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Siegertyp

Wenn Porsche 150.000 Euro allein als Anzahlung für ein Fahrzeug aufruft, dann muss es etwas Besonderes sein. Wie der neue Porsche 911 GT3 R.

mid/Mst

Seinen ersten echten Renneinsatz bekommt der Kundensport-Rennwagen 911 GT3 R beim 24-Stunden-Rennen in Daytona, Florida (USA). Für die Weltpremiere hat sich Porsche aber eine andere legendäre Strecke ausgesucht - den Nürburgring.

Am Rande des dortigen 24-Stunden-Rennens haben die Zuffenhausener ihre neue Flunder präsentiert. War die Lackierung bisher schwarz-weiß-grau-rot gehalten, stechen jetzt sofort grüne Streifen und der grüne Heckflügel ins Auge.

Das passt, denn die Farbe der Hoffnung ist ja bekanntlich grün, und ein Hoffnungsträger ist er, dieser 911er für die Rennstrecke. Und Rennsport-Fans weltweit wissen: Die Farbe der Hölle ist ebenfalls grün. Der Nürburgring muss also der richtige Ort sein, um den 911 GT3 R der Öffentlichkeit zum ersten Mal zu zeigen.

Bei der Entwicklung des Rennwagens wurde besonderes Augenmerk auf die Kostenreduzierung im Renneinsatz gelegt, heißt es bei Porsche. Ziel war es, dass die Teams effizienter mit dem Auto arbeiten können. 30 Porsche 911 GT3 R sollen zum Preis von je 459.000 Euro ohne Mehrwertsteuer verkauft werden. 404 kW/550 PS leistet ihr 4.0 Liter großer Sechszylinder-Boxer im Heck. Geschaltet wird über ein sequentielles Sechsgang-Klauengetriebe mit Rennsport-Kupplung. Nicht auf maximale Leistung sei das Aggregat ausgelegt, sondern auf ein optimales Leistungs-Management.

Ebenfalls im Fokus bei der Konstruktion des Rennwagens, dessen kleiner Bruder der straßenzugelassene, aber dank Technik-Transfer mit überdurchschnittlich viel Rennsport-DNA gesegnete 911 GT3 RS (Bild links) ist, lagen die Themen Leichtbau und Sicherheit.

Wenig Gewicht ist wichtig, um auf der Rundstrecke eine entsprechende Performance zu liefern, Punkt zwei unverzichtbar, um die strengen Vorgaben des Motorsport-Weltverbands FIA zu erfüllen.

Dach, Frontdeckel und Bugteil, Kotflügel, Türen, Seiten- und Heckteil sowie der Heckdeckel und die Interieurverkleidungen sind aus besonders leichtem Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK) gefertigt.

Alle Scheiben bestehen aus Polycarbonat. Im Dach ist eine abnehmbare Rettungsluke untergebracht, damit im Fall des Falles Rettungskräfte bei der Bergung mehr Zugriffs-Möglichkeiten haben.

Beim Interieur hat Porsche darauf geachtet, dass der Fahrer im Mittelpunkt steht und auch im Renntempo ein Rest-Komfort vorhanden ist: So hat der neue Rennwagen beispielsweise eine Sitz- und Helmbelüftung an Bord, schließlich sollen die Piloten ja hochkonzentriert ans Werk gehen können - dafür ist ein bisschen Kühlung im engen Cockpit des 911ers sicher ein willkommenes Extra.

Bestellbar ist der Über-Elfer schon jetzt, ab November wird Porsche ihn ausliefern. Und ab 2019 soll er dann Siege einfahren, was mit Blick auf das Paket nicht utopisch ist. Ganz im Gegenteil zum Verbrauch, den Porsche mit 12,8 Litern angibt - der Normverbrauch wohlgemerkt. Das dürfte auf der Rennstrecke nur realistisch sein, wenn das Auto mit Speed-Limiter durch die Boxengasse fährt.

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