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BMW 745e - Plug-in-Hybrid im ersten Test BMW 745e 2019

Kraftstrom

Der geliftete 7er-BMW kommt auch als 745e mit überarbeitetem Plug-in-Hybridantrieb samt Reihensechszylinder und größerer Batterie. Erster Test.

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Der 7er-BMW, der in der aktuellen Variante seit Juni 2015 auf dem Markt ist, wurde von Grund auf überarbeitet. Äußerlich sticht vor allem die neue, fünf Zentimeter höhere Frontpartie mit dem jetzt riesigen Nierengrill ins Auge. Er ist 40 Prozent größer als bisher und dürfte vor allem der wichtigen chinesischen Kundschaft gefallen.

Auch unter der Haube hat sich viel getan: Der V12-Motor des BMW M760Li xDrive bekam einen Otto-Partikelfilter. Der neue V8-Motor im BMW 750i kann mit einer um 60 kW/80 PS auf 390 kW/530 PS gesteigerten Höchstleistung aufwarten. Außerdem sind drei Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 195 kW/265 PS und 294 kW/400 PS verfügbar.

Die umfangreichste Neuerung erfolgte beim Hybridmodell. Beim bisher angebotenen 740e kam noch ein Vierzylinder-Benzinmotor zum Einsatz. Gekoppelt mit einem Elektromotor ergab sich eine Systemleistung von 240 kW/326 PS. Hier stand das sparsame und komfortable Dahingleiten im Vordergrund - beim Ausdrehen des Benziners wurde dieser deutlich hörbar und wirkte angestrengt - das Auto wiegt schließlich über zwei Tonnen.

Mit dem neuen 745e ändert sich diese Charakteristik: Nun sollen auch sportliche Fahrer Spaß am Sparen haben. Deshalb wurde der Zweiliter-Vierzylinder- gegen einen Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner ausgestauscht, der 210 kW/286 PS bereitstellt. Die Systemleistung steigt auf bis zu 290 kW/394 PS, wobei der Elektromotor, der in das Achtgang-Automatikgetriebe integriert ist, wie bisher 83 kW/113 PS zusteuert.

Die Speicherkapazität der Lithium-Ionen-Batterie ist dank neuester Zellen-Technologie von 9,2 auf 12 kW angestiegen. Damit erhöht sich die elektrische Reichweite von bisher 45 auf bis zu 58 Kilometer. Wie beim Vorgänger ist die Batterie unter den Rücksitzen verbaut, während der 46-Liter-Tank unter den Kofferraum wandert, der somit von 515 auf 420 Liter Fassungsvermögen schrumpft. Um die Batterie zu 100 Prozent aufzuladen, werden rund vier Stunden bei einem Ladestrom von 3,7 kW (= Haushaltssteckdose mit 16A-Absicherung) benötigt.

Bei unseren Testfahrten beeindruckte vor allem das reibungslose Zusammenspiel aller Komponenten. Die Passagiere können im voreingestellten Hybridmodus kaum wahrnehmen, wann das Auto rein elektrisch fährt und wann sich der Benziner zuschaltet. Selbst bei dynamischer Fahrweise - der Luxusliner spurtet in 5,2 Sekunden von null auf 100 km/h - ist von der Antriebseinheit im Fahrzeuginneren nichts zu hören.

Um Fußgänger zu warnen, wird per Lautsprecher bei niedrigen Geschwindigkeiten ein künstliches Fahrgeräusch übertragen. Der von BMW extra komponierte Sound hört sich ziemlich eigenwillig an, ungefähr wie eine Gastherme kombiniert mit einer herannahenden Straßenbahn.

Auf einer Bedieneinheit links neben dem Gangwahl-Hebel findet sich der bei BMW übliche Fahrerlebnisschalter. Hier bietet er die Modi "Sport" für dynamisches Fahren und "Adaptive" für eine an Fahrstil und Fahrsituation orientierte Abstimmung. Zudem können die Fahrmodi "Hybrid", "Electric" und "Battery Control" abgerufen werden.

Durch zweifachen Druck auf die Hybrid-Taste wird der "Eco-Pro"-Modus aktiviert, der ein besonders verbrauchsreduziertes Fahren unterstützt. Dazu trägt unter anderem eine Segelfunktion in Schubphasen bei, während der Wagen sonst schon durch das Gaswegnehmen abbremst, ähnlich wie man es von reinen Elektroautos kennt. Der "Electric"-Modus ist für rein elektrisches Fahren vorgesehen, wobei bis zu 140 km/h schnell gefahren werden kann.

Ist die Einstellung "Sport" gewählt, agiert der Elektromotor gemeinsam mit dem Verbrennungsantrieb. Die Einstellung "Battery Control" dient wiederum dazu, den Ladezustand der Batterie auf einem festgelegten Niveau zu halten. So kann beispielsweise während einer Autobahnfahrt der Stromvorrat geschont oder sogar erhöht werden, um diesen anschließend für lokal emissionsfreies Fahren in der Stadt zu nutzen.

Dabei ist der Hybrid sportlich und zugleich komfortabel unterwegs. Das Auto liegt in der Hand, als wäre es eine Nummer kleiner. Außengeräusche werden durch dicke Scheiben weggefiltert, die Geräuschübertragung vom Fahrwerk wurde noch einmal minimiert. Der Fahrkomfort ist dank der Luftfederung vorn und hinten hervorragend.

Ab Sommer 2019 stehen für den 7er-Plug-in-Hybrid digitale Dienste zur Verfügung, die das Aufladen komfortabler machen sollen. Beim Auswählen einer öffentlichen Ladestation bekommt der Fahrer vom Navigationssystem dann Empfehlungen zu Hotels, Restaurants, Cafés sowie Sehenswürdigkeiten oder Kultureinrichtungen in der Nähe. Außerdem ermöglicht BMW den Kunden des Ladenetzes ChargeNow, vom Fahrzeug aus eine Ladestation zu reservieren.

In der Praxis lassen sich Verbräuche realisieren, die auf dem Niveau der Dieselmodelle liegen werden, also um die acht Liter pro 100 Kilometer. Der neue 7er-Plug-in-Hybrid wird in drei Varianten angeboten: als BMW 745e, als Langversion BMW 745Le und als Allradvariante 745Le xDrive. Die Preise starten in Deutschland bei 101.000 Euro. Die Österreich-Preise stehen noch nicht fest, sollten aber nur marginal darüber liegen.

Viertürige, fünfsitzige Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 5.120/1.902/1.467/3.070 mm, Leergewicht: 1.995 kg, max. Zuladung: 660 kg, Kofferraumvolumen: 420 l, Tankinhalt: 46 l.
Ottomotor: Reihensechszylinder-Turbo, Hubraum: 2.998 ccm, Leistung: 210 kW/286 PS bei 5.000-6.000 U/min, max. Drehmoment: 450 Nm bei 1.550-3.500 U/min, Elektromotor: Leistung: 83 kW/113 PS bei 3.170 U/min, max. Drehmoment: 265 Nm bei 0 bis 2.700 U/min, Hochvoltspeicher: Lithium-Ionen, 12,0 kW, Systemleistung: 290 kW/394 PS, maximales Systemdrehmoment: 600 Nm, Steptronic-Achtgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb.
0 bis 100 km/h: 5,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Normverbrauch: 2,2 l pro 100 km, kombinierter Stromverbrauch: 15,3 kWh/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 50 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp.
Preis (Deutschland): ab 101.000 Euro.

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