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Selbstfahrende Studie: Mercedes "Future Truck"

Chef ohne Chauffeur

Noch ist der Mercedes Future Truck eine Studie: Doch in zehn Jahren soll die Weiterentwicklung dieses automatisierten Lkw auf der Straße rollen.

mid/maha

Die Idee vom autonomen Fahren wird Realität. Das zeigte Daimler auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover mit ihrer Studie Mercedes-Benz Future Truck 2025.

In etwa zehn Jahren soll die Weiterentwicklung dieses automatisierten Lkw auf öffentlichen Straßen rollen. "Allerdings muss der Gesetzgeber noch die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen", so Daimler-Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard. In einzelnen US-Staaten sei das automatiserte Fahren aber schon heute erlaubt.

Dass automatisiertes Lkw-Fahren funktioniert, zeigte Daimler bereits bei realitätsnahen Tests mit getarnten Actros auf der A14 bei Magdeburg sowie mit der neuen Studie Future Truck (Bild oben) am Vorabend der IAA auf dem Gelände des Hannoveraner Flughafens.

Wolfgang Bernhard setzte sich ans Steuer der Sattelzugmaschine, fuhr los, um nach wenigen Minuten die Hände vom Steuer zu nehmen und zum Tablet-Computer zu greifen - der Lkw suchte sich derweil selbst den vorgegebenen Weg. "Das funktioniert ähnlich wie ein Autopilot im Flugzeug", sagt Wolfgang Bernhard.

Hinter dieser beeindruckenden Vorführung steckt der sogenannte "Highway Pilot", den man auch als das technologische Gehirn des Trucks bezeichnen kann. Radar-Sensoren, Kamera-Technik und ein Computer, der aus diesen Informationen die Fahraktionen errechnet, ermöglichen dem Future Truck autonomes Fahren unabhängig von anderen Fahrzeugen oder Leitzentralen.

"Eine Vernetzung mit anderen Lkw oder Pkw brauchen wir nicht zwingend, sie würde die Fähigkeiten unseres Systems aber noch erweitern", erklärt Wolfgang Bernhard. Die Bordtechnik ermöglicht dem Lkw automatisertes Fahren von null bis zur gesetzlich erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Sie hält den Lkw über Eingriffe in die elektronisch geregelte Lenkung in der Spur, kann im Notfall aber auch selbstständig ausweichen und bremsen. Im System hinterlegt ist eine dreidimensionale Karte, sodass der Bordrechner immer die spritsparendste Fahrweise vorgeben kann.

Neu im Future Truck sind auch die kleinen, seitlichen Kameras, die die Rückspiegel ersetzen sowie der sogenannte "Blind Spot Assist", den Daimler in den nächsten Jahren in Serie bringen will. Radar-Sensoren überwachen auch die vom Fahrer nicht einsehbaren Bereiche seitlich des Lastwagens und warnen diesen vor anderen Verkehrsteilnehmern im toten Winkel.

"Wir werden die ersten sein, die dieses System auf den Markt bringen", verspricht Wolfgang Bernhard gewohnt selbstbewusst und ergänzt: "Damit kommen wir unserem Ziel vom unfallfreien Lkw-Fahren wieder einen Schritt näher."

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