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Neuvorstellung Chrysler 300

Muskeln im Edelzwirn

Auf der Detroit Motor Show lässt der neue Chrysler 300 die Hüllen fallen. Er kommt auch nach Europa, aber mit Lancia-Logo.

mid/tm

Viel Chrom, viel Ehr: Der neue Chrysler 300 besinnt sich auf alte Tugenden. Mit seinem streng gegliederten und mächtigen Kühlergrill erinnert die jüngste Version der großen Ami-Limousine immer noch ein wenig an den berühmten 300 C von 1957.

Die Silhouette des Wagens ähnelt der des Vorgängers und zeichnet sich durch ruhige, sanft geschwungene Linien aus. Technisch teilt sich der 300 die Hinterradantriebs-Plattform des Musclecars Dodge Charger, der kürzlich ebenfalls renoviert wurde.

Die Scheinwerfer des 300 enthalten LED-Tagfahrleuchten, deren einzelne LEDs zusammen ein C formen. Am Heck, das den Designern ausgesprochen elegant gelungen ist, gibt es schmale und hochkant stehende Rückleuchten, die ebenfalls in LED-Technik ausgeführt sind.

Der Wagen verfügt optional über ein Panorama-Schiebedach. Die C-Säulen der Limousine sind immer noch sehr breit, die restlichen Säulen sind aber schmaler als bisher ausgefallen und sollen damit die Rundumsicht verbessern.

Interieur und Cockpit wurden vollständig überarbeitet. Nach den ersten Probefahrten mit dem neuen Jeep Grand Cherokee kann man zuversichtlich sein, dass auch Chrysler in Sachen Qualität und Materialanmutung einen großen Schritt nach vorn gemacht hat.

Die Amerikaner versprechen Soft-Touch-Materialien, beheizte Sitze aus Nappa-Leder und reichlich Holzapplikationen. Die Instrumententafel ist bläulich beleuchtet und wird von zwei Rundanzeigen dominiert, in die jeweils ein weiteres Instrument eingebettet ist.

In der Mittelkonsole befindet sich ein großes Infotainment-Display, in dem neben der Navigation zahlreiche weitere Systeme angezeigt werden. In den USA können mit der Funktion UConnect zum Beispiel aktuelle Daten wie Wetterinformationen oder Spritpreise abgerufen werden.

Zur Motorenpalette des Wagens hat Chrysler noch keine Angaben gemacht. In jedem Fall wird aber der neu entwickelte Pentastar-V6 mit 3,6 Litern Hubraum unter der Haube stecken.

Im Dodge Charger leistet dieser Motor rund 217 kW/295 PS. Ebenfalls zu erwarten ist der Hemi V8-Motor mit voraussichtlich um die 272 kW/370 PS. Möglicherweise gibt es auch wieder eine Hochleistungsversion namens "SRT-8".

Vom Band läuft der Chrysler 300 in Kanada. Die Europa-Version des Wagens wird man wahrscheinlich auf dem Genfer Automobilsalon im März sehen, auf den Markt kommen soll sie in der zweiten Jahreshälfte 2011.

Da Chrysler zum Fiat-Konzern gehört, wird der 300 auf dem europäischen Kontinent als Lancia verkauft. Damit erhält die kleine Marke frisches Blut und endlich wieder eine Limousine. Zuletzt hielt diese Fahne der Lancia Thesis hoch, der aber 2009 in Rente ging.

Der 300 wäre zudem seit langer Zeit wieder einmal eine Lancia-Limousine mit Hinterradantrieb, zuletzt sah man das bei Autos wie der Flaminia. Ob der Italo-Amerikaner wirklich Lancia 300 heißen wird, ist übrigens ungewiss.

Die Italiener könnten ebenso gut in der eigenen Historie wühlen und klingende Namen wie Fulvia, Flavia, Gamma oder Thema reanimieren.

Wichtiger als ein neuer Name ist freilich das europäische Motorenangebot. Neben dem Pentastar-V6 wird es für den Lancia nach Informationen aus Unternehmenskreisen einen V6-Dieselmotor mit drei Litern Hubraum geben, den Fiat zusammen mit dem italienischen Motorenbauer VM Motori entwickelt. Das Aggregat soll in mehreren Leistungsstufen erhältlich sein.

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