerfer, Navigationssystem, Nappaleder, schlüsselloser Zugang, elektrisch verstell- und beheizbare Sitze vorne, Bose Premium Sound, Panorama-Glasdach, beheizbare Frontscheibe und das Nissan Safety Shield (Bewegungserkennung, Querverkehrswarner, intelligenter Einpark-Assistent, Müdigkeitserkennung, Toter-Winkel-Assistent).

An den Maßen des 4,39 langen Qashqai und an seinem Ladevolumen (430-1.585 Liter) änderte sich nur wenig, auch vier Großgewachsene fühlen sich im Crossover wohl. Das Fahrwerk wurde deutlich überarbeitet. Es ist nun straffer, was die Wankneigung angenehm verringert. Die Lenkung ist exakt, aber recht leichtgängig, aber wir haben es hier ja auch mit einem SUV zu tun und nicht mit einem Sportwagen.

Allradantrieb gibt es für den Nissan Qashqai mit 130-Diesel-PS zwar sehr wohl, aber nicht in Verbindung mit der Stufenlos-Automatik Xtronic, sondern nur mit Schaltgetriebe. Der Preisunterschied zwischen Frontantrieb plus Automatik (38.901 Euro) und Allradantrieb plus Schaltgetriebe (39.325 Euro) ist daher recht gering. Somit eine Sache des Geschmacks oder der topografischen Notwendigkeit, wofür man sich entscheidet. Allerdings ist es auch möglich, beim 1.6 dCi Tekna+ auf Automatik und Allradantrieb zu verzichten, dann kommt man mit 36.859 Euro weg.

Plus
+ durchaus dynamisches Fahrverhalten
+ tolle Ausstattung beim "Tekna+"
+ gutes Platzangebot
+ hochwertige Materialien
- Stufenlos-Automatik mit intelligenter Motorbremse
+ zahlreiche Assistenzsysteme erhältlich oder Serie

Minus
- als Tekna+ absolut gesehen naturgemäß kein Sonderangebot

Resümee
Der Nissan Qashqai ist ein praktisches und optisch gefälliges SUV. Nach dem Facelift verfügt er zudem über modernste Assistenzsysteme. Die Automatik Xtronic gehört zu den angenehmsten Vertreterinnen der stufenlosen Zunft.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Großes Auto, kleiner Verbrauch?

Toyota Highlander VIP - im Test

Toyotas dickster Hybrid im Programm zeigt nicht nur, wie weit ihr liebstes Antriebskonzept dehnbar ist. Sondern auch, wie man in Japan das Thema Luxus angeht.

Mit 8 Zylindern und „Sonnenhut“

Lorinser bringt G-Klasse Cabrio zurück

Nach 2013 war Schluss mit "oben ohne"-Vergnügen für G-Klasse-Fahrer. Nun aber macht der Sportservice Lorinser das eingestellte Cabrio ausgehfein für hier und heute.

Das ist der Marc Philipp Gemballa Marsien

Der Traum-911 für Offroad-Fans

Supercar-Hersteller Marc Philipp Gemballa hat einen eher unbekannten Teil von Porsches Erbe erforscht, um den 911 in einen Traumsport-Wagen für die Straße, vor allem aber alles darüber hinaus zu verwandeln. Das Ergebnis heißt Marsien, bringt satte 830 PS mit und wird nur 40 mal gebaut.

Von der Berghütte bis zur Savanne

Neuer Amarok wird noch selbstbewusster

Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigt erste Teaser der nächsten Pick-up-Generation. Der neue Amarok soll 2022 mit vielen Innovationen an den Start gehen – egal ob auf Österreichs Baustellen oder im afrikanischen Busch

150.000 Euro nur für den Umbau

Das ist der delta4x4 Rolls Royce Cullinan

Ein Rolls-Royce parkt fast immer in der Garage oder steht an der Pforte eines Palast-Hotels parat. Doch geht es auch ganz anders, wie die Off Road-Experten von delta4x4 demonstrieren.

Morgan Plus Four CX-T: Ab ins Gelände

Ein Offroad-Morgan? Ja, gibt's!

Ein Morgan fürs Gelände, für Rallyes und Trips in die abgelegensten Ecken der Erde? Klingt aktuell etwas britisch-schräg, hat aber eine lange Tradition. Und die wird jetzt reanimiert: mit dem Plus Four CX-T.